Impressum | Registrierung | Foren-Login
 
Disclaimer | Datenschutz | RSS-Feeds

JuraForum.deUrteileSchlagwörterSStellenbesetzung 

Stellenbesetzung – Urteile online finden

Entscheidungen und Beschlüsse der Gerichte zum Schlagwort „Stellenbesetzung“.

VG-WIESBADEN – Beschluss, 8 L 682/08.WI vom 28.01.2009

Der Vorabausschluss eines Bewerbers um eine Beförderungsstelle stellt eine unselbständige Verfahrenshandlung nach § 44 a VwGO dar. Der ausgeschlossene Bewerber hat einen Anspruch auf Mitteilung des endgültigen Auswahlergebnisses.

Keine Anhörung des Personalrates bei der Aufstellung eines konkreten Anforderungsprofils.

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 1 L 1160/08 vom 09.12.2008

1. Der Antrag auf eine "vorläufige" Besetzung einer streitbefangenen

Stelle mit dem Antragsteller beinhaltet eine grundsätzlich unzulässige (teilweise)

Vorwegnahme der Hauptsache.

2. In Fällen der Konkurrenz zwischen Beamten und Angestellten entfällt das

Rechtsschutzbedürfnis für einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung

mit der Besetzung der Stelle mit dem Angestellten. "Besetzt" in diesem Sinne ist

eine Stelle dann, wenn dem ausgewählten Bewerber eine gesicherte

Rechtsposition eingeräumt ist, d.h. wenn ihm die Stelle rechtswirksam auf Dauer

übertragen wird.

3. Dem unterlegenen Konkurrenten steht nur ausnahmsweise dann ein Anspruch

darauf zu, dass eine bereits besetzte Stelle wieder freigemacht wird, wenn durch

das Verhalten des öffentlichen Arbeitgebers, die Möglichkeit effektiven

Rechtsschutz zu erlangen, vereitelt worden ist, oder wenn der Arbeitgeber und

der Konkurrent, dem die Stelle übertragen wurde, kollusiv zusammengewirkt

haben.

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 1 L 1294/08 vom 05.12.2008

In den Fällen der sog. reinen Dienstpostenkonkurrenz fehlt es in aller

Regel am Vorliegen des Anordnungsgrundes.

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 12 L 1227/08 vom 18.11.2008

Ein Anordnungsgrund für den Erlass einer einstweiligen

Anordnung ist bei der Besetzung eines Dienstpostens bei der Deutschen

Telekom AG nicht gegeben, wenn die "In-Sich-Beurlaubung" des für die

Besetzung des Dienstpostens vorgesehenen Mitbewerber widerrufen oder der

eigens mit diesem geschlossene Arbeitsvertrag aufgelöst oder der

Mitbewerber im Falle des Obsiegens des Antragstellers im

Hauptsacheverfahren auf einen anderen Dienstposten umgesetzt werden

kann.

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 1 L 610/08 vom 22.10.2008

1. Bei einem Qualifikationsgleichstand von

Beförderungsbewerbern kann die Bewerberauswahl anhand von Hilfskriterien

getroffen werden. Dabei ist es unbedenklich, dem Hilfskriterium

"Beförderungsdienstalter" das höchste Gewicht beizumessen.

2. Die Feststellung "deutlicher Unterschiede" zu Gunsten eines männlichen

Bewerbers, die bei gleicher Qualifikation männlicher und weiblicher Bewerber

zu einer Anwendung der Öffnungsklausel des § 25 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 1

LBG NRW führen, ist aufgrund einer Einzelfallprüfung zu treffen, in die alle -

jeweils relevanten - Hilfskriterien entsprechend ihrem Gewicht einzubeziehen

sind.

3. Ist für die Bewerberauswahl zuvörderst das Hilfskriterium

"Beförderungsdienstalter" maßgeblich, reicht ein Vorsprung des männlichen

Bewerbers beim Beförderungsdienstalter von weniger als fünf Jahren (hier: 2

Monate) auch unter Berücksichtigung eines mitunter deutlich höheren

Lebens- und Dienstalters (hier: 10 Jahre und 6 Monate bzw. 8 Jahre und 2

Monate) grundsätzlich nicht aus für die Annahme deutlicher Unterschiede im

Sinne des § 25 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 1 LBG NRW (vgl. OVG NRW,

Beschlüsse vom 27. Mai 2004 - 6 B 457/04 - und vom 14. Juni 2006 - 6 A

1407/04 -; VG Gelsenkirchen, Beschluss vom 6. Juni 2008 - 1 L 505/08 -

).

VG-WIESBADEN – Beschluss, 23 K 927/08.WI.PV vom 26.09.2008

1. Die Einstellung von Lehrern im Rahmen des Programms "Lehrer nach Hessen" ist von den bisherigen Regelungen zum Quereinstieg nicht erfasst.

2. Mit der Einstellung von Quereinsteigern mit "Qualifizierungsoption" verletzt der Beteiligte die Mitbestimmungsrechte des Personalrats nach § 77 Abs. 2 Nr. 2 und 4 HPVG.

3. Die Bindung von Referendaren durch eine "Zusicherung" zur Einstellung unterliegt gem. § 77 Abs. 2 Nr. 2 und 4 HPVG der Mitbestimmung des Personalrats.

4. Bei der Speicherung von Bewerberdaten in Excel mit Filterfunktion liegt eine automatisierte Datenverarbeitung von Beschäftigten vor. Die Einführung, Anwendung, Änderung oder Erweiterung automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten unterliegt dem Beteiligungstatbestand des § 81 Abs. 1 Satz 1 letzter Satzteil HPVG.

ARBG-DUESSELDORF – Urteil, 7 Ca 2696/08 vom 23.09.2008

§ 33 Abs. 1 a TV-L ist wirksam. Die Tarifregelung ist gemäß § 10 S. 3 Nr. 5 AGG gerechtfertigt. Diese gesetzliche Regelung verstößt nicht gegen europarechtliches Primärrecht und ist daher anzuwenden. Das europarechtliche Transparenzgebot steht in einem Spannungsverhältnis zum Grundsatz der europarechtskonformen Auslegung von Gesetzen.

ARBG-DUESSELDORF – Urteil, 3 Ca 4268/08 vom 18.08.2008

Zur Frage der Fortsetzung eines abgebrochenen Stellenausschreibungsverfahren im öffentlichen Dienst

Art. 33 Abs. 2 GG

VG-KASSEL – Urteil, 1 E 908/07 vom 24.06.2008

Widerruf einer Zuweisung einer Dienstwohung eines Forstbeamten: Vertrauensschutz, Räumungsfrist

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 1 L 301/08 vom 08.05.2008

1. Anlassbeurteilungen wegen einer Beförderungsentscheidung

sind im Beurteilungssystem der Polizei nur in engen Grenzen vorgesehen. Ein

Anlass für die Erstellung einer solchen Beurteilung besteht insbesondere

dann nicht, wenn alle Mitbewerber über aktuelle, vergleichbare

Regelbeurteilungen verfügen. In diesem Fall ist unmittelbar auf der Grundlage

der Regelbeurteilungen der im Rahmen der Beförderungsentscheidung

erforderliche Leistungsvergleich durchzuführen.

2. Aufgrund der Vergleichbarkeit der im Bereich der Polizei in

unterschiedlichen Statusämtern erzielten (Regel-)Beurteilungen ist daher die

Erstellung von Anlassbeurteilungen wegen einer Beförderungsentscheidung

für solche Mitbewerber, die aktuell über eine in einem niedrigeren Statusamt

erzielte dienstliche Regelbeurteilung verfügen, allein aus diesem Grunde nicht

zulässig.

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 1 L 82/08 vom 07.03.2008

Eine Auswahlentscheidung zwischen aktuell gleichbeurteilten

Mitbewerbern ist rechtswidrig, wenn die ältere dienstliche Beurteilung in

einem rangniedrigeren Amt mit der Begründung nicht berücksichtigt wurde,

auf ihrer Grundlage sei bereits befördert worden.

VG-STUTTGART – Beschluss, 17 K 4998/07 vom 15.11.2007

Die fiktive Laufbahnnachzeichnung eines vollständig freigestellten Mitglieds des Personalrats ist auch dann nur vom Endbeurteiler vorzunehmen, wenn die Beurteilungsrichtlinien eine vorläufige Beurteilung vorsehen. Eine "vorläufige Laufbahnnachzeichnung" ist nicht erforderlich.

Eine Laufbahnnachzeichnung ist nicht plausibel und damit ermessensfehlerhaft, wenn sie keine vergleichende Bewertung der (beurteilten) Mitbewerber zulässt.

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 12 L 857/07 vom 18.10.2007

Erfüllt eine Bewerberin nicht das Anforderungsprofil für die zu

besetzende Stelle, hat sie im vorläufigen Rechtsschutzverfahren auch dann

keinen Anspruch auf Freihaltung der Stelle, wenn die Konkurrentin nicht die

Voraussetzungen für die Ernennung zur Beamtin erfüllt.

VG-KASSEL – Urteil, 1 E 723/07 vom 06.09.2007

Keine Berücksichtigung im Auswahlverfahren wenn Bewerbungsfrist versäumt; geschlechtsneutrale Ausschreibung im Ausnahmefall nicht notwendig (hier: Polizistin für Befragung von Mißbrauchsopfern)

VG-STADE – Beschluss, 7 A 262/07 vom 02.07.2007

Verbrauch des Beteiligungsrechtes des örtlichen Personalrates, wenn eine DV (zwischen oberster Behörde und HPR) besteht (die Versetzungen ohne Dienstposten und ohne Dienstortswechsel betrifft).

ARBG-MOENCHENGLADBACH – Urteil, 7 Ca 84/07 vom 15.06.2007

Das Erfordernis einer akzentfreien deutschen Sprache in einem Anforderungsprofil ist eine Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft, die nach §§ 1, 2 Abs. 1 Nr. 1 AGG, § 7 Abs. 2 AGG unwirksam ist.

§ 622 Abs. 2, S. 2 BGB verstößt gegen das Verbot der Altersdiskriminierung. Die Vorschrift darf von den nationalen Gerichten nicht angewandt werden.

OVG-GREIFSWALD – Beschluss, 2 M 165/06 vom 21.05.2007

Wird ein Auswahlverfahren abgebrochen, um die Stelle neu auszuschreiben, so bedarf es für eine Änderung der im ursprünglichen Verfahren getroffenen Organisationsgrundentscheidung über die Einbeziehung von Versetzungsbewerbern einer sachlichen Rechtfertigung.

Zum Vorliegen eines Anordungsgrundes im Falle der Konkurrenz zwischen Versetzungs- und Beförderungsbewerber.

VG-FREIBURG – Beschluss, 3 K 402/07 vom 14.03.2007

Für eine einstweilige Anordnung zur Sicherung eines Bewerbungsverfahrensanspruchs eines Umsetzungsbewerbers mit dem Ziel, den begehrten Dienstposten vorläufig nicht mit einem Mitkonkurrenten (hier: einem Beförderungsbewerber) zu besetzen, fehlt es regelmäßig an einem Anordnungsgrund.

LG-KARLSRUHE – Urteil, 6 S 71/05 vom 06.10.2006

1. Die Vorschrift des § 105b VBLS a. F., die unter bestimmten Voraussetzungen nach altem Satzungsrecht das Erfüllen der fünfjährigen Wartezeit entbehrlich machte, ist als Ausnahmevorschrift, die den Versicherten aus dem Tarifgebiet West nicht zuteil wird, eng auszulegen. Die Zuerkennung von Ansprüchen über den Wortlaut der Satzungsbestimmung hinaus ist ausgeschlossen. Die Anstalt ist nicht verpflichtet, die in § 83 VBLS n.F., § 105b Abs. 1 S. 1 lit. b VBLS a.F. enthaltene Stichtagsregelung über die erfolgte zweifache Verlängerung hinaus zeitlich noch weiter auszudehnen.

2. Wer zunächst als Lehrer an einer DDR-Schule tätig war und nach dem Beitritt ein Lehrer-Angestelltenverhältnis mit einem neuen Bundesland aufgenommen hat, hat selbst dann, wenn er am selben Schulort unterrichtet hat, nicht in einer identischen organisatorischen Einheit und damit nicht im selben Betrieb gearbeitet. Das staatlichen Schulwesen wurde nämlich nach dem Beitritt völlig neu organisiert. Die Anrechnung der DDR-Dienstzeiten auf die Unverfallbarkeitsfristen gemäß §§ 1b, 30f BetrAVG kommt daher nicht in Betracht.

VG-HANNOVER – Urteil, 2 A 2641/04 vom 01.06.2006

Weder das Benachteiligungsverbot für Abgeordnete noch die Zusage der Einbeziehung in das Auswahlverfahren durch die Fachministerin begründen einen Anspruch auf Zulassung einer Ausnahme von der Überschreitung des zulässigen Höchstalters für einen Laufbahnaufstieg, wenn die notwendige Mitwirkung eines zu beteiligenden Ministeriums nicht erfolgt.

VG-BRAUNSCHWEIG – Urteil, 7 A 17/05 vom 28.06.2005

1. Wird ein Beamter bei Auflösung einer Behörde in ein Amt mit niedrigerem Endgrundgehalt versetzt, handelt es sich um eine Rückernennung, die der Aushändigung einer Ernennungsurkunde bedarf.2. Eine Maßnahme, die diesen Formvorschriften nicht genügt, ist ein Nichtakt und unwirksam.3. Die Behörde kann einen Beamten, der lediglich infolge einer Versetzung zum Reformbetroffenen wurde, in ein Amt mit niedrigerem Endgrundgehalt zurückernennen.

