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Vorkehrungen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen

Entscheidungen der Gerichte




NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Urteil, 7 LB 44/02 vom 01.12.2004

Rechtsgebiete:BNatSchG, FFH-RL, Fischgewässerqualitätsverordnung, Fischgewässerrichtlinie, NNatG, NNatSchG, RL 2003/35/EG, Vogelschutz-Richtlinie, Öffentlichkeitsbeteiligungs-Richtlinie
Schlagworte:Beeinträchtigung, erhebliche, Emssperrwerk, FFH-Gebiet, potenzielles, Fischgewässerrichtlinie, Kohärenz, Naturschutzverband, anerkannter: Umfang der Rügebefugnis, Schutzregime, Wechsel, Vogelschutz, Vorkehrungen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen, Öffentlichkeitsbeteiligungs-Richtlinie
Stichwort:Vorkehrungen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen
Leitsatz:1. Das Klagerecht anerkannter Naturschutzvereine gemäß § 60 c NNatG führt nicht zu einer umfassenden gerichtlichen Kontrolle des Verwaltungsaktes. Das gerichtliche Verfahren ist materiell auf die Überprüfung der Bestimmungen beschränkt, die einen naturschutzrechtlichen Bezug aufweisen.

2. Auch wenn grundsätzlich die Rechtmäßigkeit eines angefochtenen Planfeststellungsbeschlusses zum Zeitpunkt seines Erlasses zu prüfen ist, kann ein (möglicherweise) bestehender Verstoß gegen Schranken des strikten Rechts danach behoben und dies wie das Ergebnis eines ergänzenden Verfahrens gemäß § 75 Abs. 1 a Satz 2 VwVfG bis zum Abschluss der Tatsacheninstanz berücksichtigt werden. Dies gilt auch für Verstöße, deren Behebung Ergebnis eines vom Planfeststellungsverfahren unabhängigen Verfahrens ist.

3. Vorkehrungen, mit denen Beeinträchtigungen durch § 19 a Abs. 2 BNatSchG a.F. geschützter Arten oder Lebensräume vermieden werden, sind bei der Bewertung der Erheblichkeit des Eingriffs gemäß § 19 c Abs. 2 BNatSchG a.F. zu berücksichtigen.

4. Bis zu der Veröffentlichung der Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung sind weder § 19 c BNatSchG a.F. noch die FFH-Richtlinie direkt anwendbar. Für gemeldete oder sich zur Meldung aufdrängende Gebiete entfaltet die FFH-Richtlinie allerdings Vorwirkungen, die darin bestehen können, dass das Vorhaben bereits an den Vorgaben der Richtlinie zu messen ist. Für Gebiete, deren Aufnahme in die Gemeinschaftsliste nicht hinreichend sicher prognostiziert werden kann, hat es in diesem Zusammenhang mit dem Verbot sein Bewenden, diese Gebiete so nachhaltig zu beeinträchtigen, dass sie für eine Meldung und Aufnahme in die Gemeinschaftsliste nicht mehr in Betracht kommen.
Volltext: NIEDERSAECHSISCHES-OVG - Urteil, 7 LB 44/02




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