Absetzbarkeit doppelter Haushaltsführung will das Finanzgericht Düssseldorf erhöhen

21.04.2017, 11:25 | Recht & Gesetz | Jetzt kommentieren


Absetzbarkeit doppelter Haushaltsführung will das Finanzgericht Düssseldorf erhöhen
Düsseldorf (jur). Arbeitnehmer, die für ihre Auswärtstätigkeit eine neue Zweitwohnung einrichten, sollen die dadurch entstehenden Kosten besser von der Steuer absetzen können. Nach einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Finanzgerichts (FG) Düsseldorf vom 14. März 2017 sind die abzugsfähigen Ausgaben für die Einrichtung nicht gedeckelt (Az.: 13 K 1216/16 E). Das Gericht stellte sich damit gegen die Auffassung der Finanzverwaltung und ließ daher die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) zu.

Arbeitnehmer, die von ihrer Hauptwohnung zur Arbeit nicht täglich pendeln können, können die Kosten einer doppelten Haushaltsführung als steuermindernde Werbungskosten geltend machen. Der Abzug für eine Zweitwohnung am Arbeitsort ist allerdings auf 1.000 Euro monatlich begrenzt.

Im Streitfall hatte der Kläger ab Mai 2014 eine neue Tätigkeit und nahm sich am neuen Arbeitsort eine Zweitwohnung. Von Mai bis Dezember 2014 zahlte er 6.830 Euro Miete und Nebenkosten. Für Möbel und Hausrat hatte er mehrere Tausend Euro ausgegeben, die er über mehrere Jahre abschrieb – für 2014 mit 2.918 Euro. In seiner Steuererklärung 2014 setzte er daher insgesamt 9.748 Euro als Werbungskosten wegen doppelter Haushaltsführung an.

Das Finanzamt verwies auf die Deckelung von 1.000 Euro pro Monat und erkannte daher für Mai bis Dezember 2014 nur 8.000 Euro an.

Ausgaben für Einrichtungsgegenstände und Hausrat


Die Klage des Arbeitnehmers hatte vor dem FG Düsseldorf Erfolg. Ausgaben für Einrichtungsgegenstände und Hausrat würden von dem Höchstbetrag nicht erfasst.

Der Wortlaut der Vorschrift sei zwar nicht eindeutig, bei den 1.000 Euro habe sich der Gesetzgeber aber an den Mietkosten orientiert. Ziel des Gesetzgebers sei es daher offenbar gewesen, die abzugsfähigen Aufwendungen nur für die Nutzung der Wohnung zu begrenzen, „nicht hingegen sonstige notwendige Aufwendungen“.

Damit widersprach das FG Düsseldorf der Auffassung des Bundesfinanzministeriums. Wegen grundsätzlicher Bedeutung ließ es daher die Revision zum BFH in München zu.

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