Die Erstberatung beim Anwalt

Autor: , verfasst am 16.01.2017, 11:33| Jetzt kommentieren

Welche Rechtsberatung kommt für Sie in Frage?

Natürlich muss nicht immer gleich der Gang vor Gericht erforderlich sein. Auch eine Beratung kann Ihnen, je nach Fallgestaltung, bereits weiterhelfen. Zumindest lassen sich durch ein Beratungsgespräch wichtige Fragen klären und gemeinsam eine Strategie erörtern. Ein Erstgespräch ist zudem wichtig, damit Sie einen Eindruck von Ihrem Anwalt erhalten und entscheiden können, ob Sie ihm das Mandat übertragen wollen oder nicht.

Rechtsanwalt (© RRF - Fotolia.com)
Rechtsanwalt
(© RRF - Fotolia.com)

Ihnen stehen verschiedene Möglichkeiten der Beratung zur Auswahl. Beachten Sie dabei, dass unter Umständen nicht jede Kanzlei alle Möglichkeiten der Rechtsberatung anbietet.

Persönliche Beratung in der Kanzlei

Dies ist wohl die beste Art, ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Der Vorteil, einen Anwalt vor Ort zu wählen, liegt darin, dass Sie ihn problemlos aufsuchen können. Der persönliche Kontakt stärkt das gegenseitige Vertrauensverhältnis. Zudem können in der Kanzlei Akten gemeinsam durchgegangen werden. Auch wenn sich der Anwalt in der Nähe befindet, bedeutet ein Beratungsgespräch in der Kanzlei aber immer noch, dass Sie Zeit für den Weg einberechnen müssen.

Beratungsgespräch am Telefon

Ein umfassendes Beratungsgespräch am Telefon ist nicht empfehlenswert. Dennoch ist das Telefon ein gutes Kommunikationsmittel, wenn es sich um leichte, schnell zu beantwortende Fragen handelt. Auch ein kurzer Austausch zwischendurch lässt sich über das Telefon erledigen, sodass Sie hierfür nicht den Weg in die Kanzlei auf sich nehmen müssen. Gut zu wissen ist für Sie hierbei, dass natürlich auch die Angaben, die Ihr Anwalt am Telefon macht, als verbindlich anzusehen sind.

Beratungsgespräch per E-Mail

Ein wirkliches Gespräch wird sich in einer E-Mail-Kommunikation nur schwer entwickeln können. Daher ist die elektronische Kontaktaufnahme am wenigsten empfehlenswert. Nützlich kann das Versenden von E-Mails aber etwa sein, wenn Sie und Ihr Anwalt sich schnell Dokumente austauschen wollen, die zuvor eingescannt wurden. Auch einfache Fragen lassen sich durchaus per E-Mail abklären. Auch wenn das Schreiben einer E-Mail als einfache Tätigkeit erscheint, sollten Sie dennoch wissen, dass selbstverständlich auch hierfür ein Honorar verlangt werden kann. Ebenso wie bei einem Beratungsgespräch am Telefon, gilt auch beim E-Mail-Verkehr, dass die Aussagen des Anwalts verbindlich sind.

JuraForum-Tipp: Wenn Sie die Möglichkeit haben, nehmen Sie ein persönliches Beratungsgespräch vor Ort in der Kanzlei des ausgewählten Anwalts in Anspruch. Sollten Sie ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt in Betracht ziehen, jedoch noch wegen der entstehenden Kosten des Mandats zögern, dann wenden Sie sich am besten an das Gericht, welches für Ihren Fall zuständig ist.

 

Dort befindet sich eine Rechtsberatungsstelle, die ggfs. Prozesskostenhilfe gewähren kann. Hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Sie müssen z.B. gewillt sein, Ihre finanziellen Verhältnisse offenzulegen. Durch die Prozesskostenhilfe wird es Ihnen aber auch bei einem geringen Einkommen ermöglicht, Ihre Rechte durch einen Anwalt verteidigen zu lassen. Die Sozialstaatlichkeit verlangt, dass niemandem aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse der Weg zu Gericht verwehrt bleiben soll. Lassen Sie prüfen, ob Sie die Voraussetzungen für eine Gewährung von Prozesskostenhilfe erfüllen.

