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Entscheidungen der Gerichte

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 3 S 1873/09 vom 12.10.2010

1. Unter dem Begriff der Stellungnahme im Sinne des § 3 Abs. 2 Satz 1 BauGB ist auch eine solche eines privaten Dritten zu verstehen. Ob sie ausgelegt werden muss, beurteilt sich danach, ob es sich um eine umweltbezogene Stellungnahme handelt und sie nach Einschätzung der Gemeinde wesentlich ist.

2. Die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zum artenschutzrechtlichen Tötungsverbot des § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG a.F. (= § 44 Abs. 1 Nr. 1 n.F.) im Fall von Kollisionsgefahren im Straßenverkehr (vgl. Urteil vom 12.08.2009 - 9 A 64.07 -, BVerwGE 134, 308) lässt sich auch auf Fälle übertragen, in denen die Gefahr einer Tötung von geschützten Tieren im Zuge der Verwirklichung eines Bebauungsplans besteht.

3. Einem Bebauungsplan mangelt es auch dann nicht an der Erforderlichkeit im Sinne des § 1 Abs. 3 BauGB, wenn zwar ein Verstoß gegen einen artenschutzrechtlichen Verbotstatbestand im Zuge der Umsetzung des Plans nicht auszuschließen ist, aber die Erteilung einer Ausnahme oder Befreiung von diesem Verbotstatbestand in Betracht kommt.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 3 S 2827/02 vom 15.12.2003

1. Ein Bebauungsplan, dessen Verwirklichung an artenschutzrechtlichen Zugriffs- und Beeinträchtigungsverboten im Sinne des § 42 BNatSchG n.F. scheitert, kann gegen § 1 Abs. 3 BauGB verstoßen. Ein Verstoß gegen § 1 Abs. 3 BauGB liegt aber nicht vor, wenn die zuständige Behörde eine Befreiung von diesen Verboten erteilt hat. Diese entfaltet Tatbestandswirkung, über die sich das Normenkontrollgericht nicht hinweg setzen darf.

2. Die gesetzlichen Verbote, die geschützten Arten und Biotope nicht zu zerstören oder zu beeinträchtigen, begründen keine zwingenden Planungsleitsätze, die im Wege der baurechtlichen Abwägung nicht überwunden werden können (wie HessVGH, Urteil vom 21.12.2000 - 4 N 2435/00 -, NuR 2001, 327).

3. Eine Sportstättenplanung ist im Hinblick auf die Lärmproblematik regelmäßig abwägungsfehlerfrei, wenn die Immissionsrichtwerte der 18. BImSchV eingehalten werden können.

4. Es ist rechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Gemeinde im Rahmen der Abwägung davon ausgeht, dass eine Planung keine unzumutbaren Lärmbelästigungen hervorruft, wenn die Planung zwar rechnerisch zu einer Überschreitung der Immissionsrichtwerte der 18. BImSchV führt, der von der Sportanlage ausgehende Lärm aber durch ständig vorherrschende Fremdgeräusche überlagert wird.


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