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Totschlag

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Erklärung zum Begriff Totschlag

§ 212 I StGB Totschlag

1. Objektiver Tatbestand
Geschützes Rechtsgut in § 212 I ist das menschliche Leben. Somit stellt sich die Frage, wann der Beginn des Lebens ist. Nach herrschender Meinung, beginnt dies mit dem Beginn des Geburtsaktes, das heißt bei regulärem Geburtsverlauf das Einsetzen der Eröffnungswehen. Das Menschsein endet mit dem Tod. Dabei ist fraglich, wann ein Mensch als tot angesehen werden kann. Der Gesetzgeber hat demnach festgelegt, dass ein Mensch als Tot gilt, sobald ein Hirntod festgestellt wird.
Die Tathandlung des § 212 I ist die Verursachung des Todes eines Menschen durch eine beliebige Handlung. Die Art der Einwirkung oder des Mittels ist gleichgültig. Somit kommen alle physischen und psychischen Einwirkungen auf das Opfer in Betracht.
Beispiel: Infektion mit einer tödlichen Krankheit, gezielter Faustschlag…

2. Subjektiver Tatbestand
Der Totschlag setzt voraus, dass der Täter vorsätzlich gehandelt haben muss. Dabei genügt bedingter Vorsatz. Ist dies fraglich, kann aus der Kenntnis der Gefährlichkeit einer Handlung grundsätzlich nicht auf eine billigende Inkaufnahme des Tötungserfolges geschlossen werden. Vielmehr bedarf es einer umfassenden Würdigung der objektiven und vor allem subjektiven Umstände der Tat und des Täters. Allerdings wenn die Tat als besonders gefährlich anzusehen ist, kann dies als Indizwirkung für das billigende Inkaufnehmen des Tötungserfolges sein.

Beispiel: Messerstiche in Brustkorb, Würgen bis zur Bewusstlosigkeit, Gasexplosion.

3.Rechtswidrigkeit/ Schuld
Eine Rechtfertigung kommt im Fall der Notwehr oder Nothilfe in Betracht. § 34 scheidet aufgrund der Gleichwertigkeit des Rechtsgutes Leben regelmäßig aus. Hoheitliche Befugnisse können eine Tötung auch rechtfertigen.

Beispiel: Finaler Rettungsschuss
Zur Schuld gelten die allgemeinen Regeln.



Erstellt von , 04.05.2010 10:40
Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Totschlag

  • BildBGH, 07.08.2001, 5 StR 259/01
    Vergatterung von Soldaten an der innerdeutschen Grenze vor befehlsgemäßem tödlichen Schußwaffengebrauch gegen einen unbewaffneten Flüchtling ist als Beihilfe zum Totschlag strafbar.
  • BildVG-WIESBADEN, 24.08.2011, 28 K 157/10.WI.D
    Ein Polizeibeamter, der einen wegen Vergewaltigung und versuchtem Totschlag gesuchten Täter von dem bevorstehenden Festnahmeeinsatz informiert und ihm Zuflucht gewährt, begeht ein schweres Dienstvergehen, das in der Regel seine Entfernung aus dem Dienst erforderlich macht.
  • BildOLG-FRANKFURT, 04.05.2005, 4 U 208/04
    1. Die Formulierung in einem Testament, "da sie mich mehrmals geschlagen hat und mit Totschlag bedroht hat", lässt einen der § 2336 III BGB genügenden unverwechselbaren Kernsachverhalt nicht erkennen. 2. Durch die Bezugnahme auf ein ärztliches Attest wird der Entziehungsgrund ebenfalls nicht formwirksam im Testament festgehalten.
  • BildBGH, 12.01.2005, 2 StR 229/04
    1. Für die Anstiftung zum Heimtückemord genügt bedingter Vorsatz des Anstifters, der auch gegeben sein kann, wenn der Anstifter aus Gleichgültigkeit mit jeder eintretenden Möglichkeit der Tatausführung einverstanden ist. 2. Ist bei dem Täter einer bezahlten Auftragstötung das Handeln aus Habgier neben anderen Motiven nicht...
  • BildOLG-HAMM, 04.12.2012, III - 1 Vollz (Ws) 672/12
    1. Ist der Beschuldigte im laufenden Strafverfahren einer gefährlichen Körperverletzung dringend verdächtig, so kann auch ein früher vom Beschuldigten begangener (und bereits abgeurteilter) Totschlag die Wiederholungsgefahr i.S.v. § 112a Abs. 1 Nr. 2 StPO begründen, wenn eine gefährliche Körperverletzung Durchgangsstadium zum...
  • BildOLG-HAMM, 29.10.2012, III - 1 Ws 498
    1. Ist der Beschuldigte im laufenden Strafverfahren einer gefährlichen Körperverletzung dringend verdächtig, so kann auch ein früher vom Beschuldigten begangener (und bereits abgeurteilter) Totschlag die Wiederholungsgefahr i.S.v. § 112a Abs. 1 Nr. 2 StPO begründen, wenn eine gefährliche Körperverletzung Durchgangsstadium zum...
  • BildHESSISCHER-VGH, 26.10.2011, 5 A 1245/11
    1. Die in § 13 Abs. 1 FBG ausnahmslos begründete öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht naher Angehöriger stellt keinen Verstoß gegen Grundrechte des Bestattungspflichtigen dar und ist auch mit dem rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar. 2. Die Gründe für die Annahme einer öffentlich-rechtlichen Bestattungspflicht...

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