Extraspuren für Fahrgemeinschaften nach US-Vorbild / Verkehrspolitiker diskutieren Einführung in deutschen Innenstädten
In Deutschland sollen Bus- und Taxispuren für Fahrgemeinschaften geöffnet werden. Wie AUTO BILD in der am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, planen Verkehrsexperten der Bundestagsparteien die Einführung von Fahrspuren, die außer von Bussen und Taxen auch von Fahrzeugen mit mehr als einem Passagier befahren werden dürfen. Das Ziel: Die Extraspuren für volle Fahrzeuge sollen den Verkehrsfluss in staugeplagten Innenstädten verbessern und die Umwelt entlasten. Der Gesetzgeber sollte Fahrgemeinschaften mit Vorrechten unterstützen, so Klaus Lippold, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, gegenüber AUTO BILD. Ein Pkw ist heute im statistischen Durchschnitt mit 1,1 Insassen belegt. Würde der Faktor 1,5 betragen, ließe sich der Schadstoffausstoß im Straßenverkehr um rund zehn Prozent verringern. Unterstützung erhält der CDU-Mann von den Grünen. Die Öffnung für Fahrgemeinschaften sollte man in einem Modellversuch prüfen, sagt Winfried Hermann, Verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Auch der Koalitionspartner SPD zeigt sich offen für solche Ideen: Wir brauchen mehr innovative und kreative Ideen zum Klimaschutz, so SPD-Verkehrsexpertin Heidi Wright zu AUTO BILD.
Vorbild für die Extraspuren-Pläne deutscher Politiker sind die USA. Dort gehören sogenannte Carpool- oder HOV-Lanes (High Occupancy Vehicle) bereits zum Verkehrsalltag. Besonders rund um Großstädte sollen so Fahrgemeinschaften gefördert und bevorzugt werden. Immer häufiger nutzen aber auch trickreiche und fantasievolle Allein-Fahrer die Express-Spuren, indem sie etwa einfach eine lebensgroße Puppe auf den Beifahrersitz setzen.
Quelle: AUTO BILD
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