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JuraForum.deUrteileSchlagwörterPplanerische Abwägung 

planerische Abwägung – Urteile online finden

Entscheidungen und Beschlüsse der Gerichte zum Schlagwort „planerische Abwägung“.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 5 S 462/95 vom 04.07.1996

1. Es ist mit dem Abwägungsgebot unvereinbar, in einem Bebauungsplan ein (gemäß § 34 BauGB) bebaubares, in privater Hand befindliches  Grundstück als Sondergebiet für eine Kunstausstellungshalle festzusetzen, wenn diese Zweckbestimmung mangels konkreter Realisierungsmöglichkeit und Wirtschaftlichkeit das Grundstück praktisch entwertet.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 10 S 966/94 vom 21.06.1994

1. Die behördliche Verlängerung nach § 18 Abs 3 BImSchG einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb eines privilegierten Außenbereichsvorhabens (hier Tierkörpersammelstelle) stellt nicht ohne weiteres deshalb einen rechtswidrigen Eingriff in die Planungshoheit der Gemeinde dar, weil diese nach Bestandskraft der Genehmigung die Absicht faßt, erhebliche Teile des Außenbereichs einschließlich des zukünftigen Betriebsgeländes in ihrem Flächennutzungsplan als Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft darzustellen.

2. Zur drittschützenden Wirkung des § 18 Abs 3 BImSchG.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 10 S 289/92 vom 08.10.1992

1. Unter "Lagern" im Sinne des § 48 Abs 1 Satz 1 Nr 5 2. Halbsatz VwGO fällt auch das nur vorübergehende Zwischenlagern von Sonderabfällen (Abgrenzung zum bloßen Bereitstellen von Sonderabfällen zur Sammlung).

2. Allein aus dem Fehlen von Versagungsgründen nach § 8 Abs 3 AbfG ergibt sich noch kein Rechtsanspruch des Vorhabensträgers auf Zulassung einer Abfallentsorgungsanlage im Wege der Planfeststellung (im Anschluß an BVerwG, Urt v 27.3 1992, DVBl 92, 1233).

3. Die Tatsache, daß die Standortgemeinde das für ein privates Sonderabfallzwischenlager vorgesehene Grundstück erwirbt, um dessen Errichtung zu verhindern, führt jedenfalls dann nicht zur Abwägungsunerheblichkeit ihrer Eigentümerstellung, wenn der Grundstückserwerb zugleich der Durchsetzung hinreichend bestimmter städtebaulicher Vorstellungen dient.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 5 S 1148/90 vom 04.12.1991

1. Bei der Verpflichtung des Trägers der Straßenbaulast, nach seiner Leistungsfähigkeit die Straßen in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügenden und den allgemein anerkannten Regeln des Straßenbaus entsprechenden Zustand zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern oder sonst zu verbessern, handelt es sich nicht um einen Planungsleitsatz, sondern um eine im Rahmen der Abwägung zu beachtende Zielbestimmung.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 8 S 1476/91 vom 28.11.1991

1. Das Gebiet iS von § 172 Abs 1 S 1 Nr 1 BauGB kann auch ein einzelnes Gebäude sein, wenn weitere schützenswerte Flächen nicht vorhanden sind.

OVG-MECKLENBURG-VORPOMMERN – Urteil, 3 K 8/04 vom 21.03.2007

1. Eine Gemeinde kann Mitglied einer Eigentümergemeinschaft sein, um in der Anlage eine gemeindliche Einrichtung zu betreiben (hier: Multifunktionshalle).

2. Ist eine Gemeinde Mitglied einer Eigentümergemeinschaft, kann die Eigentümerversammlung den Verwalter nicht mit der Erhebung einer Normenkontrollklage gegen einen Bebauungsplan dieser Gemeinde beauftragen.

3. Ein Gewerbetreibender hat im Rahmen der Abwägung in einem Bauleitplanverfahren weder einen Anspruch darauf, dass eine vorhandene Wettbewerbssituation nicht verschlechtert wird, noch ist sein dahin gehendes Interesse schutzwürdig. Ein solches Vertrauen kann auch nicht in der Vereinbarung einer Eigentümergemeinschaft mit der Gemeinde gesehen werden, da dies mit § 2 Abs. 2 BauGB a.F./ § 1 Abs. 3 Satz 2 BauGB n.F. nicht vereinbar wäre.

BVERWG – Urteil, BVerwG 4 C 13.04 vom 18.08.2005

Der Flächennutzungsplan darf bei der Darstellung der Art der Bodennutzung nicht über Grundzüge hinausgehen.

Welche Darstellungen zu den Grundzügen der Art der Bodennutzung gehören, hängt nicht von dem Grad ihrer Bestimmtheit, sondern davon ab, ob sie den Bezug zur jeweiligen städtebaulichen Konzeption "für das ganze Gemeindegebiet" (§ 5 Abs. 1 Satz 1 BauGB) wahren. Unter dieser Voraussetzung können auch Grenzwerte für Geruchsimmissionen festgelegt werden.

Will die Gemeinde die städtebauliche Entwicklung im Außenbereich mittels Bauleitplanung steuern, darf sie sich grundsätzlich auf den Flächennutzungsplan beschränken.

Der Flächennutzungsplan darf für den Außenbereich nicht aufgrund des Bestimmtheitsgrades seiner Darstellungen faktisch an die Stelle eines Bebauungsplans treten.

Auch im Flächennutzungsplan genau festgelegte Immissionsgrenzwerte unterliegen der nachvollziehenden Abwägung.

BVERWG – Urteil, BVerwG 4 CN 7.03 vom 30.06.2004

1. Nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost können "Flächen für den Gemeinbedarf" nach § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB für die Grundversorgung mit Postdienstleistungen (Universaldienst im Sinne von §§ 11 ff. PostG) festgesetzt werden.

2. Die kommunale Bauleitplanung darf sich dem Strukturwandel im Postwesen nicht verschließen. Das Interesse der Deutschen Post AG an einer wirtschaftlichen Nutzung ihres Grundeigentums sowie die Rahmenbedingungen der privatwirtschaftlichen Erbringung von Postdienstleistungen sind bei der planerischen Abwägung zu berücksichtigen.

BVERWG – Beschluss, BVerwG 9 VR 14.02 vom 05.11.2002

1. Grundsätzlich hat diejenige Planung Rücksicht auf die konkurrierende Planung zu nehmen, die den zeitlichen Vorsprung hat (sog. Prioritätsgrundsatz). Voraussetzung ist dafür eine hinreichende Verfestigung der Planung, die einen Vorrang beansprucht.

Bezüglich eines Fachplanungsvorhabens markiert in der Regel erst die Auslegung der Planunterlagen den Zeitpunkt einer hinreichenden Verfestigung. Abweichendes gilt im Falle eines gestuften Planungsvorgangs mit verbindlichen Vorgaben, wie er bei der gesetzlichen Bedarfsfeststellung im Fernstraßenausbaugesetz vorliegt. Je nach den Umständen des Einzelfalles kann hier schon vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens eine Verfestigung bestimmter fachplanerischer Ziele eintreten.

2. Auch unter Berufung auf ihre Planungshoheit kann eine Gemeinde eine umfassende objektiv-rechtliche Planprüfung nicht fordern.

BAYERISCHER-VGH – Urteil, 22 A 04.40063 vom 11.03.2005



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