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Versetzungsklausel

Entscheidungen der Gerichte




LAG-NUERNBERG – Urteil, 6 Sa 712/07 vom 13.01.2009

Rechtsgebiete:GewO, BGB, BetrVG
Schlagworte:Direktionsrecht, Versetzungsklausel, Wirksamkeitsvoraussetzung, Verwirkung
Stichwort:Versetzungsklausel
Leitsatz:1. Nach der "Theorie der Wirksamkeitsvoraussetzung" braucht der Arbeitnehmer einer Versetzungsanordnung - hier: Versetzung auf Dauer in eine andere, etliche Kilometer entfernte Filiale eines Einzelhandelsbetriebes - nicht nachzukommen, wenn und solange der für beide Filialen gebildete Betriebsrat dieser Zuweisung eines anderen Arbeitsbereiches nicht zugestimmt hat.

2. Stimmt der Betriebsrat der Versetzung nachträglich zu - hier: wenige Tage nach der tatsächlichen Arbeitsaufnahme der Arbeitnehmerin in der anderen Filiale -, erledigt sich das Mitbestimmungsverfahren nach § 99 BetrVG. Die Arbeitnehmerin kann eine Rückversetzung in die ursprüngliche Beschäftigungsfiliale nicht mehr wegen eines betriebsverfassungswidrigen Zustands oder Verhaltens des Arbeitgebers verlangen.

3. Ist in einem vor dem 01.01.2002 geschlossenen Arbeitsvertrag, der die Einstellung für eine bestimmte Filiale enthält, eine Klausel enthalten, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer "nach den geschäftlichen Erfordernissen" auch in einer anderen Filiale beschäftigen kann, ist diese Versetzungsklausel nicht wegen Verstoßes gegen AGB-Recht unwirksam. Eine ausdrückliche Festlegung, dass die Versetzung nur nach billigem Ermessen erfolgen kann, ist nicht erforderlich.

4. Ein gegenüber dem Vorgesetzten ausgesprochener Rückversetzungswunsch steht der Verwirkung des Arbeitnehmerverlangens, der sich erst nach mehr als eineinhalb Jahren auf die Unwirksamkeit der Versetzung aus Rechtsgründen beruft, nicht entgegen.
Volltext: LAG-NUERNBERG - Urteil, 6 Sa 712/07



HESSISCHES-LAG – Urteil, 10 Sa 2096/06 vom 31.10.2008

Rechtsgebiete:BGB, GewO
Schlagworte:allgemeine Geschäftsbedingung, Versetzung, Versetzungsklausel
Stichwort:Versetzungsklausel
Leitsatz:Diese Entscheidung enthält keinen zur Veröffentlichung bestimmten Leitsatz.
Volltext: HESSISCHES-LAG - Urteil, 10 Sa 2096/06

LAG-HAMM – Urteil, 8 Sa 127/08 vom 21.08.2008

Rechtsgebiete:KSchG
Schlagworte:betriebsbedingte Kündigung, Sozialauswahl, Vergleichbarkeit, Versetzungsklausel, unterschiedliche Entlohnungsmethoden
Stichwort:Versetzungsklausel
Leitsatz:Sieht der Arbeitsvertrag eine betriebsweite Versetzungsklausel vor und führt der Arbeitgeber in einer Betriebsabteilung im Einverständnis mit den dort Beschäftigten anstelle von Zeitlohn eine Entlohnung im Gruppenakkord ein, so lässt dies weder das Versetzungsrecht des
Arbeitgebers noch - im Falle der betriebsbedingten Kündigung - die arbeitsvertragsbezogene Vergleichbarkeit der Arbeitnehmer entfallen.
Volltext: LAG-HAMM - Urteil, 8 Sa 127/08

LAG-KOELN – Urteil, 6 Sa 1281/07 vom 24.01.2008

Rechtsgebiete:BGB, KSchG
Schlagworte:Versetzungsklausel, Inhaltskontrolle, Änderungsschutz
Stichwort:Versetzungsklausel
Leitsatz:Eine Versetzungsklausel, die erheblich von dem Grundgedanken des arbeitsrechtlichen Inhaltsschutzes nach Maßgabe des § 2 KSchG abweicht (hier: Zuweisungsmöglichkeit einer anderen als der vertraglich vereinbarten Tätigkeit), benachteiligt den Arbeitnehmer unangemessen und ist daher nach § 307 BGB unwirksam.
Volltext: LAG-KOELN - Urteil, 6 Sa 1281/07


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