Impressum | Registrierung | Foren-Login
 
Disclaimer | Datenschutz | RSS-Feeds

JuraForum.deJuraForum-WikiVVerbraucherdarlehen 

Verbraucherdarlehen

Lexikon

(0)
 

Erklärung zum Begriff Verbraucherdarlehen

Innerhalb des BGBs gibt es zahlreiche Vorschriften, die unter anderem den Inhalt und die  Form von Verbraucherdarlehensverträgen regeln. Diese sind in den §§  491- 505 BGB zu finden und sind aufgrund der Verbraucherkreditrichtlinie der europäischen Union aufgenommen worden.  Vor der Verbraucherkreditrichtlinie und der Schuldrechtsmodernisierung gab es ein eigenständiges Verbraucherkreditgesetz (VerbKrG), indem sämtliche Verbraucherkreditvorschriften zu finden waren. Das BGB hat die damaligen Regelungen größtenteils übernommen, sodass die heutigen Regelungen dem früheren VerbKrG entsprechen.

Zustandekommen eines Verbraucherdarlehens

Wie bei allen Verbraucherschutzvorschriften ist auch im Verbraucherkreditrecht erforderlich, dass ein Vertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer vorliegt. Die Grundnorm und Anspruchsgrundlage für Kreditgeschäfte ist dabei in § 488 BGB zu finden. In der Gesetzesnorm werden die wechselseitigen Pflichten, nämlich die Überlassung von Kaufkraft gegen Rückzahlung und Zinsen, festgehalten. Allerdings sind daneben die zusätzlichen Vorschriften innerhalb des BGBs zu berücksichtigen, insbesondere müssen bestimmte Pflichtangaben bei der Kreditvergabe an einen Verbraucher mit angegeben werden.

Pflichtangaben und Formvorschriften

Bei der Verbraucherkreditvergabe ist es nach § 492 Abs. 2 BGB erforderlich, dass im Kreditvertrag nach Art. 247 §§ 6 - 13 EGBGB Pflichtangaben aufgenommen werden. Durch die zwingend vorgeschriebenen Pflichtangaben sollen dem Darlehensnehmer ausreichend Informationen zur Verfügung gestellt werden, um einen Überblick über die finanzielle Belastung zu bekommen. Nur so ist ein Vergleich, insbesondere während der Widerrufsfrist, mit konkurrierenden Angeboten möglich. Fehlen diese Angaben, dann besteht die Gefahr, dass sich der Schuldner möglicherweise auf einen zu hohen Kreditzins einlässt. Daneben ist erforderlich, dass ein Verbraucherdarlehen gemäß § 492 Abs. 1 BGB schriftlich geschlossen wird. Durch die verpflichtende Schriftform soll der Verbraucher über die Konsequenzen seines Handels aufmerksam gemacht werden. Es handelt sich dabei um eine typische gesetzliche Warnfunktion.

Widerrufsmöglichkeit beim Verbraucherdarlehen

Auch der Widerruf gem. 495 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 355 BGB ist ein wichtiges Instrument im Verbraucherkreditrecht. Schließt ein Verbraucher mit einem Unternehmer einen Verbraucherdarlehensvertrag ab, so befindet sich der Vertrag in einem  sogenannten „Schwebezustand“, der unter bestimmten Voraussetzungen vom Verbraucher rückabgewickelt werden kann. Der Verbraucher ist in der Lage sich noch nach Abschlusss des Kreditvertrages innerhalb der Widerrufsfrist  vom Darlehen zu lösen.




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

Verbraucherdarlehensvertrag, Kreditrecht

Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.

Kommentare und Diskussion

(Keine Kommentare vorhanden)

