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Entscheidungen der Gerichte

OLG-KOELN – Beschluss, 16 Wx 50/96 vom 25.04.1996

Anfechtung von Beschlüssen der Wohnungseigentümerversammlung

WEG §§ 43 Abs. 1 Nr. 4, 23 Abs. 4 S. 2 Die Frist zur Anfechtung von Beschlüssen einer Wohnungseigentümerversammlung kann nicht dadurch gewahrt werden, daß innerhalb der Frist vorsorglich die ,innerhalb der Eigentümerversammlung gefaßten Beschlüsse vorbehaltlich der Benennung der konkret anzufechtenden Tagesordnungspunkte" angefochten werden und nach Ablauf der Frist dann die Konkretisierung erfolgt. Die für die Beschlußanfechtung gesetzte Antragsfrist dient als Ausschlußfrist der Rechtssicherheit. Sie kann diese Aufgabe nur erfüllen, wenn aufgrund des Antrages innerhalb der Frist feststeht, welche Beschlüsse im einzelnen angefochten werden sollen.

OLG-KOELN – Urteil, 20 U 109/95 vom 15.12.1995

Verhaltenspflichten von Miteigentümern in der

Teilungsversteigerung

1. Die Teilhaber einer Rechtsgemeinschaft

(§ 741 BGB) haften einander grundsätzlich nicht aus positiver

Vertragsverletzung, wenn zwischen ihnen keine weitergehenden

Rechtsbeziehungen bestehen. 2. Ein Teilhaber haftet den übrigen

insbesondere nicht deshalb, weil er im Teilungsversteigerungstermin

eine im Wesentlichen zutreffende Mängelliste mit dem Ziel

verbreitet, den Zuschlag zu einem möglichst geringen Gebot zu

erhalten; es sei denn, sein Vorgehen erfüllt die Voraussetzungen

des § 826 BGB.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 10 S 828/95 vom 04.08.1995

1. Zur Rechtmäßigkeit von Erkundungs- und Sanierungsanordnungen nach §§ 24f LAbfG (AbfG BW) gegenüber dem - vom Verursacher der Altlast verschiedenen - ehemaligen Eigentümer eines Altlastengrundstücks.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 8 S 525/95 vom 27.03.1995

1. Die Haftung des Verhaltensstörers hat keinen Vorrang vor der des Zustandsstörers. Die von der Behörde für die Inanspruchnahme des Verhaltensstörers gegebene Begründung, der Zustandsstörer könne nur dann herangezogen werden, wenn tatsächliche oder rechtliche Unklarheiten bezüglich des Verhaltensstörers bestünden, ist daher ermessensfehlerhaft.

OLG-KOELN – Urteil, 6 U 178/94 vom 25.01.1995

1. Ein Interessen- bzw. Fachverband der privaten Krankenversicherer ist klagebefugt i.S. von § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG (n.F.).

2. Bausparkassen, die mangels konkurrierenden Leistungsangebots nicht in einem Wettbewerbsverhältnis zu einem Krankenversicherer (hier: Ersatzkasse) stehen, sind gem. § 13 Abs. 2 Nr. 1 UWG (n.F.) klagebefugt, wenn dieser Anschreiben an seine Mitglieder Werbematerial einer mit den Klägern konkurrierenden Bausparkasse beifügt.

3. Es verstößt gegen die guten Sitten im Wettbewerb, wenn eine Ersatzkasse, der als Körperschaft des öffentlichen Rechts seitens der Mitglieder ein besonderes Vertrauen entgegen gebracht wird, in Anschreiben an diese Werbeunterlagen einer Bausparkasse beifügt und diese Beilage als ,Beitrag zur Kostendämpfung" sowie - unter Bezugnahme auf ihr eigenes Tätigkeitsfeld - Bauspar-Verträge als ,Krankenversicherung ... für Ihr Haus ... bezeichnet". Eine solche Förderung fremden Wettbewerbs ist geeignet, den Wettbewerb unter den Bausparkassen wesentlich zu beeinträchtigen.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, PL 15 S 2803/93 vom 27.09.1994

