Hinterlegung im zentralen Testamentsregister: Anleitung, Vorteile & Kosten

Autor: , verfasst am 16.03.2017, 10:23| Jetzt kommentieren

Bei dem zentralen Testamentsregister (ZTR) handelt es sich um ein von der Bundesnotarkammer geführtes Register, welches die Verwahrangaben zu sämtlichen erbfolgerelevanten Unterlagen – also insbesondere Testamente – enthält, sei es solche, die vor einem Notar öffentlich errichtet oder in gerichtliche Verwahrung gegeben wurden. Wie die Registrierung funktioniert, welche Vorteile sie bringt und mit welchen Kosten zu rechnen ist, erfahren Sie hier:
 

Das Testamentsregister: Anleitung, Vorteile & Kosten (© Yanlev - Fotolia.com)
Das Testamentsregister: Anleitung, Vorteile & Kosten
(© Yanlev - Fotolia.com)

Die Registrierung beim zentralen Testamentsregister (ZTR)

Eine Registrierung von erbfolgerelevanten Urkunden ist nur bei amtlicher Verwahrung (also bei Hinterlegung des Testaments beim Nachlassgericht) und bei notarieller Beurkundung möglich und in diesen Fällen auch verpflichtend. Nicht registriert werden können also solche Testamente, die zu Hause beispielsweise im Schrank aufbewahrt werden.

Die Übermittlung der erforderlichen Verwahrangaben erfolgt nicht auf Antrag des Testierenden. Vielmehr sind der Notar bzw. das Nachlassgericht meldepflichtig:

  • der Notar in aller Regel bei dem sog. öffentlichen Testament, also bei seiner bei notariellen Beurkundung des Testaments

und

  • das Nachlassgericht bei dem sog. eigenhändigen Testament, welches dort zur amtlichen Verwahrung hinterlegt wurde.

Die Notare und Gerichte sind über besonders gesicherte Verbindungen des Justiz- und Notarnetzes mit der Registerbehörde verbunden, sodass die Registrierung ausschließlich elektronisch erfolgt.

Lesen Sie hierzu ergänzend zur amtlichen Verwahrung des Testaments beim Nachlassgericht sowie zu den Fragestellungen, wie ein handschriftliches Testament überhaupt errichtet wird, welche Vorteile es gegenüber einem öffentlichen Testament hat und welche Kosten damit verbunden sind, unseren Ratgeber „Gebühren: Was kostet die Hinterlegung eines Testaments beim Gericht?“.

 

Der Inhalt des zentralen Testamentsregisters (ZTR)

Die Registrierbehörde nimmt folgende Daten in das zentrale Testamentsregister auf:

  • Daten des Erblassers
    • Vorname(n), Familienname, Geburtsname und Geschlecht
    • Tag, Ort und Staat der Geburt
    • Geburtsstandesamt und Geburtenbuchnummer, soweit die Geburt des Erblassers im Inland beurkundet wurde
       
  • Daten der Urkunde
    • Art der erbfolgerelevanten Urkunde
    • Datum der erbfolgerelevanten Urkunde
    • Name und Amtssitz des beurkundenden Notars sowie Urkundenrollennummer
       
  • Daten zur Verwahrung
    • Bezeichnung und Anschrift der Verwahrstelle
    • Verwahrkennzeichen (Verwahrbuchnummer, Aktenzeichen, Urkundenrollennummer)
       
  • zusätzliche Angaben bzw. sonstige Bemerkungen, die für das Auffinden der erbfolgerelevanten Urkunde erforderlich sind
     

Die Vorteile einer Registrierung beim zentralen Testamentsregister (ZTR)

Das elektronische Register bietet zunächst den Vorteil, dass sich die Erben nicht selbst darum kümmern müssen, sondern dass das Register in jedem Sterbefall von Amts wegen auf vorhandene Testamente und andere erbfolgerelevante Urkunden hin geprüft wird. Daraufhin informiert die Bundesnotarkammer das zuständige Nachlassgericht, ob und welche Verfügungen von Todes wegen zu beachten sind.

Daraus ergibt sich nicht nur der Vorteil, dass die Verwahrangaben zu erbfolgerelevanten Urkunden im Sterbefall schnell und sicher aufgefunden werden, sondern auch dass das Nachlassverfahren schneller und effizienter durchgeführt werden kann.

 

Die Kosten der Registrierung beim zentralen Testamentsregister (ZTR)

Die Registrierungskosten richtet sich danach, ob der Melder (sei es Notar oder Nachlassgericht) oder die Bundesnotarkammer selbst die Gebühr beim Erblasser für die Eintragungen in das zentrale Testamentsregister erhebt:

  • Die Registrierungsgebühr beträgt 15,00 Euro pro Registrierung, wenn sie vom Notar bzw. vom Gericht entgegengenommen wird.
     
  • Sollte hingegen die Bundesnotarkammer die Kosten selbst entgegennehmen, so beträgt die Registrierungsgebühr 18,00 Euro pro Registrierung.

Die Registerkosten decken sämtliche Kosten der Registrierung ab, also auch solche für eventuelle Berichtigungen, Ergänzungen und Folgeregistrierungen sowie für die Benachrichtigung im Sterbefall.

Zu beachten ist, dass im Gegensatz zur Hinterlegung eines gemeinschaftlichen Testaments, jeder Erblasser für die Eintragung seiner Daten in das zentrale Testamentsregister die dafür anfallende Gebühr bezahlen muss. Für Eheleute kostet die Registrierung also insgesamt 30,00 Euro bzw. 36,00 Euro.

Im Übrigen wird keine Umsatzsteuer auf die Registrierungsgebühr erhoben.

 

Die Hinterlegung des öffentlichen bzw. verwahrten Testaments beim zentralen Testamentsregister (ZTR) bietet viele Vorteile. Nicht nur erfolgt die Registrierung durch den Notar bzw. dem Nachlassgericht, was den bzw. die Erblasser organisatorisch entlastet, sondern erbfolgerelevanten Urkunden werden im Sterbefall schnell und sicher aufgefunden, um so die Umsetzung des letzten Willens des Erblassers gewährleisten zu können, und das Nachlassverfahren kann schneller und effizienter durchgeführt werden. Diese Vorteile sind vergleichsweise auch erschwinglich, da die Kosten für ein einzelnes Testament nicht höher als 18,00 Euro, und für ein gemeinschaftliches Testament nicht höher als 36,00 Euro, ausfallen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des zentralen Testamentsregisters.


Quelle: Sebastian Klingenberg, ref. iur.

Schlagwörter: Testamentsregister, ZTR, Hinterlegung, Registrierung, registrieren, Anleitung, Vorteil, Kosten, Gebühr, Bundesnotarkammer, Testament, öffentlich, eigenhändig, schriftlich, Verwahrung, Nachlassgericht


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