Schmerzensgeld jetzt!

Autor: , verfasst am 07.08.2017, 09:55| Jetzt kommentieren

Der Schmerzensgeldanspruch – Ein finanzieller Ausgleich für Geschädigte

Im Jahr 2016 ereigneten sich laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes 308.145 Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden. Um den unverschuldet betroffenen Opfern eine Entschädigung für ihre Schmerzen sowie für Erlebte Einbußen an Lebensqualität zu bieten, gibt es das sogenannte Schmerzensgeld. Neben Verkehrsunfällen und sonstigen Körperverletzungen sind eine häufige Ursache für Schmerzensgeld aber auch ärztliche Behandlungsfehler. Auch im Falle schwerwiegender Persönlichkeitsverletzungen kann es zu Schmerzensgeldzahlungen kommen.

Das Schmerzensgeld soll zum einen dazu dienen, physische und psychische Schäden, sowie eventuelle Folge- und Langzeitschäden zu entschädigen. Zum anderen kommt dem Schmerzensgeld aber auch eine Genugtuungsfunktion zu. Der Schuldner sühnt durch die Zahlung des festgesetzten Betrags, wodurch eine Versöhnung des Opfers mit dem Schädiger erzielt werden soll. ist ein Schuldanspruch, der sowohl dem Ausgleich und der Genugtuung dienen soll.

Allerdings spielt auch die Höhe des gezahlten Geldes für die Opfer eine nicht unwesentliche Rolle. Da sich aber beispielsweise eine Einbuße von Lebensqualität nicht einfach in einen Geldwert umrechnen lässt, muss sich die konkrete Höhe des Schmerzensgeldes jeweils am Einzelfall orientieren. Hierfür bieten sog. „Schmerzensgeldtabellen“ lediglich Anhaltspunkte für die Höhe eines angemessenen Betrags. Für Brüche werden hier Schmerzensgeldbeträge ab € 2.000,00.- aufwärts angesetzt. Für Verletzungen am Kopf (Schädelfraktur, Schädel-Hirn-Träume) bis zu € 160.00,00.-  Im Ergebnis liegt es aber allein im Ermessen des Gerichts, wie viel Geld gezahlt wird.

Allerdings steht fest, dass je mehr Folgen der Geschädigte mit dem Unfall oder der Körperverletzung, die die Verletzungen hervorgerufen haben, in Verbindung bringen kann, desto mehr wird auch  das Schmerzensgeld zu seinen Gunsten erhöht.

Wurde für das Schmerzensgeld die Höhe gerichtlich festgesetzt, bestehen zwei unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten: Gewöhnlich erfolgt der Ausgleich durch eine Einmalzahlung, bei der das Opfer den zugesprochenen Betrag durch eine einzige Zahlung erhält. In besonderen Fällen, insbesondere bei Folgeschäden, kommt eine Rentenzahlung in Betracht, welche in der Regel durch eine monatliche Zahlung erfolgt. In Ausnahmefällen kommt auch eine Kapitalisierung der Rente in Betracht. Hierbei erfolgt eine Einmalauszahlung des Betrages, der sich über den Rentenzeitraum insgesamt ergeben würde.

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Schlagwörter: Schmerzensgeld; HWS; Schleudertrauma

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