Die wichtigsten Informationen rund um die Erstberatung

Es herrscht immer noch der verbreitete Irrglaube, dass eine Erstberatung bei einem Rechtsanwalt generell kostenlos sei. Dies stimmt jedoch nicht. § 34 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) stellt diesbezüglich die Regelungen für die Erstberatung auf:

  • Eine Erstberatung kann in der Kanzlei vor Ort stattfinden
  • Eine Erstberatung ist aber auch telefonisch möglich

Mit Sicherheit fragen Sie sich auch, welche Kosten für eine Erstberatung auf Sie zukommen können. Pauschal lässt sich diese Frage jedoch nicht beantworten.

  • Eine Erstberatung kann zwischen 10 und 190 Euro kosten
  • Hinzu kommt ggf. noch die Umsatzsteuer
  • Nicht jeder Anwalt ist jedoch umsatzsteuerpflichtig
  • Fragen Sie Ihren Anwalt im Vorfeld nach den Kosten für eine Erstberatung, unter Umständen ist dieser auch dazu bereit, über die Kosten zu verhandeln

Eine Erstberatung ist für Mandant und Anwalt gleichermaßen sinnvoll. Denn der Rechtsanwalt erhofft sich natürlich, durch die Erstberatung das Mandat zu erhalten. Weil Anwälte sehr daran interessiert sind, über eine Erstberatung an neue Mandanten zu kommen, sind sie meist auch bereit, mit dem Preis etwas nach unten zu gehen. Mit etwas Verhandlungsgeschick können Sie also durchaus eine günstigere Erstberatung erzielen.

  • Je mehr Anwälte in einer Stadt ansässig sind, desto eher fällt die Erstberatung günstiger aus
  • Fachanwälte lassen aufgrund ihrer Spezialisierung und der Qualität ihrer Dienstleistungen deutlich seltener mit sich verhandeln
  • Die Preise in Großkanzleien fallen meist höher aus
  • § 34 RVG bezieht sich mit den Kostenangaben ausschließlich auf Verbraucher
  • Für Unternehmen können die Kosten für eine Erstberatung höher ausfallen

Für Mandanten hat die Erstberatung den Sinn, um eine erste Lagebesprechung vorzunehmen. Sie können Ihre rechtliche Situation danach wesentlich besser einschätzen und wissen, ob es sich lohnt, im konkreten Fall eine Klage einzureichen.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihre Rechnung für die Erstberatung zu hoch ausgefallen ist, können Sie sich an die zuständige Rechtsanwaltskammer wenden, in der Ihr Anwalt organisiert ist. Dort wird sich dann die Schlichtungsstelle um den Fall kümmern. Da für eine Erstberatung ein Höchstbetrag gesetzlich festgelegt ist und Sie zudem im Vorfeld die Kosten erfragen können, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Ihnen Ihr Anwalt eine zu hohe Rechnung ausstellt für die Erstberatung.

JuraForum-Tipp: Nehmen Sie die Möglichkeit einer Erstberatung bei Ihrem Anwalt wahr. Fragen Sie im Vorfeld bereits nach den Kosten, sobald der erste Kontakt zur Kanzlei hergestellt ist. So lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden.

 

Vorbereitung auf das Erstgespräch

Damit das Erstgespräch möglichst effizient ablaufen kann, sollten vorher bereits folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Stellen Sie alle Unterlagen zusammen und nehmen Sie diese in die Kanzlei mit.
  • Denken Sie auch an evtl. vorhandene Police Ihrer Rechtsschutzversicherung.
  • Machen Sie sich Notizen zu Fragen, die Sie stellen wollen, damit Sie nichts vergessen.
  • Denken Sie an alles, was von Relevanz sein könnte: Briefe, Notizen, ausgedruckte E-Mail, Telefonübersichten usw. Bringen Sie lieber mehr als zu wenig mit.
  • Wenn möglich, erstellen Sie eine chronologische Übersicht, welche die einzelnen wichtigen Punkte des Sachverhalts beinhaltet. Dadurch  findet sich Ihr Anwalt schneller zurecht.
  • Spielen Zeugen eine Rolle? Wenn dem so ist, erstellen Sie eine Liste mit allen Kontaktdaten.

