JuraForum.de > Urteile > BAG > Urteil vom 19.02.2008, Aktenzeichen: 9 AZR 70/07
| Leitsatz: | 1. Nach Beendigung des Auswahlverfahrens und verbindlicher Stellenbesetzung können dem unterlegenen Bewerber Schadensersatzansprüche nach § 280 Abs. 1 BGB und § 823 Abs. 2 BGB iVm. Art. 33 Abs. 2 GG zustehen. Diese setzen voraus, dass der öffentliche Arbeitgeber bei fehlerfreier Auswahl nach den Grundsätzen des Art. 33 Abs. 2 GG dem unterlegenen Bewerber das Amt hätte übertragen müssen. 2. Die Art des vom Bewerber praktizierten Führungsstils kann ein geeignetes Auswahlkriterium gem. Art. 33 Abs. 2 GG sein. Die Berücksichtigung dieses Kriteriums setzt voraus, dass die zu besetzende Stelle mit Personalführungsaufgaben verbunden ist. Der Arbeitgeber bestimmt die Art des Führungsstils, die er von seinen Führungskräften verwirklicht sehen möchte. Er darf bei fachlicher Gleichwertigkeit den Bewerber mit dem bevorzugten (hier: kooperativen) Führungsstil auswählen. |
| Rechtsgebiete: | GG, BGB, ZPO |
| Vorschriften: | GG Art. 19 Abs. 4, GG Art. 33 Abs. 2, BGB § 133, BGB § 135, BGB § 136, BGB § 157, BGB § 162 Abs. 2, BGB § 280, BGB § 823 Abs. 2, ZPO § 253 Abs. 2, ZPO § 264 Nr. 3, |
| Stichworte: | Konkurrentenklage - Schadensersatz, |
| Verfahrensgang: | ArbG Trier, 3 Ca 187/06 vom 11.08.2006 LAG Rheinland-Pfalz, 4 Sa 428/06 vom 14.09.2006 |
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