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JuraForum.deUrteileSchlagwörterKKürzung des Pflegegeldes 

Kürzung des Pflegegeldes

Entscheidungen der Gerichte

VG-OLDENBURG – Urteil, 13 A 3270/06 vom 26.06.2007

1. Der durch das Kinider- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetzes (KICK) vom 8. September 2005 neu eingefügte § 39 Abs. 4 Satz 4 SGB VIII gewährt der zuständigen Jugendhilfebehörde einen Ermessensspielraum bei der Entscheidung, ob und in welcher Höhe das Pflegegeld gekürzt wird. Dabei muss die Behörde die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigen. Eine generalisierende Betrachtungsweise verbietet sich daher.2. Bei der Prüfung, ob eine Kürzung des Pflegegeldes in Betracht kommt, muss das Jugendamt die wirtschaftlichen Verhältnisse der Pflegeperson berücksichtigen. Das gilt auch dann, wenn das Jugendamt beabsichtigt, das Pflegegeld lediglich um den Pauschalbetrag für die Kosten der Erziehung (sog. "Erziehungsfreibetrag") zu kürzen.3. Von Bedeutung sind für die Ausübung des Ermessens weiterhin die Lebensumstände der Pflegeperson und des Pflegekindes sowie der Unterhaltsbedarf des Pflegekindes.4. § 39 Abs. 4 Satz 4 SGB VIII knüpft ausdrücklich an die Unterhaltsverpflichtung der Pflegeperson an. Daher ist bei der Entscheidung über die Kürzung des Pflegegeldes zu berücksichtigen, ob die Pflegeeltern aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nach Abzug des angemessenen Selbstbehalts aus § 1603 Abs. 1 BGB tatsächlich zum Unterhalt verpflichtet sind.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 7 S 1082/00 vom 16.12.2002

§ 69 c Abs. 3 BSHG findet bei jeder teilstationären Betreuung eines Pflegebedürftigen Anwendung. Der Sozialhilfeträger kann eine angemessene Kürzung des Pflegegeldes nach § 69 a BSHG auch dann vornehmen, wenn er selbst die Kosten dieser Maßnahme nicht zu tragen hat.

VG-GELSENKIRCHEN – Urteil, 18 K 2151/11 vom 13.12.2012

1. Werden Prüfer im Überdenkensverfahren abgelöst, sind die neuen Prüfer nicht darauf beschränkt, die geltend gemachten Einwände nach den Beurteilungsmaßstäben der alten Prüfer zu berücksichtigen.

2. Die Prüfung einer Verfassungsbeschwerde und einer Grundgesetzänderung im Rahmen der Laufbahnprüfung kommunaler Verwaltungsdienst ist grundsätzlich zulässig.

VG-BRAUNSCHWEIG – Beschluss, 3 B 165/06 vom 03.04.2006

(KICK vom 08.09.2005, BGBl. I S. 2729) Sind Großeltern, die ein Enkelkind i. S. v. §§ 27, 33 SGB VIII pflegen, aus finanziellen Gründen nicht unterhaltsverpflichtet, kommt eine Pflegegeldkürzung gemäß § 39 Abs. 4 S. 4 SGB VIII allenfalls hinsichtlich des immateriellen Erziehungsbeitrages in Betracht.

BAYERISCHER-VGH – Urteil, 12 B 98.50 vom 20.02.2003

VG-KARLSRUHE – Urteil, 2 K 413/00 vom 12.12.2002

Ein Pflegebedürftiger hat auch bei einer "Rund-um-die-Uhr-Betreuung" durch professionelle Pflegekräfte einen Anspruch auf (gekürztes) Pflegegeld.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 6 S 2740/93 vom 18.10.1995

1. Zum Verhältnis von § 69 Abs 3 S 3 zu Abs 4 S 3 BSHG (F: 1991-01-10).

2. Die Höhe des Pflegegeldanspruchs eines Sozialhilfeempfängers, der teilstationär in einer Einrichtung nach § 100 Abs 1 Nr 1 BSHG betreut wird und sowohl Geldleistungen nach § 57 SGB V (SGB 5) als auch Pflegegeld nach § 69 BSHG (F: 1991-01-10) erhält, berechnet sich in der Weise, daß zunächst von dem Pflegegeldsatz des § 69 Abs 4 S 1 BSHG (F: 1991-01-10) der (20%ige) Kostenanteil für die teilstationäre Betreuung und danach ein Anteil der Geldleistung nach § 57 SGB V (SGB 5) in Höhe von 200,-- DM abgezogen wird.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 7 S 2019/92 vom 18.02.1993

1. Anspruchsberechtigt für das Begehren um Pflegegeld nach Art 1 § 39 KJHG ist das Pflegekind.

2. Pflegegeld nach § 6 Abs 2 JWG wurde nicht durch einen Dauerverwaltungsakt, sondern von Monat zu Monat durch stillschweigende Fortzahlung stetig neu bewilligt. Bedarfsanpassungen erfordern deshalb keine Bescheidänderungen.

3. Die im Rahmen des Art 1 § 39 Abs 6 KJHG bei der Anrechnung des Kindergeldes erfolgende Teilung des Gesamtkindergeldbetrages durch die Anzahl der im Haushalt befindlichen Kinder entsprechend § 54 Abs 4 Satz 2 SGB-I (SGB 1) ist rechtlich unbedenklich.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 6 S 1562/90 vom 28.08.1991

1. Teilstationäre Betreuung, derentwegen das pauschalierte Pflegegeld im Sinne des § 69 Abs 4 S 3 BSHG gekürzt werden darf, liegt nur vor, wenn sie als eine vom überörtlichen Träger der Sozialhilfe (oder von einer von diesem beauftragten Stelle) veranlaßte und hinsichtlich der Kosten verantwortete Maßnahme im Sinne des § 100 Abs 1 Nr 1 Halbs 1 BSHG tatsächlich durchgeführt wird (im Anschluß an BVerwG, Urteil vom 14.03.1991 - 5 C 34/89 - NDV 1991, 261 unter Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung des Senats, vergleiche Urteil vom 03.02.1987 - 6 S 2186/86 -, ESVGH 37, 135).


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