1. Die Übertragung von Dienstaufgaben an einen Beamten nach Ende einer Beurlaubung ohne Bezüge bei einem anderen, nach § 9 Abs 2 LPVG (PersVG BW) personalvertretungsrechtlich verselbständigten Teil seiner Dienststelle erfüllt weder den Mitbestimmungstatbestand der Einstellung nach § 75 Abs 1 Nr 1 LPVG (PersVG BW) noch den der Versetzung an eine andere Dienststelle nach § 75 Abs 1 Nr 4 LPVG (PersVG BW).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 8 S 1198/94 vom 12.08.1994

1. Ein Vorkaufsrecht vermittelt - auch wenn es grundbuchrechtlich gesichert ist - keine eigentumsähnliche nachbarrechtliche Abwehrposition.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 9 S 2983/91 vom 23.11.1993

1. Ein Recht auf Gewährung von Akteneinsicht oder Information, das sich aufgrund der dem Verwaltungsrat in § 8 Abs 2 UG (UniG BW) eingeräumten Mitwirkungsrechte bei der Annahme von Mitteln und Aufträgen Dritter ergeben kann, steht - wenn überhaupt - nur dem Verwaltungsrat zur gesamten Hand zu; das einzelne Mitglied ist ohne spezielle Ermächtigung des Gesamtorgans nicht befugt, einen solchen Anspruch gegen die Universitätsverwaltung gerichtlich geltend zu machen.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 13 S 2244/93 vom 20.10.1993

1. Ein Ausländer, dessen Ausreise der Überwachung bedarf, weil er sich in Haft befindet, darf ohne vorherige Abschiebungsandrohung abgeschoben werden. Die Abschiebung ist ihm lediglich mindestens eine Woche vorher anzukündigen (anders 11. Senat des VGH Bad-Württ, zB Beschluß vom 4.11.1992 - 11 S 2216/92 -).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 2 S 802/91 vom 14.10.1993

1. Verletzung einer Nebenpflicht aus dem öffentlich-rechtlichen Benutzungsverhältnis einer Wasserversorgungseinrichtung (Schädigung von Pflanzen durch Aufgrabung). Einzelfall.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 4 S 668/92 vom 24.06.1993

1. Der Dienstherr kann sich bei der Zahlung von Bezügen an einen Abtretungsempfänger bei Unwirksamkeit der Abtretung (hier für Heimstättenbau wegen Überschreitens der vom Bundesverwaltungsgericht in BVerwGE 82, 364 erkannten Grenze) gegenüber dem Abtretenden auf den in § 409 Abs 1 BGB vorgesehenen Schuldnerschutz berufen.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 368/93 vom 06.05.1993

1. Die Abschiebung eines Ausländers nach Erlöschen der ihm erteilten Duldung setzt den Bestand einer zuvor erlassenen wirksamen Abschiebungsandrohung nach § 50 Abs 1 S 1 AuslG 1990 voraus, soweit nicht von einer solchen Abschiebungsandrohung ausnahmsweise abgesehen werden kann; lediglich der Erlaß einer erneuten Abschiebungsandrohung ist nach § 56 Abs 6 S 1 AuslG 1990 entbehrlich.

2. Eine "Ankündigung" der Abschiebung nach § 56 Abs 6 S 2 AuslG 1990 ersetzt eine nach § 50 Abs 1 S 1 AuslG 1990 erforderliche Abschiebungsandrohung nicht.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 529/93 vom 30.03.1993

1. § 53 Abs 3 AuslG 1990 bildet lediglich ein zeitweiliges Abschiebungshindernis formeller Art, das mit der (positiven oder negativen) Entscheidung über die Zulässigkeit der Auslieferung wegfällt.

