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Flächenzahlung

Entscheidungen der Gerichte




SCHLESWIG-HOLSTEINISCHES-OVG – Urteil, 2 LB 7/08 vom 25.03.2009

Rechtsgebiete:MOG, VO (EG, Euratom), VO (EWG) Nr. 3887/92
Schlagworte:Flächenangabe, Flächenzahlung, Irrtum, Landwirtschaftsrecht, Rückforderung, Rücknahme, Unregelmäßigkeit, Verjährung, Vertrauen
Stichwort:Flächenzahlung
Leitsatz:1. Werden Flächenzahlungen unter Hinweis auf die Bewilligungsbescheide mit der Begründung zurückgefordert, die in den Beihilfeanträgen angegebenen Flächen lägen über den bei Vor-Ort-Kontrollen ermittelten Flächen, ist darin auch die konkludent erklärte, auf § 10 MOG zu stützende Rücknahme der Bewilligungen zu sehen.

2. Zur Verjährung von Rückzahlungsverpflichtungen.

3. Ein objektiver Verstoß gegen Bestimmungen des Gemeinschaftsrechts (hier: unzutreffende Flächenangaben) ist ausreichend, um eine Berufung des Leistungsempfängers auf einen Vertrauensschutz auszuschließen.
Volltext: SCHLESWIG-HOLSTEINISCHES-OVG - Urteil, 2 LB 7/08



NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Urteil, 10 LB 156/07 vom 24.04.2008

Rechtsgebiete:BGB, MOG, VO (EG) Nr. 2419/2001, VO (EG, EURATOM) Nr. 2988/95, VO (EWG) Nr. 3887/92, VwVfG
Schlagworte:Ausgleichszahlung, Flächenzahlung, Günstigkeitsprinzip, offensichtlicher Irrtum, System der Prämiengewährung, Unregelmäßigkeit, Vertrauensschutz, Wegfall der Bereicherung, Zinsen
Stichwort:Flächenzahlung
Leitsatz:Zum System der Prämiengewährung von Flächen- und Ausgleichszahlungen nach der Verordnung (EG) Nr. 2419/2001.

Zu den Anforderungen, unter denen ein offensichtlicher Irrtum im Sinne des Art. 12 Verordnung (EG) Nr. 2419/2001 anzunehmen ist.

Die Regelungen über den Vertrauensschutz nach nationalem Recht (hier: § 48 Abs. 2 VwVfG) gelten nur für die Antragsjahre bis 1998; für die Antragsjahre ab 1999 ist der Vertrauensschutz abschließend in den Verordnungen (EWG) Nr. 3887/92 und (EG) Nr. 2419/2001 geregelt.

Ist die Rückforderung von Beihilfen nach dem Gemeinschaftsrecht als verwaltungsrechtliche Sanktion im Sinne des Art. 2 Abs. 2 Satz 1 Verordnung (EG, EURATOM) Nr. 2988/95 anzusehen, gilt dies zugleich für die Festsetzung von Zinsen auf den Rückforderungsbetrag. In einem solchen Fall gilt auch für die Festsetzung der Zinsen das Günstigkeitsprinzip des Art. 2 Abs. 2 Satz 2 Verordnung (EG, EURATOM) Nr. 2988/95 (hier Anwendung der günstigeren Regelung in Art. 49 Abs. 3 Verordnung (EG) Nr. 2419/2001).
Volltext: NIEDERSAECHSISCHES-OVG - Urteil, 10 LB 156/07

BVERWG – Urteil, BVerwG 3 C 10.06 vom 25.07.2007

Rechtsgebiete:GG, VO (EG) Nr. 1251/1999, MOG, Flächenzahlungs-VO
Schlagworte:Flächenzahlung, Ausgleichszahlung, Kulturpflanzen, Getreidedurchschnittsertrag, Regionalisierung, Regionalisierungsplan, Erzeugungsregion, Bodenfruchtbarkeit, Bodenertragswert, Rechtsverordnung, Bundesverordnung, Landesverordnung, Subdelegation, Gleichheitssatz, Gleichbehandlungsgebot, effektiver Rechtsschutz, richterliche Lückenschließung, richterliche Notkompetenz
Stichwort:Flächenzahlung
Leitsatz:Der Bundesverordnungsgeber muss seiner Regelung ein bundesweit einheitliches Regelungsprinzip zugrundelegen. Er darf hiervon in Ansehung einzelner Länder nur abweichen, wenn dafür ein aus der Sache einleuchtender Grund besteht. Der von unterschiedlichen politischen Zielen geleitete Regelungswunsch der jeweiligen Landesregierung für sich genommen stellt einen solchen Grund nicht dar.

Die Festsetzung der Getreidedurchschnittserträge in der Anlage zur Flächenzahlungs-Verordnung verstößt gegen Art. 3 Abs. 1 GG.

Das Verwaltungsgericht darf eine Verpflichtungsklage nicht unter Hinweis auf den Regelungsspielraum des Verordnungsgebers abweisen, wenn der Verordnungsgeber dem Gebot, eine verfassungsgemäße Regelung zu schaffen, praktisch nur im Sinne der Klage nachkommen könnte.
Volltext: BVERWG - Urteil, BVerwG 3 C 10.06

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 10 S 385/05 vom 30.06.2005

Rechtsgebiete:EGV, EWGVO Nr. 3887/92, EGVO Nr. 2419/2001, EGVO Nr. 2988/1995, EGVO Nr. 1251/1999
Schlagworte:Unregelmäßigkeit, verwaltungsrechtliche Maßnahme, verwaltungsrechtliche Sanktion, Günstigkeitsregelung, Berechnungsgrundlage, Flächenzahlung, Nicht-Nahrungsmittelzwecke, Ackerkulturen, Stilllegung, Kürzung, Verpflichtung zur Rückzahlung, Zinszahlung
Stichwort:Flächenzahlung
Leitsatz:Es wird eine Entscheidung des EuGH zu der Frage eingeholt, ob Art. 2 Abs. 2 Satz 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2988/1995 auch dann anwendbar ist, wenn im Hinblick auf eine Unregelmäßigkeit im Sinne von Art. 1 Abs. 2 dieser Verordnung lediglich die Rückerstattung einer zu Unrecht bewilligten Beihilfe (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2988/1995) verlangt wird und die zu Unrecht gewährte Beihilfe aufgrund einer später in Kraft getretenen gemeinschaftsrechtlichen Bestimmung in einem geringeren Umfang zurückzuerstatten wäre als nach denjenigen gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften, die zum Zeitpunkt der Begehung der Unregelmäßigkeit galten.
Volltext: VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - Beschluss, 10 S 385/05


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