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Gleichstellungsgebot

Entscheidungen der Gerichte

LAG-NIEDERSACHSEN – Beschluss, 6 TaBV 33/07 vom 26.11.2007

1. § 14 Abs.3 AÜG beinhaltet eine Rechtsgrundverweisung und keine Rechtsfolgenverweisung auf § 99 BetrVG.

2. Für die Frage, ob der Tendenzschutz nach § 118 BetrVG das Mitbestimmungsrecht des Entleiherbetriebsrates einschränkt, ist auf die Verhältnisse im Entleiherbetrieb und den dortigen Einsatz des Leiharbeitnehmers abzustellen.

3. Arbeitnehmerüberlassung durch eine Personaldienstleistungsgesellschaft, deren Geschäftsführer zugleich Personalleiter des einzigen Entleiherbetriebes ist und deren Gesellschafter identisch mit denen dieses Entleiherbetriebes sind, verstößt nicht gegen das AÜG.

4. Der Entleiher wird auch dann nicht Arbeitgeber des Leiharbeitnehmers, wenn der Verleiher die behördliche Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung hat, aber im Rahmen des Arbeitsverhältnisses mit dem Leiharbeitnehmer das Gleichstellungsgebot nach §§ 3 Abs.1 Nr.2, 9 Nr.2 AÜG verletzt.

5. Dem Entleiherbetriebsrat steht auch dann kein Mitbestimmungsrecht zur Eingruppierung des Leiharbeitnehmers zu, wenn der Verleiher das Gleichstellungsgebot nach §§ 3 Abs.1 Nr.3, 9 Nr.2 AÜG verletzt.

BAG – Beschluss, 1 ABR 35/08 vom 21.07.2009

Der Betriebsrat im Betrieb des Entleihers kann seine Zustimmung zur Übernahme eines Leiharbeitnehmers nicht mit der Begründung verweigern, die Arbeitsbedingungen des Leiharbeitnehmers verstießen gegen das Gleichstellungsgebot von § 3 Abs. 1 Nr. 3, § 9 Nr. 2 AÜG ("equal-pay-Gebot").

LAG-DUESSELDORF – Urteil, 12 Sa 576/12 vom 29.08.2012

1.Die arbeitsvertragliche Verpflichtung, keine Auskunft gemäß § 13 AÜG einzuholen, ist jedenfalls gemäß § 307 Abs. 1 BGB rechtsunwirksam.^

2.Wird im Betrieb des Entleihers ein Tarifvertrag angewandt, ergibt die unionsrechtskonforme Auslegung, dass der Leiharbeitnehmer die Vergütung verlangen kann, die er erhielte, wenn er unmittelbar in den Entleiherbetrieb eingestellt und dort in das einschlägige Entgeltrahmenabkommen eingestuft worden wäre.

3.Die einzelvertragliche Bezugnahme auf Teile eines unwirksamen Tarifvertrags (hier Ausschlussfristen) durch eine Globalverweisung auf den gesamten Tarifvertrag wirkt wie eine unzulässige salvatorische Klausel und ist deshalb rechtsunwirksam.

4.Es bleibt offen, ob die einmonatige Ausschlussfrist in § 10 MTV DGB-iGZ mit dem aus dem europäischen Recht abgeleiteten Grundsatz der Äquivalenz vereinbar ist.

5.Die unionsrechtskonforme am Grundsatz der Effektivität des Rechtsschutzes orientierte Auslegung ergibt, dass von der einmonatigen Ausschlussfrist des § 10 MTV DGB-iGZ keine Ansprüche auf gleichen Lohn gemäß § 10 Abs. 4 Satz 1, 4 AÜG erfasst sind.

6.Jedenfalls seit der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 07.12.2009 (-23 TaBV 1016/09, LAGE Nr. 8 zu § 2 TVG) kann der Arbeitgeber sich im Rahmen der Verzugszinsen nicht auf einen unverschuldeten Rechtsirrtum berufen.

ARBG-KOELN – Urteil, 17 Ca 9062/09 vom 12.05.2011

Kwin Leitsatz

LSG-NIEDERSACHSEN-BREMEN – Urteil, L 2 R 195/07 vom 18.03.2009

Auch die Zeit eines sich an den Abschluss einer "Maitrise de Sciences Physiques" anschließenden französischen Ingenieurhochschulstudiums kann als Anrechnungszeit in Form des Hochschulbesuchs nach § 58 Abs 1 Satz 1 Nr 4 SGB VI berücksichtigt werden.

