JuraForum.de > Urteile > Schlagwörter > M > materielle Frist
| Rechtsgebiete: | VwVfG, VO (EWG) Nr. 1765/92, VO (EWG) Nr. 3887/92 |
| Schlagworte: | Antragsfrist, materielle Frist, Verfahrensfrist, Wiedereinsetzung, höhere Gewalt, Deutsche Post AG |
| Stichwort: | materielle Frist |
| Leitsatz: | Höhere Gewalt im Sinne des europäischen Gemeinschaftsrechts setzt voraus, dass der Nichteintritt einer Tatsache auf Umständen beruht, die vom Willen desjenigen, der sich hierauf beruft, unabhängig sowie ungewöhnlich und unvorhersehbar sind und deren Folgen trotz aller Sorgfalt nicht hätten vermieden werden können. Der Verlust einer Briefsendung auf dem Postwege kommt als ein Fall höherer Gewalt im Sinne des Gemeinschaftsrechts in Betracht. |
| Volltext: BVERWG - Urteil, BVerwG 3 C 27.03 | |
| Rechtsgebiete: | EWG Nr. 334/93 d. Komm. v. 15.02.1993 i. d. Fassung d. EWG Nr. 1870/95 d. Komm. v. 26.07.1995, EWG Nr. 2220/85 v. 22.07.1985 i. d. Fassung d. EWG Nr. 1181/87 v. 29.04.1987, Kulturpflanzen-Ausgleichszahlungs-VO i. d. Neuf. v. 01.02.1995, geändert d. d. 8. |
| Schlagworte: | Kautionsverfall, Frist, materielle Frist, Fristversäumung, höhere Gewalt, Wiedereinsetzung, Vorrang, materielle Beweislast, öffentliche Urkunde |
| Stichwort: | materielle Frist |
| Leitsatz: | Die gemäß Art. 8 Abs. 4 a der Verordnung (EWG) Nr. 334/93 in:der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 1870/95 in Verbindung mit § 15 e Satz l Nr. 1 der Kulturpflanzers Ausgleichszahlungs-Verordnung dem Aufkäufer obliegende Pflicht, der zuständigen Behörde die Lieferung von bestimmten, auf Stilllegungsflächen geernteten Ausgangserzeugnissen bis spätestens 15. September eines Jahres mitzuteilen, ist eine untergeordnete Pflicht im Sinne von Art. 20 Abs. 4 und Art. 24 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2220/85 in der Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 1181/87. Der Aufkäufer trägt die materielle Beweislast dafür, dass die genannte Mitteilung binnen der Frist bei der zuständigen Behörde eingegangen ist. Art. 24 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2220/85 in der Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 1181/87 wird hinsichtlich der Ausnahme, wonach die Nichterfüllung einer oder mehrerer untergeordneter Pflichten nicht zum Verfall von 15 % des betroffenen Teilbetrags der Sicherheit führt, sofern höhere Gewalt die Erfüllung verhindert hat, nicht durch § 32 VwVfG verdrängt. § 32 VwVfG ist hier ausgeschlossen, da dieser nationalen Norm die gemeinschaftsrechtliche Vorschrift entgegensteht und die gemeinschaftsrechtliche Vorschrift dem nationalen Recht vorgeht. Eine Fristversäumnis beruht nicht deshalb auf höherer Gewalt, weil der Absender einer Briefsendung auf ein Hinweisschild der Deutschen Post AG vertraut hat; wonach "in der Regel" am Tag nach dem Einwurf in den Briefkasten zugestellt werde. |
| Volltext: HESSISCHER-VGH - Urteil, 8 UE 2924/99 | |
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