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Weltanschauungsfreiheit

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Erklärung zum Begriff Weltanschauungsfreiheit

Die Weltanschauungsfreiheit bezeichnet die Unverletzlichkeit des weltanschaulichen Bekenntnisses, welches gemäß Art. 4 GG gesetzlich definiert wird: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ Es ist neben der Glaubensfreiheit, der Gewissensfreiheit und der Bekenntnisfreiheit eines der Grundrechte, welche unter dem Oberbegriff "Religionsfreiheit" zusammengefasst werden können.

Gemäß der Weltanschauungsfreiheit ist es jedem Menschen gestattet, seine innerste Anschauung entwickeln und ausleben zu können, ohne sich dabei irgendwelchen Zwängen unterwerfen lassen zu müssen. Allerdings hat er auf die individuellen Freiheiten anderer Menschen Rücksicht zu nehmen. In der Praxis ist dies teilweise etwas schwierig; beispielsweise dann, wenn eine Gruppe von Personen, welche dieselbe Weltanschauung haben, sich auf öffentlichen Plätzen treffen. Zwangsläufig werden auch Unbeteiligte mit dieser Anschauung konfrontiert.

Die Weltanschauungsfreiheit ist zum einen ein subjektives Abwehrrecht gegenüber Einmischungen seitens des Staates in den persönlichen Bereich, zum anderen besitzt sie auch eine objektive Bedeutung, indem der Staat dazu verpflichtet ist, genügend Raum für die Entfaltung der persönlichen Weltanschauung zu schaffen. Dazu gehört auch, dass sich Personen, welche dieselbe Anschauung besitzen, zu Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsgemeinschaften zusammenschließen dürfen.




Mitwirkende/Autoren:
, ,
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Gast, 21.11.2015 12:56


 
 

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