2. Die Abschiebung in einen Staat, in dem der Ausländer eine Doppelbestrafung zu erwarten hat, ist nur dann unzulässig, wenn die ihn dort erwartende Strafe - auch mit Blick auf die Nichtanrechnung der in der BRD wegen derselben Tat erlittenen Strafe - unerträglich hart, mithin unter jedem denkbaren Gesichtspunkt unangemessen erscheint.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 1 S 2727/91 vom 16.11.1992

1. Das Sinken eines Schiffes begründet für sich genommen keinen öffentlichen Notstand im Sinne des Feuerwehrrechts (im Anschluß an das Urteil des Senats vom 18.11.1991, NJW 1992, 1470).

2. Durch einen Prozeßkostenhilfeantrag ausgelöste, vernünftige Zweifel an der finanziellen Leistungsfähigkeit des Handlungsstörers können die Inanspruchnahme des Zustandsstörers rechtfertigen.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 2216/92 vom 04.11.1992

1. Die Ordnungsmäßigkeit des Aufenthalts im Sinne von Art 3 Abs 3 ENA (EuNiederlAbk) beurteilt sich (ausschließlich) danach, ob die aufenthaltsrechtlichen Vorschriften über Einreise und Aufenthalt sowie die Regelungen über die Erwerbstätigkeit von Ausländern beachtet wurden.

2. Eine Abschiebungsanordnung ohne Abschiebungsandrohung ist auch dann rechtswidrig, wenn sich der Ausländer in Haft befindet. Ein Absehen von der Abschiebungsandrohung ist nur ausnahmsweise aufgrund einer ausdrücklichen, entsprechend begründeten Behördenentscheidung möglich, die durch die Gerichte nicht ersetzt werden kann (Ergänzung zum Senatsbeschluß vom 3.11.1992 - 11 S 1368/92 -).

3. Im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes ist der Streitwert regelmäßig auf 6.000,-- DM festzusetzen, wenn dem Ausländer bereits durch die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung ein legaler Aufenthalt und damit die Schaffung einer Lebensgrundlage im Bundesgebiet ermöglicht wurde (Bestätigung der ständigen Rechtsprechung des Senats). Eine Erhöhung dieses Streitwerts ist nicht angezeigt, wenn der Ausländer sich gegen die sofortige Vollziehbarkeit mehrerer, rechtlich selbständig zu beurteilender ausländerrechtlicher Maßnahmen (Ausweisung, Ablehnung der Aufenthaltsgenehmigung und Abschiebungsandrohung bzw Abschiebungsanordnung) wendet (aA VGH Bad-Württ, Beschluß vom 14.4.1992 - 1 S 2812/91 -).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 6/92 vom 26.05.1992

1. Finden nach der Übergangsregelung des § 11 Abs 4 der Arbeitsaufenthaltsverordnung die Vorschriften des Ausländergesetzes Anwendung, kann die Ausländerbehörde nach den §§ 7 Abs 1 und 15 AuslG ermächtigt sein, auf Grund eines Erlaubnisantrags dem Ausländer nach Ermessen eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, falls er keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis hat.

2. Nach § 7 Abs 2 Nr 1 AuslG wird die Aufenthaltsgenehmigung in der Regel schon dann versagt, wenn ein Ausweisungstatbestand erfüllt ist. Die Möglichkeit einer ermessensfehlerfreien Ausweisung ist nicht (zusätzlich) erforderlich (Anschluß an VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 24.2.1992 - 1 S 7/92 -).

3. Ist ein Regelversagungsgrund iS von § 7 Abs 2 AuslG erfüllt, darf eine Aufenthaltsgenehmigung nur ausnahmsweise erteilt werden. Ein Ausnahmefall ist gegeben, wenn die Abwägung des öffentlichen Interesses an einer Versagung der Aufenthaltsgenehmigung und der privaten Belange des Ausländers ergibt, daß der im Gesetz zum Ausdruck gebrachte Vorrang des Allgemeininteresses nicht besteht.

