Anwaltshaftung

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Erklärung zum Begriff Anwaltshaftung

Nimmt ein Mandant die Dienste eines Rechtsanwalts in Anspruch, so schließt er mit diesem einen Anwaltsvertrag, dessen Gegenstand üblicherweise die Dienstleistung des Anwalts ist. Dementsprechend ist der Rechtsanwalt als ein Dienstleister gemäß § 675 BGB anzusehen, dessen Pflicht es ist, die Dienstleistung zu erfüllen.

Anwaltspflichten

Die Pflichten eines Anwalts finden ihre gesetzliche Regelung grundsätzlich in den §§ 1 bis 3 BRAO sowie der Generalklausel des § 43 BRAO. Ein Anwalt muss gemäß des mit seinem Mandanten geschlossenen Vertrages alles tun, um die Interessen seines Mandanten zu vertreten, Dabei ist es unerheblich, ob der Mandant sich des ihm vorgeworfenen Vergehens tatsächlich schuldig gemacht hat oder nicht: der Anwalt ist nicht dazu da, den tatsächlichen Sachverhalt aufzuklären, sondern für seinen Mandanten als bestmöglicher rechtlicher beistand zu fungieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat der Anwalt viele Pflichten zu erfüllen, die in einem sogenannten Pflichtenkatalog aufgelistet sind. Demnach unterliegt ein Rechtsanwalt folgenden Hauptpflichten:

  • Beratung und Belehrung bei Auftragserteilung, bei der Einlegung der Rechtsmittel, bei Beendigung des Mandates, beim Abschluss eines Vergleichs
  • Hinweispflicht
  • Kosten seiner Tätigkeit
  • Rechtsprüfung
  • Sachverhaltsaufklärung und Information
  • Wahl des sichersten Wegs im Sinne seines Mandanten

Fehler, die eine Anwaltshaftung möglich machen

Schadenersatzansprüche gegenüber einem Anwalt können generell nur geltend gemacht werden, wenn der eingetretene Schaden seine Ursache in der Pflichtverletzung des Anwalts hat. Dementsprechend obliegt es dem Gericht, zunächst zu prüfen ob eine anwaltliche Pflicht beziehungsweise welche verletzt worden ist.

Schadensersatzansprüche können entstehen, wenn einer der folgenden Fälle eingetreten ist:

  • Abschluss eines für den Mandanten ungünstigen Vergleichs
  • Einkommenseinbußen infolge Arbeitsplatzverlust des Mandanten (bei Versäumung der Klagefrist gemäß § 4 KSchG gegeben)
  • Fristversäumnis mit daraus resultierenden untergegangenen Ansprüchen
  • Nutzlos aufgewandte Prozesskosten (in jenen Fällen gegeben, wenn der Prozess von Vorneherein aussichtslos gewesen ist)

Eine falsche oder unvollständige Beratung seitens des Rechtsanwalts kann zu Schadensersatzansprüchen des Mandanten führen. Dies ist allerdings nur dann gegeben, wenn auch tatsächlich aufgrund der Pflichtverletzung kausale Schäden entstanden sind.

Um derartige Schäden ermitteln zu können, wird die sogenannte Differenzhypothese angewendet. Bei dieser gilt der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Vermögen und jenem, welches der Geschädigte theoretisch gehabt hätte, wenn das schädigende Ereignis nicht eingetreten wäre, als der Schaden. Dies bedeutet, dass nach Zahlung der Schadensersatzleistung der Mandant genauso viel Vermögen besitzen muss, wie er es aller Voraussicht nach bei einer korrekten Beratung seines Anwalts gehabt hätte.

Jeder Rechtsanwalt muss für Fälle, in denen er aufgrund von falscher oder unvollständiger Beratung zu Schadensersatzansprüchen gegenüber seinem Mandanten herangezogen wird, eine Haftpflichtversicherung haben. Diese Versicherung ist für alle in Deutschland zugelassenen Anwälte Pflicht; ein Nichtvorhandensein der Haftpflichtversicherung kann zum Entzug der Zulassung führen.

Sollte ein Mandant begründete Schadensersatzansprüche gegenüber seinem Anwalt vorbringen, so hat dieser dies unverzüglich seiner Versicherung zu melden.

