Was ist ein Sportpferd und welche rechtlichen Regelungen gibt es?

Autor: , verfasst am 10.07.2017, 11:16| Jetzt kommentieren

Wenn es darum geht, sich ein Pferd zuzulegen, stellt sich natürlich die Frage, welche Rasse am besten zu einem selbst und den persönlichen Reitzielen passt. Möchte man einfach nur gemütlich in seiner Freizeit ins Gelände reiten? Oder strebt man höhere Ziele an und möchte mit seinem Pferd an sportlichen Wettbewerben teilnehmen? Wenn dem so ist, dann sollte die Wahl auf ein Sportpferd fallen, das für diese Einsatzzwecke bestens geeignet ist.

Sportpferd  (© CSschmuck)
Sportpferd
(© CSschmuck)

Was versteht man unter einem Sportpferd?

Die Bezeichnung „Sportpferd“ ist ein Sammelbegriff. Darunter werden die Pferde zusammengefasst, die bevorzugt zu sportlichen Wettbewerben eingesetzt werden. Dazu zählen folgende Disziplinen:

  • Dressur
  • Springreiten
  • Vielseitigkeit
  • Fahrsport

Ein Sportpferd ist also etwas anderes als ein Rennpferd, bei dem es hauptsächlich auf die Geschwindigkeit des Pferdes ankommt.

Sportpferde werden entsprechend gezüchtet, um die benötigten Merkmale für ihre sportliche Tauglichkeit zu optimieren und herauszuarbeiten. So sollten Sportpferde in allen Gangarten korrekte Bewegungen ausführen, sie sollten ein entsprechendes Sprungvermögen besitzen, leistungsstark und ausdauernd sein.

Welche Pferderassen sind als Sportpferde besonders beliebt?

Einige Pferderassen haben sich als beliebte Sportpferde etablieren können. Dazu gehören Oldenburger, Holsteiner und Hannoveraner.

Holsteiner:

Der Holsteiner stammt aus Schleswig-Holstein und gehört zum Deutschen Reitpferd. Das Warmblut gilt als athletisch und mit den perfekten Anlagen für den Springsport, die Vielseitigkeit und die Dressur versehen. Dabei behält sich der Holsteiner sein ausgeglichenes Temperament und gilt u.a. als unkompliziert und nervenstark. Der Galopp ist schwungvoll, der Trab raumgreifend und der Schritt lang.

Hannoveraner:

Das Hauptzuchtgebiet des Hannoveraner befindet sich in Niedersachsen. Das Haupteinsatzgebiet für die Rasse umfasst den Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitssport sowie das Fahren und das Freizeitreiten. Gezüchtet wird das Warmblut als Leistungs- und Freizeitpferd. Hannoveraner besitzen eine gute Rittigkeit, eine entsprechende Springveranlagung und ein exzellentes Gangwerk. Er ist temperamentvoll und dennoch ausgeglichen und aufmerksam. Der Einsatz als Sportpferd kann auf höchstem Niveau erfolgen. Hannoveraner konnten bereits zahlreiche sportliche Siege verbuchen. So wurden sie schon mehrfach Weltmeister und Europameister im Springen, in der Dressur und in der Vielseitigkeit.

Oldenburger:

Das Hauptzuchtgebiet Oldenburg in Norddeutschland besitzt einen der größten deutschen Pferdezuchtverbände. Der Oldenburger hat sich als beliebtes und erfolgreiches Sportpferd etabliert. Der Charakter ist stark und gutmütig. Der Oldenburger ist ein mutiges Pferd, dessen drei Gangarten sind allesamt als leicht, raumgreifend und taktmäßig bezeichnen lassen.

Die Einsatzgebiete eines Sportpferdes

Sportpferde werden gern als Dressurpferd eingesetzt. Beim Dressurreiten sollen die natürlichen Bewegungen des Pferdes noch verfeinert und gefördert werden. Durch die Sensibilisierung des Pferdes und die gymnastischen Übungen, die bei der Dressur genutzt werden, sollen u.a. Kraft und Beweglichkeit des Pferdes erhöht werden.

Weiterhin bildet das Springreiten eine Kategorie, in der sich speziell gezüchtete Sportpferde bewährt haben. Hierbei gilt es, mit dem Pferd einen Parcours zu absolvieren, dessen Reihenfolge schon feststeht. Der Parcours wird dementsprechend abgeritten und das Pferd muss unterschiedliche Hindernisse überwinden.