VG-OLDENBURG – Urteil, 6 A 1387/02 vom 28.01.2004

Auch nach einer Stellenausschreibung darf in der Regel der Dienstherr sich entscheiden, ob er die Stelle nach dem Prinzip der Bestenauswahl oder an Umsetzungs- oder Beförderungsbewerber vergeben will.

VG-OLDENBURG – Beschluss, 6 B 2762/03 vom 27.08.2003

1. Der Dienstherr bewegt sich im Rahmen des Auswahlermessens und beachtet die strikte Bindung an den Grundsatz der Bestenauslese, wenn er sich bei mit derselben Gesamtnote beurteilten Bewerbern zugunsten des Beamten entscheidet, der bei der Benotung der Einzelmerkmale einen arithmetischen Vorsprung aufweist.

2. In diesem Fall dem arithmetischen Vorsprung ausschlaggebendes Gewicht beizumessen ohne frühere Beurteilungen der Bewerber mit in den Blick zu nehmen, begegnet jedenfalls dann keinen rechtlichen Bedenken, wenn zumindest einzelne der rechnerisch einbezogenen Einzelmerkmale für den Beförderungsdienstposten bedeutsam sind.

3. Eine einheitliche Gewichtung der Einzelmerkmale begegnet dann keinen rechtlichen Bedenken, wenn der Dienstherr kein besonderes Anforderungsprofil erstellt hat; ein Anforderungsprofil ergibt sich nicht bereits daraus, dass der Dienstherr die im angestrebten Statusamt konkret wahrzunehmende Funktion beschrieben hat.

VG-OLDENBURG – Beschluss, 6 B 2764/03 vom 19.08.2003

1. Der Dienstherr bewegt sich im Rahmen des Auswahlermessens und beachtet die strikte Bindung an den Grundsatz der Bestenauslese, wenn er sich bei mit derselben Gesamtnote beurteilten Bewerbern zugunsten des Beamten entscheidet, der bei der Benotung der Einzelmerkmale einen arithmetischen Vorsprung aufweist.

2. In diesem Fall dem arithmetischen Vorsprung ausschlaggebendes Gewicht beizumessen ohne frühere Berurteilungen der Bewerber mit in den Blick zu nehmen, begegnet jedenfalls dann keinen rechtlichen Bedenken, wenn zumindest einzelne der rechnerisch einbezogenen Einzelmerkmale für den Beförderungsdienstposten bedeutsam sind.

3. Eine einheitliche Gewichtung der Einzelmerkmale begegnet dann keinen rechtlichen Bedenken, wenn der Dienstherr kein besonderes Anforderungsprofil erstellt hat; ein Anforderungsprofil ergibt sich nicht bereits daraus, dass der Dienstherr die im angestrebten Statusamt konkret wahrzunehmende Funktion beschrieben hat.

VG-BRAUNSCHWEIG – Beschluss, 7 B 163/03 vom 16.06.2003

1. Dem Gesamturteil der Leistungsbeurteilung gebührt gegenüber der Eignungsprognose der Vorrang so, dass regelmäßig von zwei Bewerbern um höherwertigen Dienstposten derjenigen auszuwählen ist, der um eine Vollnote besser beurteilt worden ist.

2. Es ist regelmäßig erforderlich, eine Anlaßbeurteilung auch dann zu erteilen, wenn die Beurteilungsrichtlinie eine solche nicht vorsieht, sofern dem Beamten seit den letzten 2 Jahren vor der Auswahlentscheidung erteilten Regelbeurteilung eine dem ausgeschriebenen Dienstposten vergleichbare Tätigkeit übertragen worden ist.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 2 ME 129/03 vom 14.04.2003

1. Der Schwerbehinderteneigenschaft kommt bei der Auswahl um eine Beförderungsstelle als Hilfskriterium gegenüber leistungsbezogenen Kriterien kein Vorrang zu.2. Unterbleibt die Anhörung der Schwerbehindertenvertretung bei der Auswahl für eine Beförderungsstelle, so führt dies ausnahmsweise nach § 95 Abs. 2 SGB IX nicht zur Rechtswidrigkeit der Auswahlentscheidung, wenn auszuschließen ist, dass auch bei einer Anhörung der Schwerbehindertenvertretung und der damit verbundenen Einbeziehung der Überlegungen der Schwerbehindertenvertretung in die Auswahlentscheidung diese Entscheidung zu Gunsten des Schwerbehinderten ausgefallen wäre.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 2 ME 211/02 vom 02.12.2002

Zur Frage, ob der Dienstherr verpflichtet ist, die Auswahl zwischen einem Versetzungs- und einem Beförderungsbewerber nach Maßgabe des sich aus Art. 33 Abs. 2 GG, § 7 BRRG und § 8 Abs. 1 NBG ergebenden Leistungsgrundsatzes vorzunehmen.