Fast 40 % der gemeldeten Versicherungsfälle beruhen auf Fristversäumnissen. Diese können zum einen dadurch entstehen, dass diese Fristen entweder nicht bekannt oder aber falsch berechnet worden sind. Doch noch ein weiterer wichtiger Grund ist häufig die Ursache für derartige Versäumnisse: fehlerhafte Büroorganisation. Diese ist beispielsweise dann gegeben, wenn der Anwalt seine Büroangestellten nicht oder nur ungenügend unterwiesen hat und/oder kein übersichtliche Aktenordnungssystem in seiner Kanzlei besitzt. Es gehört aber zu den Pflichten des Anwalts, seine Angestellten dahingehend zu unterweisen, dass Fehler aufgrund mangelnder Organisation nicht geschehen. Bei diesem sogenannten „Organisationsverschulden“ ist folgendes zu beachten:

Hat der Rechtsanwalt aufgrund eigener Unordentlichkeit das Fristversäumnis verschuldet, so wird dieses Fehlverhalten im Falle eines Widereinsetzungsantrags in den vorherigen Stand seitens seines Mandanten als dessen Verschulden angesehen. So wird gemäß § 233 ZPO der Antrag des Mandanten abgelehnt: „War eine Partei ohne ihr Verschulden verhindert, eine Notfrist oder die Frist zur Begründung der Berufung, der Revision, der Nichtzulassungsbeschwerde oder der Rechtsbeschwerde oder die Frist des § 234 Abs. 1 einzuhalten, so ist ihr auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren.“

Anders hingegen ist der Fall, wenn der Anwalt zweifelsfrei beweisen kann, dass die Fristenversäumnis einer seiner Angestellten zuzuschreiben ist: dem Mandanten wird die Widereinsetzung in den vorherigen Stand gewährt, und der Rechtsanwalt ist aus der Haftung entlassen.

Doch so einfach, wie die Sachlage theoretisch klingt, ist sie in der Praxis nicht: wenn dem Anwalt nämlich wiederum nachgewiesen wird, dass schlampige Büroorganisation zu dem Fehler seiner Angestellten geführt hat, kann ihm dies wiederum als „eigenes Verschulden“ angekreidet werden.

Informationspflicht des Anwalts gegenüber seinem Mandanten

Seit dem 17.05.2010 besteht die  Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV), welche die Informationspflichten eines Anwalts gegenüber seinem Mandanten regelt. Gemäß der §§ 2 und 4 der DL-InfoV besteht eine Verpflichtung seitens der Anwälte, ihre Mandanten über bestimmte Angaben zu informieren, welche dort detailliert aufgeführt sind.

Doch die Informationspflicht beschränkt sich nicht nur auf das Verhältnis zu seinem Mandanten: Auch ist der Anwalt im Zuge seiner Informationspflicht dafür zuständig, die für eine Übernahme der Prozesskosten zuständige Rechtsschutzversicherung ausreichend über sämtliche den Prozess betreffende Details zu informieren. Tut er dies nicht und versagt die Versicherung ihre Leistungen, muss der Mandant im Falle eines verlorenen Prozesses die Kosten hierfür dennoch nicht übernehmen. Der Anwalt hat aufgrund nachlässiger Informationsweitergabe die Kosten zu tragen [OLG Köln, 22.03.2004, 16 U 55/03].

Beweislast für Anwaltshaftung

Die Beweislast, dass tatsächlich ein Schaden aufgrund einer anwaltlichen Pflichtverletzung eingetreten ist, liegt auf Seiten des Geschädigten. Dies bedeutet, dass der Mandant, welcher Schadensersatzansprüche gegenüber seinem Anwalt geltend machen möchte, im Anwaltshaftungsprozess sämtliche Tatsachen beweisen muss, die diese Schadensersatzansprüche rechtfertigen. Diese ergeben sich aus

  • dem Inhalt des Mandates
  • dem Schaden
  • dem Umfang des Mandats
  • der haftungsbegründete Kausalität zwischen anwaltlicher Pflichtverletzung und entstandenem Schaden
  • der Pflichtverletzung seitens des Anwalts

Keine einfache Aufgabe: vertragliche Abmachungen können vorgelegt werden, aber mündliche Beratungen beziehungsweise Ratschläge des Anwalts sind nur schwer beweisbar.

