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Stückkauf

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Erklärung zum Begriff Stückkauf

Bei einem Stückkauf (auch als „Spezieskauf“ bekannt) handelt es sich um die Bezeichnung für einen Kaufvertrag, der sich auf eine individuell bestimmte Sache bezieht (sog. nicht vertretbare Sachen). In der Regel handelt es sich beim Stückkauf also um Einzelstücke, die sich bei Verlust nicht ersetzen lassen. Dies ist zum Beispiel bei einem einzigartigen Gemälde oder bei einem besonders seltenen Exemplar eines Automobils der Fall.

Das Gegenteil eines Stückkaufs ist der Gattungskauf. Bei diesem wird die Sache aufgrund bestimmter Gattungsmerkmale bestimmt. Solche Gattungsmerkmale sind regelmäßig Farbe, Form oder Gewicht. In diesen Fällen obliegt es grundsätzlich dem Käufer, die Sache, die er kaufen möchte, aus der entsprechenden Gattung auszuwählen.

I.  Die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen Stück- und Gattungskauf
Die Unterscheidung zwischen Stück- und Gattungskauf wird insbesondere im Rahmen der Unmöglichkeit nach § 275 Absatz 1 BGB [Bürgerliches Gesetzbuch] wichtig. Danach entfällt nämlich der Anspruch auf Leistung, wenn diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich wird. Konkret heißt dies, dass wenn eine Kaufsache zerstört wird, bevor der Käufer diese erhält, der Verkäufer unter Umständen nicht mehr dazu verpflichtet ist, eine entsprechende Ersatzlieferung vorzunehmen.
Bei der Frage, inwieweit der Verkäufer oder auch ein Dritter eine entsprechende Ersatzleistung noch erbringen kann, ist zunächst zwischen Stück- und Gattungsschuld zu unterscheiden. Bei einer Stückschuld, also bei einem nur einmal existierenden Gegenstand, tritt die Unmöglichkeit nämlich bereits mit dem Untergang des geschuldeten Leistungsgegenstandes ein. Bei einer Gattungsschuld, also wenn die Leistung nicht individuell, sondern nur nach der Gattung nach bestimmt ist (vgl. dazu auch § 243 Absatz 1 BGB), tritt eine Unmöglichkeit erst mit Untergang der gesamten Gattung ein. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Gattungsschuld aber durchaus vertraglich begrenzt sein kann (zum Beispiel auf das eigene Sortiment). Ebenso ist zu beachten, dass eine Gattungsschuld gem. § 243 Absatz 2 BGB zu einer Stückschuld konkretisiert werden kann, wodurch sich in der Regel auch die gleiche Folge ergibt, wie bei der Stückschuld.


II.  Stück- und Gattungskauf bei der Nacherfüllung im Kaufvertragsrecht
Das Kaufvertragsrecht aus den §§ 433 ff. BGB enthält ein umfassendes Gewährleistungsrecht. Nach §§ 437 Nr. 1 xx, 439 BGB besteht die Pflicht des Verkäufers der Nacherfüllung, wenn die Kaufsache bei Gefahrübergang (vgl. §§ 446 f. BGB) mangelhaft (vgl. § 434 BGB) war. Dabei ist problematisch, ob eine Nacherfüllung bei einem Stückkauf überhaupt möglich ist.
Eine Ansicht möchte das Gewährleistungsrecht der Nacherfüllung bei einem solchen Stückkauf nämlich aus begriffslogischen Gründen ablehnen. Eine Nachlieferung sei bei einem Einzelstück gerade nicht möglich.
Die herrschende Meinung möchte hingegen eine Nacherfüllung bei einem Stückkauf zulassen. Der Wortlaut des § 439 Absatz 1 BGB unterscheide schließlich nicht zwischen Stück- und Gattungsschuld. Es müsse jedoch differenziert werden. Bei neuen Sachen soll eine Nacherfüllung grundsätzlich möglich sein, wenn Gleichwertig- und Gleichartigkeit der Ersatzlieferung gewahrt sind und ein entsprechender Parteiwille – also auf die Nacherfüllung bezogen – vorliegt. Bei gebrauchten Sachen soll dagegen eine Nacherfüllung in der Regel nicht möglich sein. In diesen Fällen mangelt es nämlich regelmäßig an der Gleichwertig- und Gleichartigkeit sowie an dem entsprechenden Parteiwillen.




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 15.09.2015 11:53


 
 

Stückkauf, Spezieskauf, nicht vertretbare Sache, Gattungskauf, Gattung, Stückschuld, Gattungsschuld, Unmöglichkeit, § 275 BGB, Kaufvertrag, Gewährleistung, Gewährleistungsrecht, Nacherfüllung, § 437 BGB, § 439 BGB

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