JuraForum.de > Urteile > BAG > Urteil vom 16.12.2008, Aktenzeichen: 9 AZR 164/08
| Leitsatz: | 1. Eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit, die die Arbeitszeit auf Null verringert, befreit den Arbeitnehmer auch dann von seiner Arbeitspflicht, wenn der Arbeitgeber vor Einführung der Kurzarbeit für die Zeit der Kurzarbeit Urlaub gewährt hat. Deshalb kann der mit der Festsetzung des Urlaubs bezweckte Leistungserfolg, die Befreiung des Arbeitnehmers von der Arbeitspflicht für die Dauer des Urlaubs, nicht eintreten (nachträgliche Unmöglichkeit gemäß § 275 Abs. 1 BGB). 2. Der Arbeitnehmer hat gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf Ersatzurlaub nach § 283 Satz 1, § 280 Abs. 1, § 275 Abs. 1, § 249 Abs. 1 BGB. Die Haftung des Arbeitgebers ist nur ausgeschlossen, wenn er die Unmöglichkeit nicht zu vertreten hat, § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB. Führt der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen Kurzarbeit ein, hat er die hierdurch nachträglich eingetretene Unmöglichkeit zu vertreten. |
| Rechtsgebiete: | BUrlG, BetrVG, SGB III, BGB, ZPO, Anlage II Sonderbestimmungen |
| Vorschriften: | BUrlG § 7 Abs. 1, BetrVG § 77 Abs. 4, BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 3, BetrVG § 82 Abs. 1 Nr. 5, SGB III § 173 Abs. 1, BGB § 133, BGB § 157, BGB § 243 Abs. 2, BGB § 249 Abs. 1, BGB § 275 Abs. 1, BGB § 280 Abs. 1, BGB § 283 S. 1, ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2, ZPO § 313 Abs. 1 Nr. 4, ZPO § 704, Anlage II Sonderbestimmungen für die Beschäftigten der T GmbH & Co. KG zum Manteltarifvertrag für die deutsche Seeschifffahrt § 22, |
| Stichworte: | Urlaub, Kurzarbeit, Schadensersatz, |
| Verfahrensgang: | LAG Hamburg, 5 Sa 93/06 vom 07.01.2008 |
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