Des Weiteren muss der Mandant auch voll beweisen, dass sein Rechtsanwalt seine Pflichten verletzt hatte. Erst, wenn diese Pflichtverletzung bewiesen ist, kann die Höhe des Schadens durch das Gericht berechnet werden.

Zusammenhang zwischen anwaltlicher Pflichtverletzung und entstandenem Schaden

Generell ist es so, dass bei Versäumnis einer Frist seitens des Anwalts der Mandant so zu stellen ist, als ob die Frist nicht versäumt worden wäre

Bei Verjährung einer Forderung muss geprüft werden, ob die Forderung in unverjährter Form begründet gewesen wäre

Bei Versäumen einer Prozessfrist ist zu prüfen, wie der Prozess entschieden worden wäre, wenn es nicht zu dem Versäumnis seitens des Anwalts gekommen wäre

Hat der Anwalt seine Pflichten zur Aufklärung und Beratung verletzt, so wird der Mandant so gestellt, wie er im Falle einer korrekten Aufklärung gestanden hätte

Mitschuld des Mandanten

Doch auch der Mandant ist dazu verpflichtet, seinen Anwalt zum einen über den vollständigen für das Mandat notwendigen Sachverhalt aufzuklären sowie den Anwalt auf eventuelle Fehler aufmerksam zu machen, die diesem beispielsweise in Form von unvollständig vorgetragenem Sachverhalt unterlaufen. Tut der Mandant dies nicht und erleidet er dadurch einen Schaden, so kann es passieren, dass dieser gemäß § 254 BGB entfällt: „(1) Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersatz sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist. (2) Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern. Die Vorschrift des § 278 findet entsprechende Anwendung.“sam zu machen, die diesem en für daas mandat notwendigen Sachverhalt a




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Anwaltshaftung

  • BildBGH, 23.06.2005, IX ZR 197/01
    Zum Verjährungsbeginn der Anwaltshaftung im Falle eines rechtlich umstrittenen Rücktritts vom Vertrag, der (günstigere) Schadensersatzansprüche ausschließt.
  • BildOLG-FRANKFURT, 28.01.2004, 19 U 73/03
    Zur Frage, ob und wann die Anwaltshaftung der vierjährigen Verjährungsfrist des § 197 BGB a. F. unterliegt. (BGB 197)
  • BildBGH, 27.11.1997, IX ZR 141/96
    HGB § 252 Zum Ersatz entgangenen Gewinns in der Anwaltshaftung. BGH, Urt. v. 27. November 1997 - IX ZR 141/96 OLG Dresden LG Dresden
  • BildOLG-SCHLESWIG, 16.10.2003, 11 U 59/02
    1. Ist in einen Abfindungsvergleich kein Verjährungsverzicht für Ansprüche aus künftigen unvorhersehbaren Schäden aufgenommen, hat der Rechtsanwalt seinen Mandanten über den damit möglichen erneuten Lauf einer dreijährigen Verjährungsfrist gemäß § 852 BGB a.F. deutlich zu belehren. 2. Von einer "Beendigung des Auftrags" als...

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Bisherige Kommentare zum Begriff (6)

