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Verbraucherdarlehen

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Erklärung zum Begriff Verbraucherdarlehen

Innerhalb des BGBs gibt es zahlreiche Vorschriften, die unter anderem den Inhalt und die  Form von Verbraucherdarlehensverträgen regeln. Diese sind in den §§  491- 505 BGB zu finden und sind aufgrund der Verbraucherkreditrichtlinie der europäischen Union aufgenommen worden.  Vor der Verbraucherkreditrichtlinie und der Schuldrechtsmodernisierung gab es ein eigenständiges Verbraucherkreditgesetz (VerbKrG), indem sämtliche Verbraucherkreditvorschriften zu finden waren. Das BGB hat die damaligen Regelungen größtenteils übernommen, sodass die heutigen Regelungen dem früheren VerbKrG entsprechen.

Zustandekommen eines Verbraucherdarlehens

Wie bei allen Verbraucherschutzvorschriften ist auch im Verbraucherkreditrecht erforderlich, dass ein Vertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer vorliegt. Die Grundnorm und Anspruchsgrundlage für Kreditgeschäfte ist dabei in § 488 BGB zu finden. In der Gesetzesnorm werden die wechselseitigen Pflichten, nämlich die Überlassung von Kaufkraft gegen Rückzahlung und Zinsen, festgehalten. Allerdings sind daneben die zusätzlichen Vorschriften innerhalb des BGBs zu berücksichtigen, insbesondere müssen bestimmte Pflichtangaben bei der Kreditvergabe an einen Verbraucher mit angegeben werden.

Pflichtangaben und Formvorschriften

Bei der Verbraucherkreditvergabe ist es nach § 492 Abs. 2 BGB erforderlich, dass im Kreditvertrag nach Art. 247 §§ 6 - 13 EGBGB Pflichtangaben aufgenommen werden. Durch die zwingend vorgeschriebenen Pflichtangaben sollen dem Darlehensnehmer ausreichend Informationen zur Verfügung gestellt werden, um einen Überblick über die finanzielle Belastung zu bekommen. Nur so ist ein Vergleich, insbesondere während der Widerrufsfrist, mit konkurrierenden Angeboten möglich. Fehlen diese Angaben, dann besteht die Gefahr, dass sich der Schuldner möglicherweise auf einen zu hohen Kreditzins einlässt. Daneben ist erforderlich, dass ein Verbraucherdarlehen gemäß § 492 Abs. 1 BGB schriftlich geschlossen wird. Durch die verpflichtende Schriftform soll der Verbraucher über die Konsequenzen seines Handels aufmerksam gemacht werden. Es handelt sich dabei um eine typische gesetzliche Warnfunktion.

Widerrufsmöglichkeit beim Verbraucherdarlehen

Auch der Widerruf gem. 495 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 355 BGB ist ein wichtiges Instrument im Verbraucherkreditrecht. Schließt ein Verbraucher mit einem Unternehmer einen Verbraucherdarlehensvertrag ab, so befindet sich der Vertrag in einem  sogenannten „Schwebezustand“, der unter bestimmten Voraussetzungen vom Verbraucher rückabgewickelt werden kann. Der Verbraucher ist in der Lage sich noch nach Abschlusss des Kreditvertrages innerhalb der Widerrufsfrist  vom Darlehen zu lösen.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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Nachrichten zu Verbraucherdarlehen


Entscheidungen zum Begriff Verbraucherdarlehen

  • BildOLG-DUESSELDORF, 09.12.2008, I-24 U 26/08
    Die Bürgschaft des Geschäftsführers einer Leasingnehmerin fällt nicht unter die Schutzvorschriften für Verbraucherdarlehen.
  • BildOLG-CELLE, 29.09.2004, 3 U 130/04
    Bei einem Verbraucherdarlehen, auf das der Darlehensnehmer zunächst lediglich Zinszahlungen erbringt, weil die Tilgung des Darlehens durch die Leistungen aus einer Lebensversicherung erfolgen soll, unterliegt die Kündigung des Vertrages durch den Darlehensgeber wegen Zahlungsverzugs nur dann den besonderen Voraussetzungen des § 498 BGB...
  • BildLG-BONN, 12.11.2004, 3 O 190/04
    1. Bei einem Verbraucherdarlehen, dessen Fälligkeit von der Auszahlung eines Kapitallebensversicherungs-, Bauspar- oder sonstigen Ansparvertrags abhängt, durch die das Darlehen ganz oder teilweise getilgt werden soll, müssen die Kosten des Ansparvertrags auch dann nicht in die Berechnung des effektiven Jahreszinses nach § 492 Abs. 1...

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