LSG-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, L 4 P 2769/06 vom 07.12.2007

Die Schiedsstelle überschreitet den ihr eingeräumten Beurteilungsspielraum, wenn sie für die Festsetzung der Pflegesätze eines Pflegeheims, das ein nicht tarifgebundener Heimträger betreibt, im externen Vergleich nur die Pflegeheime in den Vergleich mit einbezieht, deren Träger ebenfalls nicht tarifgebunden sind.

VG-FRANKFURT-AM-MAIN – Urteil, 9 E 2418/07 vom 03.12.2007

Die nach § 20 Abs. 1, 4 EZulV zu gewährende Wechselschichtzulage unterliegt nicht der Kürzung nach § 6 Abs. 1 BBesG und ist deshalb Teilzeitbeschäftigten bei Erfülung der tatbestandlichen Voraussetzungen in voller Höhe zu gewähren.

LAG-NIEDERSACHSEN – Urteil, 7 Sa 105/06 E vom 22.03.2007

1. Der Arbeitgeber ist nach § 18 Abs. 5 BGleiG verpflichtet, einer freigestellten Gleichstellungsbeauftragten eine berufliche Entwicklung angedeihen zu lassen, wie sie ohne die Übernahme des Amtes eingetreten wäre. 2. Eine Benachteiligung wegen ihrer Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte bzw. ihrer Freistellung liegt vor, wenn die Klägerin unter sämtlichen Bewerbern auf diesen Dienstposten als Ausschreibungssiegerin hervorgegangen wäre, das heißt, wenn sie unter Berücksichtigung der Auswahlkriterien des Art. 33 Abs. 2 GG als die Bestqualifizierte hervorgegangen wäre oder dies nur deswegen nicht der Fall ist, weil ihr die maßgeblichen fachlichen oder beruflichen Qualifikationen gerade wegen ihrer Tätigkeit als freigestellte Gleichstellungsbeauftragte fehlen. Anderenfalls würde sie entgegen § 18 Abs. 5 BGleiG wegen ihrer Tätigkeit in ihrer beruflichen Entwicklung begünstigt werden. 3. Ein Verstoß gegen § 7 Abs. 3 BGleiG (nicht paritätische Besetzung der Auswahlkommission) ist nicht adäquat kausal für die Nichtbeförderung der Klägerin. Da eine Frau ausgewählt wurde, sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Ablehnung der Bewerbung der Klägerin auf ihrem Geschlecht beruht.

VG-KARLSRUHE – Urteil, 2 K 1420/03 vom 09.09.2004

Ein Nicht-Unions-Bürger, der eine gleichgeschlechtliche Ehe mit einem nach Art. 39 EGVtr freizügigkeitsberechtigten Arbeitnehmer geschlossen hat, ist kein ?Ehegatte? im Sinne von Art. 10 Abs. 1 Buchst a EWGV 1612/68 über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Gemeinschaft und hat daher keinen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis-EG nach § 7 Abs. 1 AufenthEWGG.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 6 S 856/96 vom 08.07.1997

1. Begehrt ein in eheähnlicher Gemeinschaft lebender Hilfesuchender die Übernahme der von ihm aufgewendeten freiwilligen Krankenversicherungsbeiträge, so folgt aus dem Besserstellungsverbot des § 122 S 1 BSHG, daß das Einkommen des verdienenden Partners gemäß § 11 Abs 1 S 2 BSHG bei der Feststellung der Bedarfslage mit zu berücksichtigen ist (Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 9 S 2345/90 vom 17.08.1992

1. Das in Art 6 Abs 2 GG verbürgte elterliche Erziehungsrecht umfaßt nicht kollektive Mitwirkungsrechte in der Schule (wie BVerfGE 59, 360, 380f).

2. Nach derzeit in Baden-Württemberg geltendem Landesschulrecht steht das Wahlrecht zum Klassenelternvertreter nur den Personensorgeberechtigten oder (alternativ) solchen Personen zu, denen die Personensorgeberechtigten die Ausübung des Erziehungsrechts außerhalb der Schule insgesamt übertragen haben. Die personelle Erweiterung des Wahlrechts, zB für den Vater eines nichtehelichen Kindes, der mit der allein sorgeberechtigten Mutter und dem Kind in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft lebt, ist eine rechtspolitische, vom zuständigen Gesetzgeber zu treffende Entscheidung.


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