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Unfallflucht

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Erklärung zum Begriff Unfallflucht

Die "Unfallflucht" ("Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort") bezeichnet das Verhalten eines Unfallbeteiligten, der sich nach einem Unfall im Staßenverkehr vom Unfallort entfernt, ohne dass seine persönlichen Daten sowie die Art seiner Unfallbeteiligung aufgenommen werden konnten. Auch wird es als Unfallflucht angesehen, wenn ein Unfallbeteiligter nicht lange genug am Unfallort gewartet hat, so dass diese Daten aus dem Grund nicht aufgenommen werden konnten, oder er nachträglich die relevanten Angaben nicht gemacht hat,

Gemäß § 142 StGB ist das unerlaubte Entfernen vom Unfallort eine Sraftat, welche mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird.

Zu beachten ist, dass als "Unfallbeteiligter" i. S. d. G. jeder angesehen wird, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.




Mitwirkende/Autoren:
,
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Unfallflucht

  • BildOLG-SCHLESWIG, 30.10.2002, 9 U 150/01
    Eine Versicherung kann sowohl wegen unfallbedingter Trunkenheit im Verkehr als auch wegen Unfallflucht beim Versichernungsnehmer Rückgriff nehmen.
  • BildOLG-KOELN, 18.10.1994, 9 U 180/94
    Kein Kaskoversicherungsschutz nach Unfallflucht und Verdacht der Alkoholisierung Kann ein Verkehrsunfall eines Versicherungsnehmers durch dessen alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit herbeigeführt worden sein, dann verstößt der Versicherungsnehmer auch dann gegen die ihm im Verhältnis zum Kaskoversicherer obliegenden Aufklärungspflichten,...
  • BildLAG-DUESSELDORF, 12.02.2003, 12 Sa 1345/02
    1. Mit der Unfallflucht gemäß § 142 StGB verletzt der Fahrer auch bei eindeutiger Haftungslage seine Aufklärungsobliegenheiten in der Kfz-Haftpflichtversicherung. 2. Der Versicherer kann, soweit er nach dem AKB gegenüber dem Fahrer leistungsfrei ist, diesen wegen des regulierten Haftpflichtschadens nach § 426 BGB, § 3 Nr. 9 PflVG in...
  • BildOLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 12.07.2010, 4 U 138/10
    1. Keine generelle Umkehr der objektiven Beweislast bei Unfallflucht der Beklagten im Rahmen der zivilrechtlichen Schadensersatzklage 2. Es ist zugunsten der beweisführungsbelasteten Partei zu unterstellen, dass das vereitelte Beweismittel das von ihr behauptete Ergebnis gehabt hätte. Dieses Ergebnis unterliegt dann der richterlichen...
  • BildOLG-KOELN, 21.10.1997, 9 U 376/94
    Unfallflucht stellt in der Regel eine Obliegenheitsverletzung in der Kaskoversicherung dar. Der Fahrer eines PKW ist in diesem Zusammenhang dann Repräsentant des Versicherungsnehmers, wenn ihm die sogenannte Risikoverwaltung obliegt, das heißt, daß er eigenverantwortlich für die Betriebs- und Verkehrssicherheit zu sorgen hat. Die...
  • BildOLG-FRANKFURT, 31.05.2006, 3 U 27/06
    Für den Fall einer folgenlosen vorsätzlichen Obliegenheitsverletzung (hier: Unfallflucht) gilt die von der Rechtsprechung entwickelte "Relevanztheorie", und zwar auch für die Kfz-Kaskoversicherung. Danach kann sich die Versicherung auf die eigentlich vorliegende Leistungsfreiheit dann nicht berufen, wenn die Obliegenheitsverletzung...
  • BildBGH, 01.12.1999, IV ZR 71/99
    VVG § 6 Abs. 3; AKB § 7 I (2) Satz 3 Eine Unfallflucht im Sinne von § 142 StGB ist auch bei eindeutiger Haftungslage eine Verletzung der Aufklärungsobliegenheit in der Kfz-Haftpflichtversicherung und in der Kaskoversicherung. BGH, Urteil vom 1. Dezember 1999 - IV ZR 71/99 - OLG Saarbrücken LG Saarbrücken
  • BildBGH, 20.11.2000, NotZ 22/00
    BNotO § 6 Abs. 1; StGB §§ 142, 315 c Abs. 1 Ziff. 1 a, Abs. 3 Nr. 2 a) Trunkenheit im Verkehr und anschließende Unfallflucht stellen, auch wenn Personen nicht geschädigt wurden, die Eignung eines Bewerbers für das Amt des Notars in Frage. b) Die Prognose, ab welchem Zeitpunkt die Zweifel an der Eignung des Bewerbers entfallen,...
  • BildOLG-NUERNBERG, 27.07.2000, 8 U 1411/00
    AKB §§ 2 b Abs. 1 e, 2 b Abs. 2 S. 1, 7 I Abs. 2; WG § 6 Abs. 1 und 2 Verletzt der Versicherungsnehmer Obliegenheiten nach § 2 b Abs. 1 e AKB (Fahren unter Alkoholeinfluß) und anschließend nach § 7 1 Abs. 2 AKB (Verletzung der Aufklärungspflicht durch Unfallflucht), so ist die Regreßbefugnis des Versicherers auf den Betrag von 10.000...
  • BildOLG-DUESSELDORF, 31.10.2003, I-4 U 71/03
    1. Die summenmäßig auf 10.000 DM begrenzte Leistungsfreiheit des Kfz-Haftpflichtversicherers im Verhältnis zu dem Fahrer, der im Zustand der Trunkenheit einen Unfall verursacht hat und bei dem der Versicherer Rückgriff nehmen will, setzt keine Kündigung des Versicherungsvertrages nach § 6 Abs. 1 S. 3 VVG voraus. 2. Beim...

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