Kommentar hinzufügen

Drei + 4 =

Entscheidungen zum Begriff Verbraucherdarlehen

  • LG-BONN, 12.11.2004, 3 O 190/04
    1. Bei einem Verbraucherdarlehen, dessen Fälligkeit von der Auszahlung eines Kapitallebensversicherungs-, Bauspar- oder sonstigen Ansparvertrags abhängt, durch die das Darlehen ganz oder teilweise getilgt werden soll, müssen die Kosten des Ansparvertrags auch dann nicht in die Berechnung des effektiven Jahreszinses nach § 492 Abs. 1...
  • KG, 13.04.2012, 6 U 52/11
    1. Dem Versicherungsnehmer eines in ein Anlagekonzept "E..." eingebetteten kreditfinanzierten Lebensversicherungsvertrages "W... N..." steht gegen den englischen Lebensversicherer ein Schadenersatzanspruch wegen schuldhafter Verletzung der Aufklärungspflicht bei der Anbahnung des Lebensversicherungsvertrages gemäß...
  • KG, 29.02.2012, (4) 121 Ss 21/12 (32/12)
    Im Fall eines mehraktigen Geschehensablaufes ist erst die Täuschungshandlung versuchsbegründend, welche die zu täuschende Person ohne weitere wesentliche Zwischenschritte zur irrtumsbedingten Vermögensverfügung veranlasst. Das Vorbereitungsstadium verlässt, wer nach Aufnahme der auf einen sofortigen Abschluss eines...
  • OLG-HAMM, 13.02.2012, I-5 U 113/11
    Die Aufrechnung mit einer verjährten Schadensersatzforderung gegen den Anspruch auf Darlehensrückzahlung gemäß § 215 BGB setzt eine Aufrechnungslage in unverjährter Zeit voraus. Dazu hätte die Darlehensforderung in unverjährter Zeit erfüllbar sein müssen. Dies setzt wiederum eine Kündigung des Darlehnsvertrages voraus (Umkehrschluss...
  • OLG-CELLE, 09.02.2012, 8 U 191/11
    1. Die befristete Widerspruchsmöglichkeit des Versicherungsnehmers gem. §§ 5 a VVG a. F., 499, 495 BGB ist ungeachtet diskutierter europarechtlicher Bedenken wirksam; sie kann insbesondere nicht nach vollständiger Vertragsbeendigung ausgeübt werden. 2. Die Vereinbarung unterjähriger Prämienzahlung mit Ratenzuschlag ist keine...

  • mehr Entscheidungen anzeigen

Nachrichten zu Verbraucherdarlehen

  • Widerrufsrecht und Rückgaberecht verbessert - Mehr Schutz für ... (11.06.2010, 12:21)
    Ab heute werden Kreditnehmer besser als bisher vor unseriösen Lockvogelangeboten geschützt. Sie erhalten mehr Informationen und können so Kreditangebote besser miteinander vergleichen. Außerdem werden das Widerrufsrecht - Rückgaberecht bei Verbraucherverträgen vereinheitlicht. 1. Verbraucherdarlehen • Information und...
  • Verbraucherdarlehen und Restschuldversicherung als verbundene ... (15.12.2009, 14:45)
    Ein Verbraucherdarlehensvertrag und eine für diesen abgeschlossene Restschuldversicherung können verbundene Geschäfte im Sinne des § 358 Abs. 3 BGB bilden Der für das Bank- und Börsenrecht zuständige XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass ein Darlehens- und ein Restschuldversicherungsvertrag verbundene...
  • Mehr Verbraucherschutz bei Krediten und schnellerer ... (03.07.2009, 14:06)
    Verbraucher erhalten künftig bessere Informationen bei Kreditverträgen und werden vor unseriösen Lockvogelangeboten geschützt. Zugleich wird der bargeldlose Zahlungsverkehr in der europäischen Union vereinfacht. Denn der Deutsche Bundestag hat heute in zweiter und dritter Lesung das Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie,...
  • Bundestag berät Regierungsentwurf zur Stärkung des Verbraucherschutzes (12.02.2009, 14:15)
    "Der Verbraucherschutz bei Kreditverträgen soll verbessert werden. Die Verbraucher brauchen bessere Informationen, und unseriöse Lockvogelangebote sind zu verhindern. Die Widerrufs- und Rückgaberechte bei Verbraucherverträgen werden vereinfacht. Und es sollen einheitliche Rechte und Pflichten für den bargeldlosen Zahlungsverkehr im...
  • Mehr Sicherheit für Häuslebauer beim Verkauf der ... (23.01.2008, 17:26)
    Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat Vorschläge zum besseren Schutz von Kreditnehmern bei einem Verkauf ihrer Darlehensforderung vorgelegt. Das Maßnahmenpaket wird am 23.01.2008 im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages mit Experten erörtert. Die Vorschläge werden in das Gesetz zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen...

Verbraucherdarlehen – Weitere Begriffe im Umkreis




Sie sind gerade hier: JuraForum.deJuraForum-WikiVVerbraucherdarlehen 

Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Kreditrecht

Weitere Orte finden Sie unter:

© 2003-2014 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.

Kanzleinews einstellen | Sitemap | RSS | Kontakt | Team | Jobs | Werbung | Presse | Datenschutz | AGB | Impressum

Anwälte