Suchen Sie jetzt einen Anwalt:
   

JuraForum.deNachrichtenRecht & GesetzFötus-Schädigung durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft keine Körperverletzung 

Fötus-Schädigung durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft keine Körperverletzung

26.02.2016, 08:36 | Recht & Gesetz | Autor: Juraforumadmin | Jetzt kommentieren

(0)

Fötus-Schädigung durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft keine KörperverletzungDüsseldorf (jur). Trinkt eine Frau während ihrer Schwangerschaft regelmäßig Alkohol, kann das später geborene Kind wegen erlittener alkoholbedingter Schäden keine staatliche Opferentschädigung verlangen. Denn während der Schwangerschaft könne eine „Leibesfrucht“ kein Opfer einer Körperverletzung sein, entschied das Sozialgericht Düsseldorf in einem am Donnerstag, 25. Februar 2015, veröffentlichten Urteil (Az.: S 1 VG 83/14).

Geklagt hatte ein heute 58-jähriger Mann, der vom Landschaftsverband Rheinland eine Opferentschädigung erhalten wollte. 2012 seien bei ihm „fetale Alkoholspektrumsstörungen“ (FASD) festgestellt worden, die auf den Alkoholkonsum seiner Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen seien, so der 58-Jährige. Seine alkoholkranke Mutter habe während der Schwangerschaft zumindest mit bedingtem Vorsatz Alkohol getrunken und die Schädigung des Fötus billigend in Kauf genommen.

Mit der FASD gehen Symptome wie Wachstumsminderung, Gesichtsauffälligkeiten, intellektuelle Beeinträchtigungen, Verhaltensstörungen oder auch Herzfehler und Nierenfehlbildungen einher. Für die betroffenen Kinder ist dies mit zahlreichen Einschränkungen im Alltag und der schulischen und beruflichen Ausbildung verbunden.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen muss für den Anspruch auf eine Opferentschädigung eine „auf den Körper gerichtete Gewalttat“ vorliegen. Dabei muss ein tätlicher rechtswidriger Angriff zu einem Gesundheitsschaden geführt haben.

Doch der Alkoholkonsum einer werdenden Mutter während der Schwangerschaft ist keine Straftat, so das Sozialgericht in seinem Urteil vom 8. Dezember 2015. Auch könne eine Leibesfrucht kein Opfer einer Körperverletzung sein. Strafrechtlich sei lediglich das ungeborene Leben selbst geschützt. Hier sei aber nicht belegt worden, dass die Mutter mit dem Alkoholkonsum einen illegalen Schwangerschaftsabbruch versucht habe. Der Lebenswandel einer Schwangeren unterliege deren Persönlichkeitsrechten und lasse sich außerhalb des Strafrechts nicht durch staatliche Eingriffe beeinflussen.


Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

Symbolgrafik: © Nikola Bilic - Fotolia.com



Nachricht per E-Mail verschicken:

  1. 3 + 3 =

Hinweise:
Die hier eingegebenen Daten werden von uns nur dazu verwendet, die E-Mail zu versenden. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte oder eine Analyse zu Marketing-Zwecken. Ihre IP-Adresse und E-Mail werden aus Sicherheitsgründen gespeichert.


Kommentar schreiben

76 - Ach,t =

Bisherige Kommentare zur Nachricht (0)

(Keine Kommentare vorhanden)

Weitere Nachrichten zum Thema


Ähnliche Themen in den JuraForen




JuraForum.deNachrichtenRecht & GesetzFötus-Schädigung durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft keine Körperverletzung 

Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

JuraForum-Newsletter

Kostenlose aktuelle Urteile und Rechtstipps per E-Mail:

Top 10 Orte in der Anwaltssuche

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen: