Renteneintrittsalter in Deutschland: welches gesetzliche Rentenalter gilt?

Autor: , verfasst am 09.03.2015, 08:03| 6 Kommentare

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, möchte irgendwann auch in den verdienten Ruhestand gehen. Am besten so früh wie möglich, und mit so viel Rente wie möglich. Leider hat der Gesetzgeber diesbezüglich andere Vorstellungen: aufgrund des demographischen Wandels (steigende Lebenserwartung der Menschen sowie sinkende Geburtenzahlen) war es unvermeidlich, das Renteneintrittsalter in Deutschland zu erhöhen. So kam es zur Einführung der „Rente ab 67“. Während es bis zum Jahre 2011 ausreichend gewesen ist, das 65. Lebensjahr vollendet und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt zu haben, wird seit 2012 das Eintrittsalter für die Regelaltersrente schrittweise heraufgesetzt. Diese Anhebung des Renteneintrittsalters erfolgt zunächst in 1-Monats-Schritten, ab dem Jahr 2024 in 2-Monats-Schritten.

Renteneintrittsalter (© mapoli - Fotolia)
Renteneintrittsalter
(© mapoli - Fotolia)

Ab welchem Rentenalter kann man abschlagsfrei in Rente gehen?

Das Rentenalter steigt in Deutschland schrittweise auf das 67. Lebensjahr an. Beginnend mit dem Jahrgang 1947 dürfen sämtliche Arbeitnehmer erst später in Rente gehen, als es bis dato der Fall gewesen ist. Wie viel später dieser Renteneintritt individuell ist, wird gemäß folgender Tabelle definiert:

 

Geburtsjahr

Einstiegsalter

Jahr des Renteneintritts

1947

65 Jahre + 1 Monat

02/2012 bis 01/2013

1948

65 Jahre + 2 Monate

03/2013 bis 02/2014

1949

65 Jahre + 3 Monate

04/2014 bis 03/2015

1950

65 Jahre + 4 Monate

05/2015 bis 04/2016

1951

65 Jahre + 5 Monate

06/2016 bis 05/2017

1952

65 Jahre + 6 Monate

07/2017 bis 06/2018

1953

65 Jahre + 7 Monate

08/2018 bis 07/2019

1954

65 Jahre + 8 Monate

09/2019 bis 08/2020

1955

65 Jahre + 9 Monate

10/2020 bis 09/2021

1956

65 Jahre + 10 Monate

11/2021 bis 10/2022

1957

65 Jahre + 11 Monate

12/2022 bis 11/2023

1958

66 Jahre

01/2024 bis 12/2024

1959

66 Jahre + 2 Monate

03/2025 bis 02/2026

1960

66 Jahre + 4 Monate

05/2026 bis 04/2027

1961

66 Jahre + 6 Monate

07/2027 bis 06/2028

1962

66 Jahre + 8 Monate

09/2028 bis 08/2029

1963

66 Jahre + 10 Monate

11/2029 bis 10/2030

1964

67 Jahre

01/2031 bis 12/2031

Für Arbeitnehmer, die nach 1964 geboren sind, gilt das Rentenalter von 67 Jahren. Dies bedeutet, dass sie erst mit 67 einen Anspruch auf die volle Rente haben.

Wie hoch sind die Abzüge, wenn man eher in Rente gehen möchte?

Nun steht es jedem Arbeitnehmer frei, eher als gesetzlich vorgeschrieben in Rente zu gehen – vorausgesetzt, er hat bereits das 63. Lebensjahr vollendet. Für jeden Monat, den der Betreffende eher in Rente geht, als er eigentlich müsste, werden ihm 0,3 % seines Rentenanspruchs abgezogen – und zwar lebenslang. Wer also beispielsweise bis 66 arbeiten müsste und 24 Monate eher geht, der hat Rentenabzüge in Höhe von 7,2 %. Demzufolge sollte es gut überlegt sein, den Rentenbeginn vorzuverlegen…

Bekommt man mehr Rente, wenn man länger arbeitet?

Einige Arbeitnehmer dürften zwar per Gesetz in den Ruhestand gehen, möchten aber gerne noch weiterarbeiten. Dies ist gestattet und wird sogar belohnt: wer die für ihn geltende Regelaltersgrenze erreicht hat und weiter arbeitet, erhöht seinen Rentenanspruch um 0,5 % pro Monat; dies sind pro Jahr 6%.

Gibt es Ausnahmen zur Rente ab 67?

Doch nicht jeder Arbeitnehmer ist von der Rente ab 67 betroffen. So gibt es für besonders langjährig Versicherte die Möglichkeit, bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Voraussetzung hierfür ist, dass sie mindestens 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung ihre Beiträge eingezahlt haben. Ab dem Jahrgang 1953 steigt die Altersgrenze für abschlagsfreie Altersrenten allerdings schrittweise an, so dass sie für Arbeitnehmer, die 1964 oder später geboren sind, bei 65 Jahren liegt.

Auch schwerbehinderte Arbeitnehmer dürfen mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Bis dato galt für diesen Personenkreis ein Eintrittsalter  von 63 Jahren, doch dieses wird – beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1952 – schrittweise angehoben.

Bergleute, die unter Tage beschäftigt gewesen sind, können ebenfalls abschlagsfrei in Rente gehen. Sind sie ab dem Jahre 1952 geboren, wird das Eintrittsalter schrittweise vom 60. Auf das 62. Lebensjahr angehoben.

Schlagwörter: Renteneintrittsalter, Rente, Rentenalter


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (6)

Max  (03.11.2016 16:45 Uhr):
Betroffener arbeitet in Österreich und hat hier als Jahrgang 1952 mit 65 Jahren den Anspruch auf Pension bereits erlangt. In Deutschland wo er lange Zeit vorher gearbeitet hat, muss er um den vollen Pensionsanspruch zu erlangen, noch ca. 6 Monate arbeiten. Wenn er als Bauarbeiter in den Monaten Jänner, Februar, evtl. März 2017 "Stempeln" geht und vorher den Pensionsanspruch in Österreich noch nicht beantragt, sondern zuwartet bis er auch den vollen Pensionsanspruch in Deutschland erlangt, wird ihm hier vom "Stempelgeld" ein Abzug getätigt ?!
Hartei  (21.10.2015 08:51 Uhr):
Betroffener 1953 geboren! Mit nun 62 Jahren mehr als 47 Beitragsjahre bei der Rentenversicherung. An der Rente 63 fehlen mir noch 14 Monate An der Schwerbehindertenrente 19 Monate Ich glaube das ich wenn ich gesundheitlich nicht mehr kann und mich krank schreiben lassen muss, noch gute Chancen habe in Harz 4 zu landen. Wenn ich bis zum Alter 65 durchhalten würde, bekäme ich meine 7 Monate länger arbeiten geschenkt. Als besonders langjährig Versicherter Schwerbehinderter nicht. Hier geht es nicht mehr darum eine Lebensleistung zu beurteilen, sondern nur noch ums kürzen der Rente. Die Politik soll die Rentenversicherung anweisen die Rentenmitteilungen für Schwerbehinderte meiner Altersgruppe mit den Ausdrucken "JEDEM DAS SEINE" oder "ARBEIT MACHT FREI" zu versehen. Abzüge für einen Monat früher in Rente + das was ich nicht mehr erarbeite sind genau 11€ 2322€ Bruttorente im Jahr kann ich mit den 19 Monaten die mir noch verbleiben dazugekommen Armes Deutschland!
rdennis  (16.10.2015 20:40 Uhr):
Ich habe vor 2011 einen Altersteilzeitvertrag unterschrieben mit der immer noch zutreffenden Aussage in 2017 in Rente zu gehen. Ich bin dann 63 Jahre alt. Jetzt werde ich durch den Staat auf deutsch gesagt beschissen und bekomme deutlich mehr Abzüge als von meiner Personalabteilung kalkuliert und vorgestellt. Was kann ich dagegen unternehmen?
Mia Mia  (15.10.2015 12:37 Uhr):
Es ist schon selten bzw gesundheiltlich schon sehr zehrend 45 Arbeitsjahre zu überstehen und wenn man daran denkt das es noch schwerer ist, als Schwerbehindeter 45 Arbeitsjahre zu überstehen, sehe ich die Gerechtigkeit nicht. Wie ist es wenn ein Schwerbehindeter, 45 Beitragsjahre noch dazu eingezahlt hat?? Wird man trotz zusätzlicher Schwerbehinderung, nun genauso behandelt als ob man nicht mehr Schwerbehindert wäre? Oder wurde an dem Ausgleich der Benachteiligung nicht gedacht?
Gast  (15.10.2015 08:05 Uhr):
Hallo, ich bin Schwbh und werde dieses Jahr noch 64. Gilt für mich noch abzugsfreie Rente ab 63 oder schon ab 65?
irmi  (15.06.2015 15:24 Uhr):
Ich bin Jahrgang 1958, habe mit knapp 17 J. eine Ausbildung gemacht und bin seitdem ununterbrochen berufstätig - Ausnahme: 3 Jahre Elternzeit. Kann ich mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen? Was mich irritiert: Vor Kurzem kam mein aktueller Rentenbescheid. Hiernach kann ich erst mit 66 in Rente gehen. Was stimmt jetzt?





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