Tannenbaum, Weihnachtsbaum auf Autodach transportieren?

Autor: , verfasst am 14.12.2015, 10:01| Jetzt kommentieren

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Weihnachten steht vor der Türe. Zum frohen Fest muss die Wohnung natürlich weihnachtlich eingerichtet werden. Dazu gehört selbstverständlich auch – ganz traditionell – der Weihnachtsbaum. Es darf aber nur der allerschönste Christbaum sein. Deshalb bereitet oftmals schon die Wahl des Baumes die ersten Probleme: Welche Baumart kommt in Betracht (Tanne, Fichte oder doch ein ganz anderer Nadelbaum), wie grün muss er sein und vieles mehr.
Ist der richtige Tannenbaum dann gefunden, muss dieser auch ins traute Heim. Der Transport kann aber ebenso eine Herausforderung darstellen. Man ist deshalb schnell versucht seine Nordmanntanne oder seine Blaufichte auf sein Autodach zu schnallen. Doch ist dies überhaupt erlaubt? Schließlich kann der Weihnachtsbaum bei einer starken Bremsung schnell zu einem gefährlichen Geschoss werden?


 

Weihnachtsbaum auf dem Autodacht transportieren (© Konrad Weiss - fotolica.com)
Weihnachtsbaum auf dem Autodacht transportieren
(© Konrad Weiss - fotolica.com)

Darf der Weihnachtsbaum auf dem Autodach transportiert werden?
Es ist grundsätzlich nicht verboten, den Weihnachtsbaum auf dem Dach des Autos zu transportieren. Der Baum muss dabei allerdings sorgfältig befestigt werden. Ein aktueller Crashtest vom ADAC hat gezeigt, dass einfache Expandern und Gummi-Riemen für die Sicherung des Christbaumes nicht ausreichend sind. Eine Vollbremsung oder ein (auch unverschuldeter) Unfall können mit einer solchen mangelnden Sicherung dazu führen, dass der Christbaum zu einem gefährlichen Geschoss wird, der andere Verkehrsteilnehmer, wie die Insassen anderer KFZ oder Fußgänger, in Lebensgefahr bringen kann. Bei einem ersten Test flog nämlich ein 32 kg schwerer Christbaum bereits bei einem Aufprall des PKW mit 50 km/h über die Motorhaube des Fahrzeugs. Zu empfehlen sind deshalb handelsübliche Spanngurte. Ein zweiter Crashtest des ADAC zeigte, dass, bei einem vergleichbaren Vorfall, ein mit den Spanngurten befestigter Baum fest auf dem Dach verankert bleibt.

Es ist zudem ratsam, den Tannenbaum auf einem Dachgepäckträger zu befestigen, damit der Baum nicht auf dem Dach hin und her rutscht und so Schäden am eigenen Auto verursacht. Solche Schäden übernimmt die Versicherung nämlich nicht.

Zu beachten ist außerdem, dass das Auto mitsamt dem Weihnachtsbaum nicht höher als 4 m und nicht breiter als 2,55 m sein darf. Der Tannenbaum darf aber auch vorne und hinten nicht zu weit herausragen. Liegt die Ladungshöhe bei mehr als 2,50 m, darf der Baum vorne maximal nur 50 cm überhängen. Liegt die Ladungshöhe hingegen unterhalb der 2,50 m, so darf er gar nicht vorne herausragen. Der Baum darf allerdings bis zu 1,50 m hinten herausragen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sollte er mehr als 1 m über das Heck des Autos heraushängen, so muss er tagsüber mit einer 30 x 30 cm großen roten Fahne und bei Anbruch der Dunkelheit mit einer Lampe gekennzeichnet werden.
Im Übrigen gelten diese Regelungen auch bei einem Transport im Kofferraum.

Es empfiehlt sich außerdem, den Weihnachtsbaum mit der Spitze nach vorne zu positionieren, ergo mit dem Stamm nach hinten hinaus. Es sollte aber auch darauf geachtet werden, dass keine einzelne Tannenzweige vor der Windschutzscheibe hängen, um nicht die Sicht des Fahrers zu beeinträchtigen.
 

Welche rechtlichen Konsequenzen kann eine mangelhafte Sicherung des Weihnachtsbaums haben?
Wer sich einen großen Weihnachtsbaum zulegt und die notwendige Kennzeichnung unterlässt, dem droht ein Bußgeld bis zu 35 Euro. Wird der Christbaum nicht ordnungsgemäß gesichert, kann sogar ein Bußgeld zu 60 Euro drohen. Schlimmstenfalls kann es zusätzlich einen Punkt im Fahreignungsregister geben. Außerdem kann die handelnde Behörde die Weiterfahrt untersagen.

War der Tannenbaum nicht ordnungsgemäß gesichert und kommt es zu einem Sach- oder Personenschaden aufgrund des Baumes, haftet man für den daraus entstandenen Schaden. Im schlimmsten Fall kann sogar eine fahrlässige Körperverletzung [oder auch eine fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)] angenommen werden, die neben der zivilrechtlichen Haftung gem. § 229 StGB eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren nach sich ziehen kann.
 

Fazit
Es ist grundsätzlich erlaubt, einen Weihnachtsbaum auf dem Autodach zu transportieren. Achten Sie dabei aber bitte immer darauf, dass Ihre Tanne beim Transport ordentlich mit mehreren Spanngurten gesichert ist und er nicht zu weit vorne oder hinten herausragt. Das besinnliche Weihnachtsfest kann ansonsten schnell zu einem Alptraum werden. Es genügt bereits, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer nicht aufpasst und sie deshalb stark abbremsen müssen, wodurch eine dritte Person durch Ihren Weihnachtsbaum verletzt wird.


In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute und ein frohes Weihnachtsfest.
 

Schlagwörter: Weihnachtsbaum, Christbaum, Tannenbaum, Autodach, Auto, KFZ, PKW, Transport, transportieren, Tanne, Fichte, Expander, Riemen, Spanngurt, Dachgepäckträger, Kofferraum, Bußgeld


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