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dolus antecedens

Entscheidungen der Gerichte

OLG-HAMM – Urteil, 20 U 200/00 vom 06.07.2001

1. Die "Auge und Ohr -- Rechtsprechung" gilt nicht bei einem kollusiven Zusammenwirken von Agent und VN.

2. Ein VN handelt arglistig, wenn er weiß oder erkennt und billigt -- bedingter Vorsatz reicht aus --, der Agent werde erhebliche Umstände dem Versicherer nicht mitteilen, um diesen zur Annahme des Antrags zu bewegen.

OLG-HAMM – Beschluss, 4 Ss 202/01 vom 07.03.2001

Zum Verstoß gegen § 46 Abs. 3 StGB bei einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung, wenn der Tatrichter zu Lasten des Angeklagten wertet, dass dieser "volles Risiko gegangen" sei.

THUERINGER-LAG – Urteil, 3 Sa 289/2000 vom 18.01.2001

Die Haftung des Arbeitnehmers für Schäden, die er in Verrichtung seiner betrieblich veranlaßten Tätigkeit verursacht hat, ist lediglich bei fahrlässigem Verhalten eingeschränkt. Bei vorsätzlicher Schadenszufügung entfällt die Haftungsbeschränkung. Der Vorsatz (auch in der Form des dolus eventualis) hat sich nicht nur auf die haftungsbegründende, sondern auch auf die haftungsausfüllende Kausalität zu beziehen (so BAG, Urteil vom 18.06.1970, AP Nr. 57 zu § 611, Haftung des Arbeitnehmers, Hanau/Rolphs NJW 94, 1439 ff, 1442; unentschieden BGH, Urteil vom 20.11.1979, NJW 80, 996 ff). Damit unterscheidet sich die Haftung des Arbeitnehmers von der allgemeinen des Privatrechts, nach welcher der vorsätzliche Verstoß gegen die Vertragspflicht allein für die Begründung der Schadensersatzpflicht genügt.

OLG-HAMM – Beschluss, 2 Ss 1244/2000 vom 09.01.2001

Leitsatz:

Zur Abgrenzung von bedingtem Vorsatz und bewusster Fahrlässigkeit und zu den erforderlichen Feststellungen unter Berücksichtigung der Vorschrift des § 25 Abs. 2 a StVG.

BGH – Urteil, 4 StR 327/00 vom 14.12.2000

StGB 1998 § 226 Abs. 2

1. § 226 Abs. 2 StGB ist nicht Strafzumessungsvorschrift, sondern Qualifikations-tatbestand.

2. Zur Erfüllung des Tatbestandes des § 226 Abs. 2 StGB reicht es aus, daß der Täter die schwere Körperverletzung als sichere Folge seines Handelns voraussieht. Die Vorschrift ist - etwa nach strafbefreiendem Rücktritt vom Tötungsversuch - auch bei direktem Tötungsvorsatz anwendbar; die entgegenstehende frühere Rechtsprechung (BGH NStZ 1997, 233, 234) ist überholt.

BGH, Urteil vom 14. Dezember 2000 - 4 StR 327/00 -
LG Essen

BGH – Urteil, 1 StR 280/99 vom 06.04.2000

StGB § 266 Abs. 1

Die Wertung des Tatrichters, eine Kreditvergabe sei pflichtwidrig im Sinne des § 266 StGB, setzt eine umfassende Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers, der beabsichtigten Verwendung des Kredits und der Einschätzung der Risiken durch die Entscheidungsträger voraus.

BGH, Urt. vom 6. April 2000 - 1 StR 280/99 -
LG Augsburg

OLG-DUESSELDORF – Beschluss, 2 Ws 16/00 vom 23.02.2000

Leitsatz
KWKG § 20 Abs. 1 Nrn. 1 und 2

Zu den Voraussetzungen der Förderung der "Entwicklung" chemischer Waffen.