Rumpelstilz  (11.05.2016 17:47 Uhr):
Meine Frage lautet, was ist wenn der Rechtsanwalt dem Gericht Unterlagen vorenthält, aus denen hervorgeht, dass die Gegenpartei Unterlagen gefälscht und betrogen hat, also ganz sicher zum Nachteil seines Mandanten handelt?
journalist  (27.11.2015 23:21 Uhr):
Die Sache ist die: Ich komme zu dem Entschluss, Rechtsanwälte stehen wohl nicht auf der Seite ihrer Mandanten. Anwälte stehen auf der Seite des Unrechtssystems, da sie vom Unrechtssystem, in Tateinheit mit dem Unwissen ihrer Mandanten, ganz hervorragend leben. Außerdem gibt ´s da dann auch noch den “Kammerzwang”, doch dazu mehr im weiteren Verlauf. Sogenannte “Gerichte”, von welchen immer mehr Menschen wissen, dass diese nur Firmen ohne hoheitsrechtliche Befugnisse sind, teilen gern mit, dass man, wofür auch immer, einen Rechtsanwalt beauftragen müsse. Das verstößt zwar gegen internationales Recht, aber das scheint die Angestellte dieser Gerichtsfirmen nicht zu interessieren. Ist man rechtlich nicht auf den Kopf gefallen, sucht sich aber trotzdem einen sogenannten “Rechtsanwalt”, der einen vertreten soll, dann kann es passieren, dass einem ein solcher folgendes mitteilt: “Wenn ich Sie mit Ihrer Argumentation vertrete, dann laufe ich Gefahr aus der Rechtsanwaltskammer ausgeschlossen zu werden. Na wieso DAS denn?! Rechtsanwälte haben Angst um ihre Kammermitgliedschaft, wenn sie die Rechte ihrer Mandanten im Sinne ihrer Mandanten verteidigen??? Wie passt das zu einem freiheitlichen Rechtsstaat? Na gar nicht, weil das hiesige Land weder ein Staat ist, noch geht hierzulande irgendwas mit rechten Dingen zu. Werfen wir doch mal einen Blick auf diese angstverbreitende “Kammer”. Fangen wir mit der Dachkammer an, also der sogenannten “Bundesrechtsanwaltskammer”. Die “Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK)” ist die Dachorganisation der 27 regionalen Rechtsanwaltskammern und der Rechtsanwaltskammer bei der Firma “Bundesgerichtshof” (BGH). Mitglieder sind daher nur die genannten Kammern und nicht die einzelnen sogenannten “Rechtsanwälte”. Die “Bundesrechtsanwaltskammer” ist eine gemäß §§ 175 ff. Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) errichtete Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie hat ihren Sitz in Berlin. Die sogenannte “Rechtsaufsicht” obliegt der Firma “Bundesministerium der Justiz”. Die “Bundesrechtsanwaltskammer” vertritt auf sogenannter “Bundesebene” die berufspolitischen Interessen von 163.690 Rechtsanwälten (Stand: 2014). In der Definition für „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ heißt es bei Wikipedia u.a.: “In der Zeit des Nationalsozialismus war die Körperschaft des öffentlichen Rechts ein Mittel, um gesellschaftliche Organisationen in den „totalen Staat“ einzugliedern (Gleichschaltung). Heute wird dagegen die “Selbstbestimmung der Mitglieder” als “wichtiges demokratisches Element” deklariert. Dabei müssten wir es eigentlich besser wissen, denn in der Wikipedia-Definition für „Rechtsaufsicht“ steht genau das Gegenteil: “Die Rechtsaufsicht ist damit das notwendige Gegenstück zur Selbstverwaltung.“ Die Firma “Justizministerium” kontrolliert die Rechtsanwaltskammer. Die sogenannte “Rechtsaufsicht” verhindert also die Selbstverwaltung und damit auch die Selbstbestimmung der Mitglieder. Rechtsanwälte glauben, sie wären zum Beitritt in eine sogenannte “Rechtsanwaltskammer” verpflichtet. Selbstständige glauben unterdessen, dass sie Handwerks- und Handelskammern beizutreten hätten. Ist das so? Nein! Natürlich nicht, denn die Sache ist nämlich die: A/RES/217 A (III) der vereinten Nationen: Artikel 20, Absatz 2: Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören. Gut. Das können Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte “kaum wissen”, da die rechtlich schließlich “kaum geschult sind”. Vielleicht sind über 160.000 Anwältinnen und