Bußgeldkatalog 2016: Aktuelles Bußgeld für zu schnelles Fahren

Autor: , verfasst am 20.04.2016, 12:41| Jetzt kommentieren

Wie hoch ist das Bußgeld für eine zu hohe Geschwindigkeit? Und was drohen Autofahrern ansonsten für Sanktionen, wie etwa ein Fahrverbot? Das erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Bußgeldbescheid für zu schnelles Fahren (© Peter Maszlen / fotolia.com)
Bußgeldbescheid für zu schnelles Fahren
(© Peter Maszlen / fotolia.com)

Wenn Autofahrer durch Überschreiten der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu schnell gefahren sind, dann müssen sie zunächst einmal relativ schnell mit einem Bußgeldbescheid rechnen. Dabei kann bereits eine kleine Geschwindigkeitsüberschreitung die Verhängung eines Bußgeldes zur Folge haben – auch wenn ansonsten nichts passiert ist. Die Höhe hängt neben der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung auch davon ab, ob Sie innerorts oder außerorts zu schnell gefahren sind. Nach dem Bußgeldkatalog müssen Sie als PKW Fahrer auf Grundlage der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) zumindest mit den folgenden Bußgeldern rechnen.

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts staffeln sich die Bußgelder wie folgt:

Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit

Höhe des Bußgeldes

bis 10 km/h

  10,00 Euro

11 bis 15 km/h

  20,00 Euro

16 bis 20 km/h

  30,00 Euro

21 bis 25 km/h

  70,00 Euro

26 bis 30 km/h

  80,00 Euro

31 bis 40 km/h

120,00 Euro

41 bis 50 km/h

160,00 Euro

51 bis 60 km/h

240,00 Euro

61 bis 70 km/h

440,00 Euro

über 70 km/h

600,00 Euro

Bei einer Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit innerorts sehen die Bußgelder folgendermaßen aus:

Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit

Höhe des Bußgeldes

bis 10 km/h

  15,00 Euro

11 bis 15 km/h

  25,00 Euro

16 bis 20 km/h

  35,00 Euro

21 bis 25 km/h

  80,00 Euro

26 bis 30 km/h

100,00 Euro

31 bis 40 km/h

160,00 Euro

41 bis 50 km/h

200,00 Euro

51 bis 60 km/h

280,00 Euro

61 bis 70 km/h

480,00 Euro

über 70 km/h

680,00 Euro

Bußgeld in speziellen Fällen der Geschwindigkeitsüberschreitung

Wenn Sie als Autofahrer Ihr Tempo trotz Bahnübergängen, besonderen örtlichen Straßen- oder Verkehrsverhältnissen oder bei schlechten Sichtverhältnissen nicht anpassen, müssen Sie auf jeden Fall mit einem Bußgeld in Höhe von 100,00 Euro rechnen. Soweit Sie andere Verkehrsteilnehmer gefährden, ist auf jeden Fall ein Bußgeld in Höhe von 120,00 Euro fällig. Kommt es aufgrund dieser Fahrweise zu einer Sachbeschädigung erhöht sich das Bußgeld auf 145,00 Euro.

Bei einem illegalen Autorennen wird es dann zu Recht teuer. Hier müssen Autofahrer als Teilnehmer zumindest ein Bußgeld in Höhe von 400,00 Euro bezahlen. Der Veranstalter eines illegalen Autorennens muss auf jeden Fall ein Bußgeld in Höhe von 500,00 Euro entrichten. Darüber hinaus müssen Autofahrer hier häufig mit gewichtigeren Sanktionen rechnen.

Punkte in Flensburg/Fahrverbot

Häufig verbleibt es bei Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht bei einem Bußgeld. Darüber hinaus müssen Autofahrer neben Punkten in Flensburg im sogenannten „Fahreignungsregister“ mit einem Fahrverbot rechnen. Beispielsweise droht ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h und mehr ein Punkt in Flensburg. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h außerhalb und mindestens 31 km/h müssen Autofahrer mit einem Fahrverbot von einem Monat rechnen. Je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung muss auf jeden Fall mit einem Fahrverbot von bis zu drei Monaten gerechnet werden. Teilnehmer an einem illegalen Autorennen müssen neben 2 Punkten in Flensburg mit einem Fahrverbot rechnen.

Autofahrern droht eventuell Geldstrafe oder Freiheitsstrafe

Darüber hinaus können Autofahrer über ein bloßes Bußgeld hinaus auch eine Straftat begehen, die dann mit Geldstrafe beziehungsweise mit Freiheitsstrafe geahndet wird. Darüber hinaus muss mit einem Fahrverbot durch das Gericht gerechnet werden. Wer beispielsweise im Straßenverkehr grob verkehrswidrig und rücksichtslos an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt, und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, begeht eine Straftat nach § 315c StGB und muss mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren rechnen.

Kommt es zu einem Verkehrsunfall, bei dem aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit ein anderer Verkehrsteilnehmer getötet wird, kommt eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Tötung nach § 222 StGB möglich. Hier ist ebenfalls neben Verhängung einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren möglich. In Fällen von besonders schwerer Schuld müssen Autofahrer damit rechnen, dass hier eine Freiheitsstrafe nicht zur Bewährung ausgesetzt wird. Hiervon ist vor allem dann auszugehen, wenn zusätzlich Alkohol mit im Spiel ist oder ein besonders rücksichtsvolles Verhalten an den Tag gelegt worden ist. Ein gutes Beispiel ist etwa, wenn bei einem illegalen Autorennen ein anderer Verkehrsteilnehmer stirbt. Wenn hierbei der Tod eines anderen billigend in Kauf genommen wird, kommt eventuell eine Strafbarkeit wegen Totschlages nach § 212 StGB in Betracht. In diesem Fall beträgt die Freiheitsstrafe mindestens 5 Jahre.

Fazit:

Autofahrer sollten sich unbedingt an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten, weil sonst neben einem Bußgeld gewichtige Sanktionen drohen - vor allem, wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden oder sogar getötet werden. Ganz besondere Vorsicht ist mit Alkohol geboten.

Autor: Harald Büring (Juraforum.de)


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