Wenn Sie sich mit Ihrem Rechtsanwalt treffen, können auch Sie dazu beitragen, dass die gemeinsame Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt wird. Ein effektives Zusammenarbeiten hängt immer auch von beiden Seiten ab.

Schon auf das erste Treffen können Sie sich gut vorbereiten:

  • Bringen Sie alle Unterlagen mit sich, die den Sachverhalt betreffen, beispielsweise Verträge oder Schriftwechsel mit der gegnerischen Seite.
  • Nutzen Sie das Auswählen der Unterlagen auch dazu, sich selbst noch einmal mit allen Details und Fakten des Sachverhalts zu befassen und sich ggf. Notizen zu machen, worauf Sie den Anwalt noch hinweisen möchten, oder was Sie ihn fragen wollen.
  • Vielleicht haben Sie eine Art Tagebuch über den Sachverhalt geführt und können dem Anwalt wichtige Daten nennen?
  • Können Sie Zeugen nennen, die Ihre Angaben untermauern können?

Wenn Sie das erste Mal bei Ihrem Anwalt sind ist es in jedem Fall wichtig, alle relevanten Tatsachen zu nennen, selbst wenn diese zunächst unbedeutend erscheinen mögen. Der Anwalt wird entscheiden, welche Fakten er für seine Verteidigungsstrategie verwerten kann. Darüber hinaus ist es immer wichtig, dass der Anwalt alle Details kennt, damit er eine schlüssige und überzeugende Verteidigung übernehmen kann. Es wäre sehr unangenehm, wenn beispielsweise der gegnerische Anwalt vor Gericht plötzlich Fakten auf den Tisch legen würde, von denen Sie Ihrem Anwalt gegenüber noch nie etwas erwähnt haben. Es ist also immer in Ihrem Interesse, dem Anwalt gegenüber offen und ehrlich zu sein.

Es gibt auch rechtliche Aspekte die Sie beachten sollten:

  • Ein Gerichtsverfahren ist immer mit Fristen verbunden. Reichen Sie bestimmte Beweismittel zu spät ein, so finden diese keine Berücksichtigung mehr. Hier also keine wertvolle Zeit verlieren.
  • In der zweiten Instanz ist es für gewöhnlich nicht mehr möglich, neue Tatsachen vorzutragen. Was bis dahin nicht bekannt ist, kann für die Verteidigung also keine Rolle mehr spielen.

Beim ersten Treffen haben Sie auch die Möglichkeit, sich nach den Anwaltskosten zu erkundigen. Besitzen Sie eine eigene Rechtsschutzversicherung? Dann weisen Sie Ihren Anwalt darauf hin und bringen Sie die entsprechenden Versicherungsunterlagen am besten gleich mit in die Kanzlei.

JuraForum-Tipp: Bereiten Sie sich in Ruhe auf das erste Treffen mit Ihrem Anwalt vor und machen Sie alle nötigen Angaben zum Sachverhalt.

 

Für eine erfolgreiche Fallbearbeitung ist eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Mandant und Anwalt erforderlich. Der Anwalt übernimmt zwar die Rechtsvertretung, doch Sie müssen ihm auch entsprechend zuarbeiten, damit er für eine umfassende Vertretung sorgen kann. Dazu gehört natürlich auch, offen und ehrlich über den Sachverhalt zu sprechen sowie keine Details und Fakten zu verschweigen. Es ist letztlich in Ihrem Interesse, den Anwalt mit den Details des Falls vertraut zu machen.

Worauf sollten Sie bei einem Erstgespräch mit Ihrem Anwalt achten?

