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Kein Rücktritt von einer Reise bei Tod des Partners

07.03.2016, 08:40 | Recht & Gesetz | Jetzt kommentieren


Kein Rücktritt von einer Reise bei Tod des Partners
München (jur). Die psychische Belastung wegen des Todes des Partners ist keine „unerwartet schwere Erkrankung“, die zum Rücktritt von einer Reise berechtigt. Gegenüber einer Reiserücktrittsversicherung kann daher auch nicht die Erstattung der Stornierungskosten beansprucht werden, entschied das Amtsgericht München in einem am Freitag, 4. März 2016, bekanntgegebenen Urteil (Az.: 233 C 26770/14).

Damit bleibt eine Witwe aus Straubing auf Stornierungskosten in Höhe von 3.441 Euro sitzen. Die Frau hatte am 5. Dezember 2013 mit ihrem Ehemann eine Fluss-Schiffsreise von Paris in die Normandie und durch das Loiretal gebucht. Für die geplante Reise vom 7. Juni 2014 bis 17. Juni 2014 zahlte das Ehepaar 5.736 Euro.

Am 30. April beantragte sie den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung. Doch in der darauffolgenden Nacht starb der Ehemann völlig unerwartet. Die Versicherung nahm den Antrag eine Woche später an, ohne von dem Tod des Mannes zu wissen.

Erst am 20. Mai 2015 stornierte die Witwe die Reise und informierte die Reiserücktrittsversicherung. Diese sollte die vom Reiseveranstalter erhobenen Stornogebühren in Höhe von 3.441 Euro übernehmen. Aufgrund des Todes ihres Mannes habe sie an einer schweren Psychosozialen Belastungsstörung gelitten und könne daher krankheitsbedingt die Reise nicht antreten.

Die Versicherung wollte jedoch nicht zahlen. Zu Recht, wie das Amtsgericht in seinem Urteil vom 20. August 2015 entschied.

Zur Begründung erklärte das Amtsgericht, die Trauer der Klägerin infolge des Todes ihres Mannes sei „keine unerwartet schwere Erkrankung“, wie sie nach den Vertragsbedingungen eine Haftung der Versicherung auslösen würde. „Die Klägerin zeigte nachvollziehbarerweise eine akute Belastungsreaktion – mithin einen psychischen Schock. Dies ist jedoch keine psychische Störung im Sinne eines regelwidrigen Zustandes. Die (schwere) Trauer ist vielmehr als ganz normale Folge des Versterbens eines nahen Angehörigen zu sehen“, betonte das Amtsgericht.

Zudem habe die Klägerin die Reise nicht unverzüglich storniert, sondern erst am 20. Mai 2014. Nach den Versicherungsbedingungen stelle dies eine Obliegenheitsverletzung dar, weshalb die Versicherung nicht zur Übernahme der Stornokosten verpflichtet sei. Daher müsse die Versicherung auch die Stornokosten für den verstorbenen Ehemann nicht anteilig tragen.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage
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