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Wissenschaftsfreiheit

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Erklärung zum Begriff Wissenschaftsfreiheit

Bei der Wissenschaftsfreiheit handelt es sich um die Freiheit der Wissenschaft und Forschung, welche gemäß Art. 5 GG eines der Grundrechte darstellt. Jede Tätigkeit, die gemäß ihrem Inhalt und ihrer Form als ein ernsthafter und planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist, wird von der Wissenschaftsfreiheit umfasst.

Gelegentlich wird die Wissenschaftsfreiheit auch als „Freiheit von Forschung, Lehre und Studium“ bezeichnet. Diese Begrifflichkeit bezieht sich zum einen darauf, dass ein Wissenschaftler seine forschende Fragestellung frei formulieren darf, die Methodik seines Vorgehens frei wählen sowie die erzielte Ergebnisse so bewerten und verbreiten darf, wie er es selbst möchte. Zum anderen obliegt es den Lehrern und Dozenten an einer Hochschule, selbst zu entscheiden, in welcher Form sie ihren Lehrstoff mitteilen möchten. Auch haben sie das Recht, ihre Lehrmeinung frei zu äußern. Studierende wiederum dürfen selbst entscheiden, welche Seminare und Vorlesungen sie im Rahmen ihres Studiengangs wann besuchen möchten. Dies beinhaltet auch, dass sie ihren Studienschwerpunkt selbst setzen können sowie ihre eigene Meinung zu Lehrthesen äußern dürfen. Selbst, wenn diese nicht mit der Meinung des Dozenten übereinstimmt, darf den Studierenden daraus kein Nachteil entstehen.

Die Wissenschaftsfreiheit steht unter keinem Gesetzesvorbehalt. Es ist jedoch selbstverständlich, dass die Wissenschaftsfreiheit nicht von der Verfassungstreue gemäß Art. 5 S. 3 GG entbindet.

In der EU gilt das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit für natürliche Personen, juristische Personen des Privatrechts sowie des öffentlichen Rechts. Es führt jedoch nicht dazu, dass eine Person gerichtlich aufgrund des Grundrechts gegen den Verlust ihres Arbeitsplatzes vorgehen kann, was beispielsweise bei einer Auflösung einer öffentlichen Forschungseinrichtung gegeben sein könnte.




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Gast, 21.11.2015 10:28


 
 

wissenschaftsfreiheit, art. 5 gg, freiheit der wissenschaft und forschung

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Entscheidungen zum Begriff Wissenschaftsfreiheit

  • BVERFG, 20.07.2010, 1 BvR 748/06
    1. Die Sicherung der Wissenschaftsfreiheit durch organisatorische Regelungen verlangt, dass die Träger der Wissenschaftsfreiheit durch ihre Vertreter in Hochschulorganen Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit abwehren und ihre fachliche Kompetenz zur Verwirklichung der Wissenschaftsfreiheit in die Universität einbringen können. Der...
  • OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 16.09.2003, 6 B 721/03
    1. Zur Reichweite der aus der Wissenschaftsfreiheit abgeleiteten Mitwirkungsrechte der Hochschullehrer einer aus zwei früheren Universitäten gebildeten neuen Universität bei der Bestellung des Gründungsrektors. 2. Zur gerichtlichen Überprüfung des als Bestandteil des Anforderungsprofils aufgestellten Negativerfordernisses, der...
  • OVG-SACHSEN-ANHALT, 16.09.2003, 2 M 157/03
    1. Professoren haben keinen Rechtsanspruch darauf, bestimmte Lehrveranstaltungen durch Aushang am Schwarzen Brett bekannt zu geben oder in das Vorlesungsverzeichnis aufgenommene Veranstaltungen mit von ihnen gewählten Kommentaren zu versehen. 2. Die Lehr- und Wissenschaftsfreiheit umfasst nicht die Festlegung von verfahrensmäßigen...
  • VG-KOELN, 11.05.2012, 19 K 140/10
    Erfolglose Klage gegen die Indizierung des Buchs von Herbert Hoff (Arnold Höfs) "Faktenspiegel V - Das belogene Volk Propaganda ohne Ende" - Jugendgefährdung wegen möglicher sozialethischer Desorientierung bei Verharmlosung der NS-Ideologie - zum (hier erfüllten) Straftatbestand des § 130 Abs. 3 StGB - kein Schutz der...
  • HESSISCHER-VGH, 12.07.2011, 1 B 1046/11
    1. Eine privat-rechtlich organisierte Universitätsklinik muss als beliehene Unternehmerin im Rahmen ihrer Organisationsentscheidungen beachten, dass das Grundrecht eines medizinischen Hochschullehrers auf Wissenschaftsfreiheit auch bei seiner Tätigkeit in der Krankenversorgung nicht unberücksichtigt bleiben darf.2. Aus der...

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