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Entscheidungen der Gerichte




OLG-HAMBURG – Urteil, 3 U 13/09 vom 30.06.2009

Rechtsgebiete:UWG, HWG, GG, Richtlinie 2001/83/EG, EUV, EMRK
Stichwort:Medizinprodukt
Leitsatz:Bei richtlinienkonformer Auslegung des § 11 Abs. 1 Nr. 2 HWG in Verbindung mit Art. 90 lit. f) der Richtlinie 2001/83/EG darf ein für die Behandlung von Kopflausbefall zugelassenes Arzneimittel auch dann nicht unter Verwendung eines Testergebnisses der Stiftung Warentest beworben werden, wenn die Werbung keine (auch nur mittelbare) Gesundheitsgefährdung verursacht.

Im durch die Richtlinie 2001/83/EG gemeinschaftsrechlich vollharmonisierten Bereich der Arzneimittelwerbung ist für eine nach Maßgabe des Art. 12 Abs. 1 GG vorgenommene verfassungskonforme Auslegung des § 11 Abs. 1 Nr. 2 HWG als konkreter Gefährdungstatbestand kein Raum. Nach der Rechtsprechung des BVerfG (Beschluss v. 22.10.1986, Az. 2 BvR 197/83 - Solange II; Beschluss vom 7.6.2000, Az. 2 BvL 1/97 - Bananenmarktordnung) ist derzeit sekundäres Gemeinschaftsrecht nicht am Maßstab der Grundrechte zu prüfen. Auf der Ebene der Fachgerichte tritt wegen des aus Art. 19 Abs. 4 GG folgenden Gebots des effektiven Rechtsschutzes an die Stelle der Prüfung deutscher Grundrechte eine Grundrechtsprüfung nach dem Maßstab des europäischen Rechts.

Die Auslegung des § 11 Abs. 1 Nr. 2 HWG, Art. 90 lit. f) der Richtlinie 2001/83/EG als abstrakter Gefährdungstatbestand ist mit dem gemäß Art. 6 Abs. 2 EUV verbindlichen höherrangigen Gemeinschaftsrecht - insbesondere dem europarechtlichen Grundrecht der Berufsfreiheit sowie dem Recht auf freie Meinungsäußerung gemäß Art. 10 EMRK - vereinbar.
Volltext: OLG-HAMBURG - Urteil, 3 U 13/09



OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN – Beschluss, 13 B 1488/08 vom 13.11.2008

Rechtsgebiete:HPG, GG
Stichwort:Medizinprodukt
Leitsatz:Laser-Ohrakupunktur erfordert Heilpraktikererlaubnis.
Volltext: OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN - Beschluss, 13 B 1488/08

BGH – Beschluss, I ZR 133/07 vom 17.07.2008

Rechtsgebiete:UWG, MPG
Stichwort:Medizinprodukt
Leitsatz:Ein Importeur, der aus Frankreich importierte Medizinprodukte ohne deutschsprachige Umverpackung und Gebrauchsanweisung in Deutschland an einen Fach- und Zwischenhändler zum Zwecke des Weiterexports in französischsprachige Länder abgibt, handelt nach §§ 3, 4 Nr. 11 UWG i.V. mit §§ 6, 7 MPG wettbewerbswidrig, wenn er nicht durch geeignete Maßnahmen sicherstellt, dass sein Abnehmer die Waren tatsächlich weiterexportiert und nicht an Endverbraucher in Deutschland abgibt.
Volltext: BGH - Beschluss, I ZR 133/07

OLG-KOELN – Urteil, 6 U 9/08 vom 20.06.2008

Rechtsgebiete:HWG, UWG
Stichwort:Medizinprodukt
Volltext: OLG-KOELN - Urteil, 6 U 9/08


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