Welche Impfungen sind bei Hunden Pflicht?

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| 4 Kommentare

Grundsätzlich hat man als Halter nicht die gesetzliche Pflicht, den eigenen Hund impfen zu lassen. Anders sieht es jedoch aus, wenn man mit dem Hund innerhalb der EU reisen möchte. In diesem Fall muss der Hund u.a. gegen Tollwut geimpft werden. Will man den Hund mit in andere Länder außerhalb der EU nehmen, dann variiert die Impflicht. In diesem Fall ist es angebracht, sich von Tierarzt diesbezüglich beraten zu lassen.

Welpen sollten geimpft werden. (© Felix-Pergande-Fotolia.com)
Welpen sollten geimpft werden.
(© Felix-Pergande-Fotolia.com)

Wie bemerkt, gibt es in Deutschland keine gesetzliche Impfpflicht für Hunde, d.h. man kann nicht bestraft werden, wenn man den eigenen Hund nicht impfen lässt. Doch gehört zur Tierliebe ebenso der Tierschutz. Dieser bezieht sich in erster Linie auf das Wohl des Tieres. So gehört es zu der moralischem Pflicht eines Halters bei einem Hundewelpen im Alter von etwa zwei Monaten, eine Grundimmunisierung vom Tierarzt durchführen zu lassen. Dies beinhaltet neben der Impfung, eine Entwurmung und gegebenenfalls eine Flohkur.

Die Hauptkrankheiten, gegen die der Welpe geimpft wird, sind:

  1. Parvovirose (hoch ansteckende Infektionskrankheit, in deren Verlauf Mattigkeit, Fressunlust, Austrocknung und Fieber auftreten. Welpen im Alter von 8 – 16 Wochen sind dafür am anfälligsten.)
  2. Zwingerhusten (eine bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege. Bei jungen und geschwächten Hunden können Komplikationen auftreten – Folge sind bleibende Schäden oder sogar der Tod des Hundes.)
  3. Staupe (ist eine Viruserkrankung, die vor allem junge Hunde im Alter von 8 Wochen bis 6 Monaten betrifft. Die Krankheit verursacht die Schädigung des Hirns und des Nervensystems.)
  4. Hepatitis (ansteckende Leberentzündung durch einen Virus. Im schlimmsten Fall, dem schnell auftretenden Verlauf, stirbt ein Hund innerhalb von Stunden.)
  5. Leptospirose (ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakteriengruppen hervorgerufen wird. Anzeichen können sein Fressunlust, Erbrechen und Fieber. Die Folgeerscheinungen: u. a. Unbeweglichkeit, beschwerliche Atmung, ebenso Gelbsucht, Blutungen oder Muskelzittern)

Voraussetzung für die Grundimpfungen ist der Gesundheitszustand des Welpen, d. h., sein Immunsystem sollte genügend ausgebildet sein, um eine Immunität nach den Impfungen zu gewährleisten. Eine Wiederholung der Impfung bzw. die Zweitimpfung erfolgt beim Welpen etwa 4 Wochen später, inklusive der Impfung gegen Tollwut.

Die übliche Praxis, um die Gesundheit des Hundes zu garantieren, ist die jährliche Wiederholungsimpfung. Dies ist besonders erforderlich, wenn man plant, den Hund mit ins europäische Ausland zu nehmen. Gegebenenfalls kann mit dem Tierarzt abgeklärt werden, ob bei einer Reise in bestimmte Länder zusätzliche Impfungen von Nöten sind.


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (4)

Fiona  (01.03.2017 12:36 Uhr):
Ich habe eine Frage. Ich würde gerne einen Hund aus Portugal mitnehmen, der hund gehört meiner oma und ist auf ihrem bauernhof angekettet; doch alles in einem geht es ihm wie ein angebundener Straßenhund. Der Hund wurde allerdings noch nie geimpft und ist inzwischen ausgewachsen. Müsste ich ihn dann ebenfalls ganz normal gegen Staupe, H.c.c. ,(Hepatitis contagiosa canis),Parvovirose und Leptospirose impfen lassen? Und wenn ja, würde es dann in ordnung gehen wenn ich den Hund vor Ort in Portugal gegen Tollwut (zum einreisen nach Deutschland) impfe und nachträglich in Deutschland die Pflichtimpfungen? Denn mein Aufenthalt in Portugal beträgt nur einen Monat... Noch eine dringende Frage: muss der hund vor dem impfen entwurmt sein? Und wenn ja, muss man dann nach dem entwurmen eine bestimmte zeit warten bis zur impfung oder kann man den hund nach der entwurmung sofort impfen? Ich bitte um dringende Antwort...
seb  (19.01.2017 21:25 Uhr):
Impfungen sind sowohl bei Tier und Mensch schwachsinnig!
Valeria  (18.07.2015 17:05 Uhr):
Können Veterinärämter Hundetrainern von Hundeschulen eine Auflage erteilen (§11), in welcher sie "Impfungen" vorschreiben und darauf hinweisen, dass der Hundetrainer (!) bei Erkrankungen/Seuchen MIT HAFTBAR gemacht werden kann - obwohl in DE keine Impfpflicht besteht und der Hundehalter selbst nicht bestraft wird (wie o.a.)?
Jörg Schleher  (16.07.2015 16:13 Uhr):
Warum müssen Impfungen beim Hund jährlich durchgeführt werden, wenn Empfehlungen der Pharma zwischen 3 und 7 Jahren liegen und beim Menschen Immunisierungs-Impfungen bis zu 10 Jahre halten??????




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