Kosmides Buch Providing-Verträge basiert auf seiner wissenschaftlichen Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht in München und berücksichtigt die aktuelle Rechtsprechung bis April 2009. Sein Werk richtet sich vor allem an Juristen und Praktiker wie Rechtsanwälte, die ihr theoretisches und praktisches Wissen zu den Providing-Verträgen vertiefen möchten. Das Werk ist eine der wenigen umfassenden Veröffentlichungen in diesem Bereich.
Providing-Verträge sind in den letzten Jahren immer mehr in den Mittelpunkt der Vertragsgestaltung geraten. Bei dieser Form von Verträgen handelt es sich um eine Weiterentwicklung der IT-Verträge, welche im Zusammenhang mit dem Medium Internet stehen. Providing-Verträge spielen unter anderem im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Webspace (Web-Hosting), der Erbringung von E-Mail-Diensten, der Bereitstellung von Internetzugängen (Flatrates oder Call-by-Call) und auch bei Offline-Verträgen (z.B. über die Erstellung einer Webseite) eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt durch die steigende wirtschaftliche Bedeutung des Internets wird die Bedeutung der Provider-Verträge voraussichtlich noch weiter steigen.
Da es sich bei dem vorliegenden Buch um eine Dissertation handelt, werden zunächst grundlegende Begriffsbestimmungen zu den Provider-Verträgen vorgenommen. Der Hauptteil des Werkes besteht aus rechtsmethodischen Zugangsweisen bei Providing-Verträgen. Insbesondere der erweiterte Access-Providing-Vertrag, der erweiterte Presence-Providing-Vertrag, Verträge über die Erbringung von E-Mail-Services und ASP-Verträge finden hier ihre Beachtung.
Kosmides liefert dabei eine umfassende und klar verständliche theoretische Darstellung der bestehenden Rechtslage und bietet dem Leser auch Vertiefungsmöglichkeiten durch Querverweise zu entsprechenden juristischen Werken. Auf die Problematik, dass moderne Providing-Verträge nicht immer zwingend den Vertragstypen des Gesetzgebers entsprechen, wird hinreichend eingegangen.
Erfreulich sind in diesem Zusammenhang besonders die eingestreuten Übersichten und Tabellen, welche im Schnellverfahren die Verbindungen der Providing-Verträge zu den Vertragstypen Dienst-, Werk- und Mietvertrag verdeutlichen. Für Praktiker eignet sich besonders das letzte Viertel des Werkes. Hier schildert der Autor mehrere typische Fallkonstellationen im Sachverhalt und schließt diese mit einer rechtlichen Falllösung ab. Besonders praxisrelevant sind zudem die anschließenden Texte zu typischen Merkmalen von Providing-Verträgen mit einem Bündel von Leistungen.
Kosmides gelingt es, auf 368 Seiten eine klar umrissene Zusammenfassung der Providing-Verträge darzustellen. Das Werk bietet einen extensiven Theorieteil, welcher hinsichtlich der Providing-Verträge kaum Fragen offen lässt. Der Praxisteil schließt sich an den Theorieteil an und bietet interessante Fallkonstellationen zur rechtlichen Behandlung von Providing-Verträgen. Wünschenswert wäre noch ein Schlagwortverzeichnis gewesen, mit dem eine einfachere Suche nach bestimmten Begriffen möglich wäre. Allerdings macht das logisch gegliederte Inhaltsverzeichnis diesen Umstand wieder wett.
Fazit
Wer sich als Jurist oder Praktiker umfassend über Theorie und Praxis der Providing-Verträge informieren möchte, der kann bei Kosmides Buch Providing-Verträge bedenkenlos zugreifen.