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Sozialgeld

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Sozialgeld

Das Sozialgeld ist nach § 28 SGB II eine wichtige Leistung innerhalb des deutschen Sozialsystems, welche die aus dem Sozialgesetzbuch XII für hilfebedürftige Personen ersetzt, die

  • vorübergehend nicht erwerbsfähig sind,
  • mit einem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in einer Bedarfsgemeinschaft leben und
  • keinen Anspruch auf Grundsicherung nach § 41 SGB XII haben.

Inhaltsübersicht

  • I. Leistungsempfänger
  • II. Die Regelleistung
  • III. Historie
  • IV. Unterschiede in Deutschland
  • V. Literatur
  • VI. Verweise

I. Leistungsempfänger

Leistungsberechtigt im Sinne von § 7 Abs. 1 Nr. 2 SGB II sind

  • Kinder bis zum 15. Geburtstag, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben
  • dauerhaft erwerbsunfähige Minderjährige in einer Bedarfsgemeinschaft bis zum 18. Geburtstag sowie
  • volljährige Hilfebedürftige in einer Bedarfsgemeinschaft, die vorübergehend, aber nicht dauerhaft erwerbsgemindert sind

II. Die Regelleistung

Die Höhe des Sozialgeldes beträgt bis zum 14. Lebensjahr 60 Prozent des Regelsatzes (= 208 €) und steigt im 15. Lebensjahr auf 80 Prozent des Regelsatzes (278 €); ab dem 16. Lebensjahr gelten dieselben Beträge wie beim Arbeitslosengeld II. Bei Ehepaaren liegt die Leistungshöhe bei 90 Prozent des Regelsatzes.

III. Historie

Das Sozialgeld ist eine Leistung für Hilfebedürftige, die aus der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe im Hartz-Konzept (2002) entwickelt wurde; hier waren drei Leistungen vorgesehen: die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I sowie die Sozialleistungen Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

Nach Vorstellungen des Hartz-Konzeptes war jedoch vorgesehen, dass das Sozialgeld die bisherige Sozialhilfe ersetzen und von den Sozialämtern, also durch die Kommunen, verwaltet werden soll. Das Sozialgeld nach SGB II wird jedoch nicht von den Kommunen, sondern vom Bund gezahlt.

IV. Unterschiede in Deutschland

Die Sozialgeldquoten sind in den verschiedenen Bundesländern höchst unterschiedlich. In den nördlichen und östlichen Bundesländern sind die Sozialgeldquoten am höchsten.

Bundesland Anteil Kinder, die Sozialleistungen beziehen (Sozialgeld) Anteil Armer an der Gesamtbevölkerung (gemessen am Bezug von Sozialleistungen ALGII und Sozialgeld)

 

Bayern

6,6%

3,9%

Baden-Württemberg

7,2%

4,1%

Rheinland-Pfalz

9,9%

5,5%%

Hessen

12,0%

6,5%

Niedersachsen

13,5%

7,6%

Nordrhein-Westfalen

14,0%

8,1%

Saarland

14,0%

7,4%

Schleswig-Holstein

14,4%

8,2%

Hamburg

20,8%

10,6%

Thüringen

20,8%

10,4%

Brandenburg

21,5%

12,0%

Sachsen

22,8%

11,8%

Mecklenburg-Vorpommern

27,8%

14,9%

Sachsen-Anhalt

27,9%

14,2%

Bremen

28,1%

13,8%

Berlin

30,7%

15,2%

V. Literaturempfehlungen

  • AG TuWas [Rainer Roth, Harald Thomé] (Hrsg.): Leitfaden Alg II/Sozialhilfe (23. Aufl.). Frankfurt am Main: Digitaler Vervielfältigungs- und VerlagsService 2005 (ISBN 3-932246-50-0).
  • Agenturschluss (Hrsg.): Schwarzbuch Hartz IV. Sozialer Angriff und Widerstand – Eine Zwischenbilanz. Hamburg, Berlin: Assoziation A 2006 (ISBN 3-935936-51-6).
  • Peter Hartz et al.: Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt. Vorschläge der Kommission zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Umstrukturierung der Bundesanstalt für Arbeit. Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. Berlin 2002 (Kurzfassung, 19 S.; Langfassung, 355 S.).
  • Arbeitslosenprojekt TuWas [Udo Geiger, Ursula Fasselt, Ulrich Stascheit, Ute Winkler] (Hrsg.): Leitfaden zum Arbeitslosengeld II. Der Rechtsratgeber zum SGB II (2. Aufl.). Frankfurt am Main: Fachhochschulverlag 2006 (ISBN 3-936065-70-5).

VI. Verweise

 




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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Kommentare und Diskussion

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