Daneben gibt es auch noch das Vielseitigkeitsreiten, für das das Sportpferd gern eingesetzt wird. Es handelt sich hierbei um einen Mehrkampf, dessen Teilprüfungen sich aus Dressur, Geländeritt und Springen zusammensetzen. An das Sportpferd werden im Bereich des Vielseitigkeitsreitens hohe Anforderungen gestellt. Es muss sich konzentrieren können und darf sich von seiner Umwelt nicht ablenken lassen. Ein Vielseitigkeitspferd muss eine hohe Leistungsbereitschaft mitbringen und ebenso viel Mut. Es muss Entfernungen gut einschätzen können und über ein hervorragendes Sehvermögen verfügen.

Sportpferd und Besitzer müssen zusammenpassen

Wer ein Sportpferd kauft, sollte dem Tier auch die Möglichkeit geben können, seine Natur auszuleben. Sollte man als Reiter selbst gar keine Veranlagung dazu haben, in den professionellen Reitsport einzutreten, das Pferd entsprechend auszulasten oder an Turnieren teilzunehmen, finden sich andere passende Pferderassen, die besser zu einem entspannten Freizeitreiter passen und diesem viel Freude bereiten werden.

Das Sportpferd und die Versicherung

Ein für den Sport eingesetztes Pferd wird natürlich entsprechend häufig geritten und trainiert. Dadurch erhöht sich natürlich auch das potentielle Unfallrisiko für den Reiter. Gerade das Springtraining bringt hier hohe Risiken mit sich. Verweigert das Pferd beispielsweise den Sprung, ist ein Sturz praktisch vorprogrammiert. Empfehlenswert ist daher der Abschluss einer Reiterunfallversicherung.

Insbesondere in der Prüfung ist das Stress-Level sowohl für Mensch wie Tier hoch. Wenn Pferd und Reiter nervös werden oder abgelenkt sind (z.B. durch die fremde Umgebung und die anderen Pferde), kommt es ebenfalls leicht zu Unfällen. Die Sportpferde-Züchtungen sind zudem meist „hoch im Blut“, also recht temperamentvoll. Alles in allem genommen, gibt es viele gute Gründe, die für den Abschluss einer Reiterunfallversicherung sprechen. Diese sollte alle Unfälle abdecken, die sich nicht nur beim Reiten, sondern auch beim Auf- und Absitzen sowie beim generellen Umgang mit dem Pferd ereignen können. Wichtig ist auch, dass alle Personen mitversichert sind, die das Pferd reiten, also auch eventuelle Reitbeteiligungen. Dies ist gerade für Sport- und Turnierpferde wichtig, da diese meist von mehreren Personen geritten und versorgt werden.

Wichtig: Eine Reiterunfallversicherung zeichnet sich im Gegensatz zur normalen Pferdehaftpflichtversicherung eben gerade dadurch aus, dass nicht nur Schäden an Dritten versichert werden, sondern auch der eigentliche Pferdebesitzer mitversichert wird.

Die Turnierpferdeeintragung

Wird ein edles Sportpferd gehalten, möchte man mit diesem in den meisten Fällen auch an Turnieren teilnehmen, um den eigenen Ausbildungsfortschritt sowie den des Pferdes zu überprüfen und beurteilen zu lassen.

Nun stellt sich die Frage, wie sich das Pferd in das Turnierpferderegister der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) eintragen lässt. Dabei ist es ganz einfach, dass das eigene Pferd zum Turnierpferd wird. Damit das Pferd zum Turniersport zugelassen wird, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Ab den LPO-Prüfungen muss das Pferd im Turnierpferderegister eingetragen sein.

Zu jedem Pferd gehört grundsätzlich ein sogenannter Pferdepass. Dieser muss auch mitgenommen werden, wenn ein Turnier besucht wird. In diesem Pferdepass werden alle wichtigen das Pferd betreffende Daten gelistet, zum Beispiel Geburtsdatum und Geburtsort sowie Abstammung, Impfungen, Besitzer und Züchter. Im Pferdepass wird auch die Turnierpferdeeintragung vermerkt.

Damit das Pferd nun ins Turnierpferderegister aufgenommen wird, muss dem FN der Pferdepass übersendet werden. Das Registrieren hat den Sinn und Zweck, dass später die Turniererfolge von Pferd und Reiter auch wirklich korrekt erfasst werden können. Die Platzierungen der Pferde können dann auch online über eine Seite des FN eingesehen werden.


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