Anwälte auch nur zu pinzig, für ihr eigenes Recht zu kämpfen. Die meisten selbstständigen Unternehmer wissen davon hingegen tatsächlich nichts, dass sie Blutsaugervereinigungen wie Handelskammern weder eine Mitgliedschaft, noch das Zahlen irgendwelcher Gelder schulden. Das Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit schützt die Freiheit der Willensentschließung eines jeden Einzelnen zur Bildung oder zum Beitritt zu Vereinigungen. Alle dem entgegenstehenden Bestimmungen, wie z.B. Zwangsmitgliedschaften in Innungen, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Anwaltskammern usw., sind mit der A/RES/217 A (III) der vereinten Nationen unvereinbar. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich die bisherigen Zwangsmitgliedschaften weiter behaupten, muss nicht überraschen, denn wer weiß denn schon von seinem Recht?! Bleiben wir bei den Rechtsanwälten. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist für den Schutz ihrer Mandanten vor rechtswidriger “staatlicher” Bevormundung zu sorgen. So ist es in der Berufsordnung für Rechtsanwälte nachzulesen (§ 1 Abs. 3 BRAO). § 1 Freiheit der Advokatur: (1) Der Rechtsanwalt übt seinen Beruf frei, selbstbestimmt und unreglementiert aus, soweit Gesetz oder Berufsordnung ihn nicht besonders verpflichten. (2) Die Freiheitsrechte des Rechtsanwalts gewährleisten die Teilhabe des Bürgers am Recht. Seine Tätigkeit dient der Verwirklichung des Rechtsstaates. Gut. Dazu bräuchte es erstmal überhaupt einen Staat, der das hiesige Land nicht ist, aber mit solchen “Kinkerlitzchen” wollen wir uns heute ja gar nicht aufhalten. Schauen wir weiter: Als unabhängiger Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten hat der Rechtsanwalt seine Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten, vor Fehlentscheidungen durch Gerichte und Behörden zu bewahren und gegen verfassungswidrige Beeinträchtigung und staatliche Machtüberschreitung zu sichern. Gut. Nun existiert im hiesigen Land zwar keine Verfassung und von einem Staat kann auch keine Rede sein, doch wie schon erwähnt, lassen wir solche “Kinkerlitzchen” heute mal unbehandelt. Herrlich auch die Wortwahl in dieser “BRAO”. Demnach müssen Rechtsanwälte wohl freiwillig und selbstbestimmt in die Kammer eingetreten sein. Und so “frei” wie der Rechtsanwalt ist, so “frei” ist dann auch der Bürger, nämlich überaus unfrei. Nur freie Rechtsanwälte können Freiheit für den Menschen erkämpfen. Nur freie Rechtsanwälte können unabhängig sein und Mandanten darüber aufklären, dass Gerichte und Behörden, Firmen ohne hoheitsrechtliche Befugnisse sind, und ihre Mandanten vor diesen Firmen schützen. Selbiges gilt für den Schutz vor “staatlicher Machtüberschreitung”. Dazu brauchten Anwälte ihren Mandanten nur mal mitzuteilen, dass das hiesige Land gar kein Staat ist. Machtüberschreitung geschieht hierzulande daher immer nur von Firmen. Es gibt keinen Ausschluss aus der Kammer. Es gibt kein Berufsverbot. Toll. Von den 163.690 Rechtsanwälten die wir in diesem Lande haben, gibt es wohl keinen der den Mut hat, § 1 der Berufsordnung in die Wirklichkeit umzusetzen. Wird ein Mandat in einer Streitsache gegen den Scheinstaat vertreten, dann muss der Anwalt natürlich auch und automatisch Gegner des Scheinstaates sein. Durch die Zwangsmitgliedschaft in einer Organisation, die von Firmen kontrolliert wird, die “Staat” spielen, muss der Anwalt jedoch “staatstreu” handeln, wenn er nicht Gefahr laufen will, seinen Beruf von Firmen, die “Staat” mimen, verboten zu bekommen. Wie verlogen das System ist, erkennt man spätestens dann, wenn man sich die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) weiter ansieht. BRAO § 43a – Grundpflichten des Rechtsanwalts: (1) Der Rechtsanwalt darf keine Bindungen eingehen, die seine berufliche  Unabhängigkeit gefährden. Der Rechtsanwalt darf keine widerstreitenden Interessen