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Unternehmergesellschaft

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Erklärung zum Begriff Unternehmergesellschaft

Die Unternehmergesellschaft, kurz UG, wurde aufgrund des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbrauchen (MoMiG) in das deutsche GmbH-Recht aufgenommen. Damit ist die neue Gesellschaftsform das direkte Gegenstück zur englischen bzw. britischen Limited-Gesellschaft geworden.  Die UG ist in § 5a GmbHG gesetzlich normiert und ermöglicht die Gründung mit nur 1,- €. Im Rechtsverkehr muss sie jedoch, entgegen der GmbH, den Rechtsformzusatz „haftungsbeschränkt“ tragen.  Dadurch wird sichergestellt, dass die Vertragspartner darüber informiert werden, dass die Gesellschaft möglicherweise nur ein geringes Gründungs- und Haftungskapital besitzt.

Gründung der Unternehmergesellschaft

Wie bereits erwähnt, kann eine UG mit einem geringen Stammkapital von 1,-€ gegründet werden. Anders als bei der GmbH kann bei einer UG jedoch keine Sacheinlage gemäß § 5 Abs.2 GmbHG eingebracht werden. Zur Gründung kann das seit der GmbH-Reform existierende Musterprotokoll verwendet werden. Das Musterprotokoll dient zur Vereinfachung und Beschleunigung der Unternehmensgründung und kann zugleich als Gesellschaftsvertrag und als Gesellschafterliste verwendet werden. Die Verwendung des Musterprotokolles ist allerdings beschränkt. Es kann nur bis zu einer maximalen Anzahl von drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer verwendet werden.

Anwendbare Vorschriften und Haftung der Gesellschaft

Da es sich bei der Unternehmergesellschaft um eine Sonderform der GmbH handelt, sind grundsätzlich sämtliche Vorschriften anzuwenden, die auch bei der GmbH anzuwenden sind. So hat die UG beispielsweise ebenfalls nach § 238 HGB gesetzliche Buchführungspflichten und wird ausschließlich durch den Geschäftsführer vertreten. Hinsichtlich der Haftung geltend die gleichen Regeln wie bei der GmbH. Ab der Eintragung der UG in das Handelsregister ist die Haftungsmasse auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Eine private Haftung des Geschäftsführers und der Gesellschafter ist in der Regel ausgeschlossen.  Für Verbindlichkeiten, die vor der Eintragung in das Handelsregister entstanden sind, haften jedoch die Gesellschafter privat und in vollem Umfang.

Rücklagenpflicht der UG

Eine UG ist verpflichtet nach jedem Abschlussjahr gemäß § 5a Abs. 3 GmbHG eine Rücklage zu bilden. Diese muss mindestens 25 % des Jahresüberschusses betragen und dient als Haftungssumme der Gesellschaft. Sind im Laufe der Geschäftsjahre insgesamt 25.000,- € erreicht, besteht die Möglichkeit, die Mini-GmbH in eine „vollwertige“ GmbH umzuwandeln.  Daneben können die Gesellschafter nach § 57c GmbHG einen Kapitalerhöhungsbeschluss beschließen, indem sie künftig auf die Rücklagenpflicht von 25 % des Jahresüberschusses verzichten.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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