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Erziehungsberechtigter

Entscheidungen der Gerichte




OLG-HAMM – Urteil, 9 U 133/08 vom 20.01.2009

Rechtsgebiete:BGB
Schlagworte:Fahrrad, Unfall, Bote, Verrichtungsgehilfe
Stichwort:Erziehungsberechtigter
Leitsatz:Übernimmt jemand aushilfsweise für einen Tag die Verteilung eines Anzeigenblattes an Stelle des vertraglichen Boten und verursacht er dabei einen Fahrradunfall, haftet der etatmäßige Verteiler , dessen Vater den Vertreter bestellt hatte, dem Geschädigten nicht aus § 831 BGB, weil der Vertreter kein Verrichtungsgehilfe des vertraglichen Boten gewesen ist.

Auch das die Verteilung der Zeitungen besorgende Unternehmen haftet nicht aus § 831 BGB, wenn ihm die Bestellung des Vertreters nicht zuzurechnen ist. Ein Anspruch des Geschädigten aus § 823 Abs. 1 BGB gegen das Unternehmen unter dem Gesichtspunkt der Verletzung der Kontroll- und Überwachungspflicht kommt nur dann in Betracht, wenn vorher konkrete Verdachtsmomente dafür bestanden haben, dass sich ein Bote in der Vergangenheit auffällig über die Regelungen des Arbeitsvertrages hinweggesetzt hatte. An die Überwachung von Boten beim Austragen von Zeitungen dürfen keine zu hohen Anforderungen gestellt werden.
Volltext: OLG-HAMM - Urteil, 9 U 133/08



BRANDENBURGISCHES-OLG – Beschluss, 9 UF 5/08 vom 19.05.2008

Rechtsgebiete:BGB, ZPO
Stichwort:Erziehungsberechtigter
Volltext: BRANDENBURGISCHES-OLG - Beschluss, 9 UF 5/08

BGH – Urteil, I ZR 82/05 vom 12.07.2007

Rechtsgebiete:UWG
Stichwort:Erziehungsberechtigter
Leitsatz:Eine Werbung für Produkte, die üblicherweise von Erwachsenen erworben werden, ist nicht deswegen unlauter nach §§ 3, 4 Nr. 1 UWG, weil sie bei Kindern und Jugendlichen Kaufwünsche weckt und darauf abzielt, dass diese ihre Eltern zu einer entsprechenden Kaufentscheidung veranlassen.

Dagegen kann eine unangemessene unsachliche Einflussnahme auf die Entscheidungsfreiheit der Eltern und Erziehungsberechtigten darin liegen, dass Kinder und Jugendliche im Rahmen einer den Gruppenzwang innerhalb einer Schulklasse ausnutzenden Werbeaktion gezielt als so genannte Kaufmotivatoren eingesetzt werden.
Volltext: BGH - Urteil, I ZR 82/05

SAARLAENDISCHES-OLG – Urteil, 4 U 239/05 vom 18.07.2006

Rechtsgebiete:StVG, PflVG, BGB, ZPO, EGBGB, StGB
Stichwort:Erziehungsberechtigter
Leitsatz:a. Ein Erziehungsberechtigter ist nicht dazu verpflichtet, sein zweijähriges Kind ständig an der Hand zu halten, wenn dieses auf einem Bürgersteig neben einer befahrenen Straße geht. Das Kind ist nur in besonderen Gefahrensituationen an die Hand zu nehmen.

b. Rennt eine Mutter ihrem Kinde nach, welches auf eine befahrene Straße läuft, und achtet sie dabei nicht auf ein herannahendes Fahrzeug, so ist dies eine reflexartige Reaktion, die kein Mitverschulden der Mutter begründet.
Volltext: SAARLAENDISCHES-OLG - Urteil, 4 U 239/05


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