VG-OLDENBURG – Beschluss, 6 B 3162/02 vom 20.08.2002

1. Der verfassungsrechtlich garantierte Grundsatz effektiver Rechtsschutzgewährleistung gebietet, bei drohender Beförderung eines Beamten die durch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. September 2001 (NordÖR 2002, S. 219 ff. = DÖV 2002, S. 299 ff. = NVwZ 2002, S. 604 ff. = ZBR 2002, S. 178 mit Anm. Schnellenbach) entstandenen Unklarheiten bei der Feststellung des Anordnungsgrundes nicht zu Lasten des Beamten wirken zu lassen, der vorläufigen Rechtsschutz begehrt (Bestätigung des Beschlusses des VG Oldenburg vom 16. Mai 2002 - 6 B 762/02 -, Homepage.

2. Auswahlentscheidungen sind unter strikter Beachtung des § 8 Abs. 1 Satz 1 des Niedersächsischen Beamtengesetzes (Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung) zu treffen und nicht nur unter "hinreichender Würdigung" dieses Maßstabs, wenn es um die Besetzung eines Beförderungsdienstpostens durch Beförderungsbewerber geht.

3. Einer Auswahlentscheidung der bezeichneten Art sind regelmäßig aktuelle dienstliche Beurteilungen zugrunde zu legen.

4. Beim Fehlen aktueller dienstlicher Beurteilungen kann der Einwand des Dienstherrn keine Bedeutung erlangen, selbst bei unterstellt gleicher Eignung zwischen ausgewählter Beamtin und abgelehntem Beamten sei der Beamtin jedenfalls nach § 5 Satz 1 des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes der Vorrang zu geben; dies gilt insbesondere dann, wenn keine Prüfung der Härteklausel zugunsten des Beamten ersichtlich ist. Dieser Einwand lässt im übrigen außer Acht, dass der abgelehnte (männliche) Bewerber sich als besser geeignet erweisen könnte.

5. Die Grundsätze finden auch bei der Besetzung von Beförderungsdienstposten durch Beförderungsbewerber Anwendung.

VG-SIGMARINGEN – Urteil, 2 K 532/02 vom 06.06.2002

1. Die Auswahlentscheidung zwischen Beförderungsbewerbern ist ausreichend begründet, wenn die Themen des Auswahlgesprächs mit den Bewerbern genannt werden. Der Gesprächsinhalt muss in der Begründung nicht wiedergegeben werden (vgl Beschluss der Kammer vom 02.11.2001 -2 K 1444/01-, NVwZ-RR 2002, 280 im Eilverfahren zwischen den Beteiligten).

2. Die Frauenförderung hat als Hilfskriterium bei der Auswahlentscheidung nach § 9 Abs 1 FFG (FrFöG BW) Vorrang, wenn keine "Gründe von größerem rechtlichen Gewicht" entgegenstehen (im Anschluss an EuGH, Urteile vom 28.03.2000, Rs C-158/97 – Badeck, NJW 2000, 1549 und vom 11.11.1997, Rs C-409/95 – Marschall, NJW 1997, 3429; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 04.02.2000, DÖD 2000, 137 zum nordrhein-westfälischen Beamtenrecht).

3. Zulassung der Berufung.

VG-STADE – Urteil, 3 A 404/01 vom 29.04.2002

Ein sachlicher Grund das Auswahlverfahren abzubrechen kann auch darin liegen, dass sich die Umsetzung eines der Bewerter als ermessensgerecht herausstellt und deswegen eine "Bestenauslese" nicht (mehr) erforderlich zur Stellen/- Dienstpostenbesetzung ist.


Seite:  1 ...  3  4  5  6  7 


Weitere Begriffe


Anwaltssuche auf JuraForum.de



» Für Anwälte »

Gesetze

Urteile nach Rechtsgebieten

JuraForum-Newsletter

Kostenlose aktuelle Urteile und Rechtstipps per E-Mail:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

Sie lesen gerade: Stellenbesetzung - Urteile © JuraForum.de — 2003-2015

Kanzleinews einstellen | Sitemap | RSS | Kontakt | Team | Jobs | Werbung | Presse | Datenschutz | AGB | Impressum