4. Bei der Ermessensausübung nach § 7 Abs 2 Nr 1 AuslG muß die Ausländerbehörde Rechtspositionen berücksichtigen, die ein türkischer Arbeitnehmer auf Grund von Art 6 Abs 1 des Beschlusses Nr 1/80 des Assoziationsrates EWG/Türkei erlangt hat.

5. Zu den Voraussetzungen, unter denen einem türkischen Arbeitnehmer die in Art 6 Abs 1 dritter Gedankenstrich des Beschlusses Nr 1/80 des Assoziationsrates EWG/Türkei vorgesehene Rechtsposition zugute kommt.

OLG-KOELN – Urteil, 27 U 98/91 vom 15.01.1992

1. Ein Factoring-Vertrag, durch den ein Zahnarzt Ansprüche gegen seine Patienten ohne deren Einwilligung an ein Inkassounternehmen verkauft, das als gewerbliches Unternehmen in der Rechtsform der GmbH betrieben wird, ist sittenwidrig und nichtig, weil durch diesen Vertrag die ärztliche Schweigepflicht verletzt wird. (Vgl. OLG Köln VersR 1991, ...; NJW 1991, 753; BGH VersR 1991, ....; NJW 1991, 2955).

2. Als rechtfertigende Einwilligung des Patienten mit dieser Art der Forderungseinziehung kommt nur eine unmißverständliche Kundgabe des Patienten in Betracht, mit der er auf den Schutz des Geheimnisses verzichtet.

3. Ein stillschweigendes nachträgliches Einverständnis des Patienten mit der Abrechnung des Honoraranspruchs des Zahnarztes über eine GmbH und damit eine Entbindung des Zahnarztes von seiner ärztlichen Schweigepflicht ist nicht ohne weiteres in einem im Prozeß der Zessionarin vom beklagten Patienten abgegebene Teilanerkenntnis zu sehen; für die Entschließung, einen Teil der Klageforderung anzuerkennen, kommen unterschiedliche Gründe in Betracht, ohne daß allein daraus auf eine Zustimmung zur Weitergabe der Behandlungsunterlagen zu schließen wäre. Ein nachträgliches Einverständnis wäre zudem nichtig, weil sich die Einwilligung notwendigerweise auf ein bevorstehendes, in der Zukunft liegendes Verhalten eines anderen beziehen muß; denn im Strafrecht ist jede nachträgliche Genehmigung für eine bereits begangene Tat bedeutungslos.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 4 S 290/91 vom 19.11.1991

1. Der bundesstaatliche Rechtsgrundsatz der Bundestreue und des bundesfreundlichen Verhaltens erstreckt sich grundsätzlich nicht auf die kirchlichen Körperschaften des öffentlichen Rechts.

2. Der im kirchlichen Dienst stehende Ehegatte eines Beamten ist nicht im Sinne von § 4 Abs 3 BVO (BhV) beihilfeberechtigt, wenn für ihn die Regelung einer kirchlichen Arbeits- und Vergütungsordnung gilt, wonach Beihilfe nicht gewährt wird Arbeitnehmern, die aufgrund einer Beschäftigung des Ehegatten im öffentlichen Dienst im Beihilfefall eine berücksichtigungsfähige Person darstellen. In einem solchen Fall steht dem Beamten auch die Beihilfe für die Säuglings- und Kleinkinderausstattung zu.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 8 S 524/90 vom 02.07.1990

1. Der Rechtsgrund für eine Leistung im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehung ist solange nicht entfallen, als eine hierfür gewährte Zusage nicht wirksam zurückgenommen wird.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 2 S 1119/89 vom 04.12.1989

1. Unter der Geltung des Art 24 BauO BW konnte eine Beitragspflicht für eine Straße nur entstehen, wenn sie auf Grund eines festgestellten Ortsbauplans hergestellt wurde.

LG-ESSEN – Urteil, 3 O 145/79 vom 05.12.1980

Teilungsversteigerung, Erbbaurecht, Drittwiderspruchsklage


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