Sie haben endlich einen Anwalt gefunden, den Sie gleichermaßen als sympathisch und kompetent erachten. Daher steht einem Termin für ein Erstberatungsgespräch nichts mehr im Wege.

Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die bisher das Glück hatten, ohne rechtliche Komplikationen durchs Leben zu kommen. Da es jedoch für alles ein erstes Mal gibt, kann es durchaus sein, dass es auch für Sie früher oder später nötig sein wird, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Haben Sie diesbezüglich keine Bedenken, denn ein Anwalt ist bei Rechtsproblemen Ihr Freund und Helfer und wird sich für Ihre Interessen einsetzen. Es gibt also keinen Grund der dagegen spricht, sich einen Anwalt zu nehmen, wenn dies erforderlich sein sollte. Ist die erste Kontaktaufnahme erst einmal geschafft, kann es zu einem Erstgespräch kommen.

JuraForum-Tipp: Wenn Sie Zweifel haben, ob der Anwalt im Erstgespräch der richtige für Sie ist, sollten Sie Kontakte zu weiteren Anwälten herstellen und hinterher eine Entscheidung fällen.

 

Steht der Termin für das Erstberatungsgespräch fest, treffen Mandant und Anwalt das erste Mal aufeinander. Hier wird nun entschieden, ob auch die sprichwörtliche Chemie zwischen ihnen stimmt. Erst wenn Sie die Vollmachtserklärung unterschrieben haben, wird dem Anwalt das Mandat erteilt. Sollten Sie kein gutes Gefühl haben, können sich nach dem Erstgespräch die Wege auch wieder trennen.

Im Erstgespräch sollte man auf einige Punkte achten, die bei der Auswahl des Rechtsanwalts mit einfließen sollten:

  • Hört er Ihnen zu und geht er auf Ihre Fragen ein?
  • Wirkt er konzentriert oder eher abwesend und mit den Gedanken schon beim nächsten Fall?
  • Macht er auch bezüglich der Kosten klare Angaben?
  • Hat er bereits Erfahrungen mit vergleichbaren Fällen gemacht? Wie gut kennt er sich mit dem Rechtsgebiet aus?
  • Nimmt er Sie und Ihre Sorgen ernst?

Hier noch einmal ausführlicher:

Ordnung ist das halbe Leben

Welchen Eindruck macht die Kanzlei auf Sie? Hierbei geht es nicht darum, dass Sie nur in einem Luxusbüro gut aufgehoben sind. Doch sollte es insgesamt einen geordneten und ordentlichen Eindruck machen. Das Genie mag zwar das Chaos beherrschen, doch jemanden mit seinen Rechtsbelangen zu vertrauen, bei dem sich Akten stapeln und die Wände mit bunten Post-Its tapeziert sind, fällt mitunter schwer. Wer einen strukturierten Eindruck vermittelt, dem traut man auch zu, dass er sich an Fristen halten kann.

Ist Ihr Anwalt ganz bei Ihnen?

Wie verläuft das Gespräch allgemein? Konzentriert sich der Anwalt auf Sie? Hört er Ihnen zu, hakt er nach? Oder ist er gedanklich bereits beim nächsten Termin und lässt sich leicht ablenken. Es ist Ihr gutes Recht, von Ihrem Anwalt volle Aufmerksamkeit zu verlangen.

Wie flexibel ist Ihr Anwalt?

Ihr Anwalt sollte nicht nur stur eine Richtung verfolgen, sondern auch um Alternativen bemüht sein. Vor allem sollte es ihm auch daran gelegen sein, eine gütliche, außergerichtliche Einigung zu erzielen. Erst dann sollte er in Erwägung ziehen, zu prozessieren.

Über Geld spricht man doch

Manchmal aber doch. Zumindest wenn man sich in einem Erstberatungsgespräch beim Anwalt befindet. Die Kostenfrage ist nicht unwichtig und kann daher von Ihrer Seite aus durchaus angesprochen werden. Wie reagiert der Anwalt? Gibt er bereitwillig Auskunft oder will er, dass Sie sich mit ausweichenden Antworten zufriedengeben? Er muss sein Honorar nicht auf den Cent genau nennen, eine Größenordnung zur besseren Orientierung ist jedoch in jedem Fall angebracht.