Oberlandesgericht Düsseldorf - 2. Strafsenat Beschluß vom 23. Februar 2000 2 Ws 16/00

OLG-DUESSELDORF – Beschluss, 2b Ss (OWi) 221/99 - (OWi) 81/99 I vom 30.12.1999

StVO §§ 12 Abs. l Nr. l, Abs. 3 Nr. 2, 49 Abs. l Nr. 12

Zur Unzulässigkeit des Haltens oder Parkens gegenüber einem auf der Fahrbahn markierten (Behinderten-)Parkplatz, wenn dadurch die für den fließenden Verkehr erforderliche Durchfahrtbreite unterschritten und/oder die Benutzung der gekennzeichneten Parkfläche verhindert wird.

OLG Düsseldorf, 1. Senat für Bußgeldsachen, Beschluß vom 30.12.1999 - 2b Ss (OWi) 221/99 - (OWi) 81/99 I

BGH – Urteil, 5 StR 712/98 vom 04.10.1999

StGB vor § 1, §§ 16, 17, 223

Zur mutmaßlichen Einwilligung bei Operationserweiterung, hier Sterilisation nach Kaiserschnitt (im Anschluß an BGHSt 35, 246).

BGH, Urt. v. 4. Oktober 1999 - 5 StR 712/98 LG Chemnitz -

BGH – Urteil, 4 StR 700/98 vom 23.09.1999

StPO 1975 § 264
StGB 1998 § 306 b Abs. 2 Nr. 2

1. Die Brandstiftung und der darauf beruhende (versuchte) Betrug zum Nachteil der Versicherung sind regelmäßig eine prozessuale Tat im Sinne des § 264 StPO.

2. § 306 b Abs. 2 Nr. 2 StGB ist auch dann erfüllt, wenn die schwere Brandstiftung zum Zweck eines Betrugs zum Nachteil der Versicherung begangen wird.

BGH, Urteil vom 23. September 1999 - 4 StR 700/98 -
Landgericht Detmold

BGH – Urteil, 3 StR 113/98 vom 10.06.1998

Für den Versuch, zu einem Verbrechen anzustiften, reicht bedingter Vorsatz aus. Es genügt, daß der Anstifter billigend in Kauf nimmt, daß der Adressat seiner Aufforderung Folge leistet; einer darüber hinausgehenden "Ernstlichkeit" bedarf es nicht.

BGH, Urt. vom 10. Juni 1998 - 3 StR 113/98 -
LG Düsseldorf

BVERFG – Beschluss, 2 BvR 1980/07 vom 10.03.2009

BGH – Urteil, 5 StR 456/08 vom 29.10.2008

BGH – Beschluss, 3 StR 233/07 vom 10.07.2007

BGH – Beschluss, 3 StR 11/07 vom 08.02.2007

OLG-DUESSELDORF – Urteil, I-4 U 150/04 vom 14.07.2005

KAMMERGERICHT-BERLIN – Beschluss, 2 AR 176/03 - 3 Ws 27/05 vom 02.06.2005

BGH – Beschluss, 4 StR 9/05 vom 22.02.2005

OLG-DUESSELDORF – Urteil, I-4 U 16/04 vom 02.11.2004

BSG – Urteil, B 9 VG 3/02 R vom 10.12.2003

LAG-SAARLAND – Urteil, 3 Ca 918/03 vom 02.10.2003

OLG-KOBLENZ – Urteil, 3 U 590/02 vom 18.03.2003

BSG – Urteil, B 9 VG 4/01 R vom 24.07.2002

BRANDENBURGISCHES-OLG – Urteil, 8 U 108/00 vom 13.09.2001

BGH – Urteil, 2 StR 492/01 vom 18.04.2001

BGH – Urteil, 2 StR 492/00 vom 18.04.2001

OLG-BAMBERG – Urteil, 3 U 105/00 vom 07.03.2001

BGH – Beschluss, 2 StR 379/00 vom 01.12.2000

BGH – Urteil, 2 StR 204/00 vom 30.08.2000

BGH – Beschluss, 2 StR 217/00 vom 14.06.2000


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