Kein Lohn ohne Arbeit

Autor: , verfasst am 01.09.2014, 09:04| Jetzt kommentieren

Die Brötchen wollen erstmal verdient sein. Dieser Satz kommt nicht von ungefähr, da die Arbeitsleistung erst einmal erbracht werden muss, um am Ende des Monats seine Lohn überwiesen zu bekommen. Doch was ist, wenn die Arbeitsleistung mal nicht erbracht werden kann? Entfällt der Anspruch auf Lohnzahlung dann immer. Der folgende Beitrag wird Ihnen diese Frage beantworten.
 
Grundsatz
Den Grundsatz des Arbeitsrechts erfasst bereits die Überschrift dieses Artikels. Es gilt kein Lohnanspruch ohne Arbeitsleitung. Der Anspruch entsteht mit Abschluss eines wirksamen Arbeitsvertrages. Bei Nichterbringung der Arbeitsleistung kann es zu einer Kürzung des Anspruchs kommen.
 
Bahn hat Verspätung
Hat man verschlafen, kommt man aufgrund der Verkehrslage oder wegen eines verspäteten Zuges zu spät zur Arbeit, hat man für diese Zeit keinen Anspruch auf Lohnzahlung. Der Arbeitnehmer hat das Wegerisiko zur Arbeitsstelle selbst zu tragen. Die Nichterbringung der Arbeitsleistung aus diesen beispielhaften Gründen ist daher vom Arbeitnehmer zu vertreten, da sie in seine Sphäre fallen. Sein Anspruch auf Lohn wird daher gekürzt.
 
Ein schwerer Unfall voraus
Befinden Sie sich auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz und ereignet sich währenddessen vor ihnen ein Verkehrsunfall, sind sie gesetzlich verpflichtet Hilfe zu leisten, § 323 c StGB. Ihnen ist für die Zeit in der sie ihrer Verpflichtung nachkommen die Erbringung der Arbeitsleistung rechtlich unmöglich. In diesem Fall bleibt ihr Anspruch auf Lohn ungekürzt bestehen.
 
Krankes Kind zu Hause
Wird das Kind plötzlich krank, ist ein Sterbefall eines Angehörigen eingetreten oder ist man als Zeuge vor Gericht geladen, kann ein Ar­beit­neh­mer entsprechend § 616 Satz 1 BGB für ei­ne verhält­nismäßig nicht er­heb­li­che Zeit durch ei­nen in sei­ner Per­son lie­gen­den Grund oh­ne sein Ver­schul­den an der Dienst­leis­tung ver­hin­dert sein. Eine solche Verhinderung kürzt den Anspruch auf Lohnzahlung nicht.
 
Leeres Lokal
Der Betreiber einer Kneipe, der zwei Bedienungen angestellt hat, kann diese im Falle eines leeren Lokals nicht unbezahlt nach Hause schicken. Das wirtschaftliche Risiko liegt in der Sphäre des Auftragsgebers und darf nicht zu Lasten der Arbeitnehmer gehen. Der Lohnanspruch besteht ungekürzt.
 
Die Maschinen stehen still
Ein Stromausfall kann dazu führen, dass im Betrieb gar nichts mehr läuft. Bei einem solchen von keiner Seite zu vertretenen Schaden spricht man von der Lehre des Betriebsrisikos, § 615 S.1 BGB. Gelöst wird das beiderseitige Nichtverschulden, indem man der Seite, in dessen Gefahrenkreis die Betriebsstörung fällt den Schaden aufbürdet. Im Falle eines Stromausfalls besteht daher für den Arbeitnehmer ein ungekürzter Lohnanspruch. Eine Ausnahme dazu gibt es allerdings. Führt die betriebliche Störung soweit, dass die Existenz des Betriebs bei Lohnfortzahlung bedroht wäre, wird der Anspruch gekürzt, denn eine Lohnmilderung ist dann das mildere Mittel.
 
Fazit
Ein Grundsatz und eine Menge Ausnahmen. Die Beantwortung, der anfangs aufgeworfene Frage ist vielschichtig und muss differenziert vorgenommen werden. Schließlich lässt sich festhält, dass die Brötchen müssen wohl doch nicht immer „verdient“ werden müssen.

Lohn  (© Marco2811 - Fotolia.com)
Lohn
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Schlagwörter: Arbeit, Lohn, Arbeitnehmer, Anspruch auf Lohn, Lohnanspruch ohne Arbeit


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