Nimmt er Sie ernst

Bei einem Beratungsgespräch trifft juristischer Fachmann auf juristischen Laien. Der Anwalt sollte Ihnen seine Fachkompetenz vermitteln, jedoch dennoch verständlich bleiben. Zudem muss er Sie und Ihre Sorgen ernst nehmen. Für Ihn mag es beruflicher Alltag sein, für Sie ist es eine außergewöhnliche und belastende Situation.

JuraForum-Tipp: Die Welt der Anwälte ist groß. Sie sind nicht von einem einzigen Anwalt abhängig, daher sollten Sie in jedem Fall den Rechtsanwalt wählen, der Ihnen das beste Gefühl vermittelt. Auch wenn Sie vielleicht ein Beratungsgespräch mehr absolvieren müssen, um diesen zu finden.

 

Weitere Tipps zur Erstberatung

Dieses Beratungsgespräch ist wichtig, um sich zum einen persönlich kennenzulernen und zum anderen, damit die wichtigsten Punkte bezüglich des weiteren Vorgehens besprochen werden können. Zuerst hört der Anwalt Ihnen bei der Fallschilderung zu (dabei keine wichtigen Details auslassen!). Danach hören Sie Ihrem Anwalt zu, wenn dieser Ihnen Lösungsmöglichkeiten näher legt.

Setzen Sie Ihren Anwalt ins Bilde

Damit Ihr Anwalt Ihnen wirklich effektiv und erfolgreich helfen kann, muss er natürlich wissen, „was Sache ist“. Dinge hier schön zu reden oder Fakten zu verschweigen, hilft niemandem, am wenigsten Ihnen. Seien Sie daher ehrlich zu sich selbst und zu Ihrem Rechtsanwalt. Machen Sie sich keine Sorgen, dass Ihr Anwalt mit Dritten über Ihren Fall sprechen könnte. Er ist gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Sie können zudem nicht nur reden, sondern auch vorlegen. Nämlich Dokumente, Briefe, Unterlagen, ausgedruckte E-Mails, Fotos; einfach alles, was zum Fall gehört und was in irgendeiner Weise relevant für die Fallbearbeitung sein kann. Zeigen Sie Ihrem Anwalt einfach alles, er wird selber entscheiden, was relevant ist.

Klare Ziele, klare Antworten

Sagen Sie dem Anwalt auch ganz klar, was Sie sich von seiner Beratung und Vertretung erhoffen. Was ist Ihr Ziel? Vielleicht möchten Sie nur, dass er einen Brief für Sie an einen schwierigen Nachbarn schickt, damit dieser wieder zur Vernunft kommt. Vielleicht möchten Sie Ihren Nachbarn aber auch auf Unterlassung verklagen und der Anwalt soll diesen Anspruch für Sie vor Gericht durchsetzen. Wenn der Anwalt weiß, was Sie wollen, wird er Ihnen sagen können, wie Sie es bekommen können. Natürlich kann der Lösungsweg beim Erstgespräch noch nicht bis ins letzte Detail präsentiert werden. Dies gilt umso mehr, je komplexer der Fall ist. Hier ist es erst nötig, sich umfassend mit dem Sachverhalt auseinanderzusetzen, bevor Lösungswege erarbeitet werden können. Doch eine grobe Richtung mit den dazu gehörigen Erfolgsaussichten ist in jedem Fall möglich.

Fragen Sie nach den Kosten

Scheuen Sie sich nicht, auch die Kostenfrage anzusprechen und sich diesbezüglich aufklären zu lassen. Verläuft das Gespräch insgesamt zur Zufriedenheit, können Sie dem Anwalt das Mandat erteilen und die dazugehörige Vollmachtserklärung unterschreiben.

