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JuraForum.deUrteileSchlagwörterSStrafrecht 

Strafrecht – Urteile online finden

Entscheidungen und Beschlüsse der Gerichte zum Schlagwort „Strafrecht“.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 11 S 2345/92 vom 08.07.1993

1. Die Ausstellung eines an die Stelle des früheren Fremdenpasses (§ 4 Abs 1 AuslG 1965) getretenen Reisedokuments (§ 39 Abs 2 AuslG (AuslG 1990) iVm § 14 Abs 1 Nr 1 DVAuslG (AuslGDV) richtet sich seit dem 1. Januar 1991 auch dann ausschließlich nach § 15 DVAuslG (AuslGDV), wenn der Ausländer dies aufgrund eines vor diesem Zeitpunkt gestellten Antrages auf Ausstellung eines Fremdenpasses beansprucht.

2. Die Ausstellung eines Reisedokuments nach § 15 Abs 1 Nr 1 oder 2 DVAuslG (AuslGDV) setzt voraus, daß der Ausländer im Besitz einer der in diesen Bestimmungen genannten, von der Ausländerbehörde erteilten Aufenthaltsgenehmigung ist. Ein Anspruch auf Erteilung einer solchen Aufenthaltsgenehmigung oder ein bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde über einen Aufenthaltsgenehmigungsantrag erlaubter Aufenthalt (§ 69 Abs 3 S 1 AuslG (AuslG 1990)) genügen nicht.

OLG-KOELN – Urteil, 5 U 253/92 vom 01.07.1993

1. Eine Rückrechnung zur Feststellung der Alkoholkonzentration zur Unfallzeit ist erst ab dem Ende der Resorptionsphase möglich, das heißt erst ab 2 Stunden nach Trinkeinheit. 2. Auch für das Versicherungsrecht gilt als Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit eine Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 1 S 784/92 vom 26.05.1992

1. Eine Jugendstrafe stellt keine "Freiheitsstrafe" im Sinne von § 47 Abs 2 Nr 1 AuslG 1990 dar.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, A 13 S 83/91 vom 08.04.1991

1. Die Frage, ob einem rechtskräftig abgelehnten Asylbewerber im Wege der einstweiligen Anordnung Abschiebungsschutz zu gewähren ist, beurteilt sich seit dem 1. Januar 1991 auch dann nach den §§ 51 ff AuslG nF, wenn die bisherige Rechtslage (§§ 14, 17 AuslG aF) für den Betroffenen möglicherweise günstiger war (Bestätigung der Senatsrechtsprechung).

2. Zur Feststellung von Abschiebungshindernissen im Sinne des § 51 Abs 1 S 1 AuslG nF bei einem unter Geltung des alten Rechts rechtskräftig abgelehnten Asylbewerber bedarf es keines neuerlichen Verfahrens bei dem Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 1 S 1573/90 vom 04.04.1991

1. Bankrott (§ 283 Abs 1 Nr 1 StGB) ist eine Straftat gegen das Vermögen (§ 5 Abs 2 S 1 Nr 1 Buchst b WaffG). Eine entsprechende Verurteilung begründet in der Regel die Unzuverlässigkeit des Inhabers einer Waffenbesitzkarte.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 7 S 449/90 vom 18.05.1990

1. Durch ein Studium der Rechtswissenschaft wird die Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Dienst in der Allgemeinen Finanzverwaltung des Landes Baden-Württemberg nicht "in derselben Richtung fachlich weitergeführt" im Sinne des § 7 Abs 2 S 1 Nr 2 BAföG F: 1981 (im Anschluß an das Urteil des Senats vom 10.07.1989 - 7 S 312/89 -).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 7 S 312/89 vom 10.07.1989

1. Durch ein Studium der Rechtswissenschaft wird die Ausbildung für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst (hier: an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege) nicht "in derselben Richtung fachlich weitergeführt" im Sinne des § 7 Abs 2 S 1 Nr 2 BAföG (J: 1981).

BGH – Urteil, 1 StR 808/83 vom 14.02.1984

Eigenverantwortlich gewollte und verwirklichte Selbstgefährdungen unterfallen nicht dem Tatbestand eines Körperverletzungsdelikts oder Tötungsdelikts, wenn das mit der Gefährdung bewußt eingegangene Risiko sich realisiert. Wer lediglich eine solche Selbstgefährdung veranlaßt, ermöglicht oder fördert, macht sich nicht wegen eines Körperverletzungsdelikts oder Tötungsdelikts strafbar.

BGH – Beschluss, 4 StR 354/57 vom 25.09.1957

Als ursächlich für einen schädlichen Erfolg darf ein verkehrswidriges Verhalten nur dann angenommen werden, wenn sicher ist, daß es bei verkehrsgerechtem Verhalten nicht zu dem Erfolg gekommen wäre. Allerdings steht der Bejahung der Ursächlichkeit die bloße gedankliche Möglichkeit eines gleichen Erfolgs nicht entgegen; vielmehr muß sich eine solche Möglichkeit auf Grund bestimmter Tatsachen, die im Urteil mitzuteilen und zu würdigen sind, so verdichten, daß sie die Überzeugung von der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit des Gegenteils vernünftigerweise ausschließt.


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