Ihre Checkliste für Ihre anwaltliche Beratung:

Im besten Fall hat man natürlich selten bis gar nicht mit einem Anwalt zu tun. Doch gefeit ist niemand davor, sich einem Rechtsproblem gegenüber zu sehen. Und dann kann es notwendig sein, sich an einen Rechtsanwalt zu wenden. Hier wird es dann zu einem ersten Gespräch kommen, in dem Sie den Sachverhalt möglichst genau und natürlich der Wahrheit entsprechend schildern. Ihr Anwalt wird Ihnen erste Lösungswege aufzeigen und das mögliche Vorgehen besprechen. Zögern Sie auch nicht, sich über die anfallenden Kosten zu informieren. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, so erwähnen Sie dies. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, die Kosten für den Anwalt selbst zu tragen, informieren Sie sich über eine Prozesskostenhilfe.

Damit schon beim ersten Gespräch ein effektives Zusammenarbeiten möglich ist, können Sie sich ein wenig auf Ihren Termin bei Ihrem Rechtsanwalt vorbereiten.

Kommen Sie nicht zu spät

Damit ist natürlich zum einen gemeint, dass Sie sich an den ausgemachten Termin für die Erstberatung halten und pünktlich erscheinen, aber auch, dass Sie sich nicht erst an einen Anwalt wenden, wenn das Kind sprichwörtlich bereits in den Brunnen gefallen ist. Nicht nur wenn es um Gerichtsverfahren geht, können Fristen eine bedeutende Rolle spielen. Auch ein hervorragender Anwalt ist kein Zauberer und kann die Zeit nicht zurückdrehen. Wenn Sie Fristen untätig verstreichen lassen, kann sich Ihre rechtliche Situation noch zusätzlich verschlechtern. Kontaktieren Sie den Anwalt daher so früh wie möglich.

Machen Sie sich Gedanken

Gehen Sie vor dem Beratungsgespräch noch einmal den Fall selbst durch. Machen Sie sich Notizen, eventuell eine Zeitleiste, schreiben Sie Anmerkungen auf und vermerken Sie mögliche Zeugen. Vergessen Sie nicht, sich alle wichtigen Fragen zu notieren, die Sie Ihrem Anwalt stellen wollen. Ein gut vorbereitetes Gespräch kann effektiv und flüssig verlaufen. Andernfalls sitzen Sie mit leerem Kopf da und Ihnen fallen alle wichtigen Fragen erst ein, wenn Sie die Kanzlei schon wieder verlassen haben.

Legen Sie sich eine Mappe an

Tragen Sie alle Dokumente zusammen, die für die Fallbearbeitung eine Rolle spielen können (z.B. Verträge, Briefe, handschriftliche Notizen, ausgedruckte E-Mails usw.) Am besten eine eigene Mappe anlegen und dort alle relevanten Dokumente abheften. So ist alles stets ordentlich verwahrt und jederzeit griffbereit, ohne dass Sie lange suchen müssen. Nehmen Sie alles mit, was Ihnen wichtig und unwichtig erscheint. Ihr Anwalt wird dann entscheiden, welche Dokumente verwertet werden können.

Was wollen Sie eigentlich?

Überlegen Sie sich, was Ihr Anwalt eigentlich erreichen soll. Legen Sie fest, was Sie sich durch eine juristische Beratung oder Vertretung erhoffen. Sind Sie bereit, auch einen Kompromiss einzugehen? Oder scheuen Sie auch nicht den Gang vor Gericht, um die Ansprüche in jedem Fall gänzlich durchzusetzen?

JuraForum-Tipp: Vorbereitung ist alles! Dies gilt auch, wenn es um das Beratungsgespräch mit Ihrem Anwalt geht. Zeigen Sie Engagement!

 

JuraForum-Tipp:
Nehmen Sie unseren Mandantenfragebogen zur Erstberatung mit

Nutzen Sie unseren Mandantenfragenbogen als PDF zum Ausdrucken. Dort können Sie sich alle wichtigen Daten für Ihren Termin vor Ort aufschreiben. Zeigen bzw. geben Sie Ihrem Anwalt am besten den ausgefühlten Fragebogen zu Beginn des Gesprächs.


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