vertreten. Wer in die Kammer des Schreckens eintritt, geht eine Bindung ein, und wer sich der scheinstaatlichen Kontrolle von Firmen unterwirft, muss widerstreitende Interessen verfolgen, wenn es gegen Scheinstaatsorgane geht. Werfen wir einen weiteren Blick auf das BRAO-Machwerk: BRAO § 62 – Stellung der Rechtsanwaltskammer: (2) Die Landesjustizverwaltung führt die Staatsaufsicht über die  Rechtsanwaltskammer. Die Aufsicht beschränkt sich darauf, dass Gesetz und Satzung beachtet, insbesondere die der Rechtsanwaltskammer übertragenen Aufgaben erfüllt werden. Damit ist es mit der Unabhängigkeit vorbei. Und für welchen “Staat” führt die sogenannte “Landesjustizverwaltung” denn die Aufsicht? Das hiesige Land ist kein Staat! Um es noch einmal klar und deutlich zu machen: Die Grund- und Menschenrechte stehen uns zu. Sie sind unsere Abwehrrechte gegen mafiöse Verbrecherorganisationen. Wenn aber der Scheinstaat und seine “Institutionen”, höchstselbst die mafiösen Verbrecherorganisationen sind, dann muss man sich über Korruption und Rechtsbruch nicht wundern. “Ungültige Gesetze sind unwirksam. Sie binden die Justiz nicht. Die Justiz hat vielmehr ihre Unwirksamkeit festzustellen.” Na dann mal los! Soll die sogenannte “Justiz” die Unwirksamkeit doch mal feststellen, wenn sie tatsächlich unabhängig ist! Warum hat sie das nicht schon längst getan?! Ganz einfach! Weil die sogenannte “Legislative”, “Judikative” und “Exekutive” ein und der selbe mafiöse Schwerverbrecherhaufen ist.
raga  (20.08.2015 07:31 Uhr):
Geschädigte Das habe ich auch alles erlebt und prozessiere noch. Ich muss alles alleine, weil ich keinen Anwalt finde. Mir ist so übel mitgespielt worden, dass es nie wieder gutzumachen ist. Mit keinem Geld der Welt. Zum 1. Kommentar
Geschädigter  (30.07.2015 05:34 Uhr):
Da habe ich anderes mit der Anwaltskammer erlebt. Mein Anwalt glänzte auch durch Untätigkeit. Er hat Fristen verstreichen lassen, war unerreichbar, hat Mails ungelesen gelöscht, Geld unterschlagen, Akte nicht heraus gegeben damit ich einen anderen Anwalt nehmen kann usw. Es sind 12 Punkte wo er gegen die Anwaltsordnung verstoßen hat. Die Kammer hat alles versucht um von ihm eine Stellungnahme zu bekommen. Bis hin zum Zwangsgeld und für die Stellungnahme haben die sogar den Gerichtsvollzieher zu ihm geschickt. Alles vergeblich, der Anwalt reagierte nicht. Die Kammer hat mir die Berufshaftpflichtdaten von dem Anwalt gegeben da keine Schutzwürdigkeit des Anwaltes mehr besteht. Mein Schaden habe ich dort angemeldet. rd. 500.000,- € Obendrein hat die Kammer die Sache an die Generalstaatsanwaltschaft abgegeben. Da wird gegen den Anwalt ein Verfahren vor dem Anwaltsgericht eingeleitet und obendrein werden die strafrechtlichen Aspekte extra bearbeitet. Der wird massiven Ärger bekommen.
Mageralf  (17.05.2015 09:01 Uhr):
Zu Fehling Frank, kann seine Feststellungen nur Bestätigen. Es geht soweit das Richter die Anwälte Decken. Somit wird es unmöglich hier was zu ändern. Es wir die Soziale Gerechtigkeit zum Vorwand gemacht. Nach was soll man sich Richten nach Gesetz, was in einem aufwendigen Verfahren erstellt wurde, oder nach Sozialen Gesichtspunkten. Aber wo sind diese festgestellt? Also Richter muß nicht nach Gesetzeslage entscheiden, in der BRD. Falsche Eidesstattliche Erklärung der Klägerin, wurde bei Gericht angefordert, kam aber erst als eine Anwältin unter Druck gesetz wurde und diese zum ersten mal dem Beklagten die Erklärung zusendete. 2x Anwälte machen Falsche Angaben im Zivilprozes. Richterin kürzt Ansprüche, im andern Fall, keine Reaktion. Von eigenen Anwälten stillschweigen. Anwaltskammer hat Berufsrechtliche Konsequenzen, das wars.
Fehling Frank  (28.12.2014 17:24 Uhr):
Anwaltshaftung. Ich habe in der Vergangenheit mehrmals gegen meine Anwälte mich bei der Rechtsanwaltskammer Celle durch Beschwerden beschwerdt,weil sie meine Interessen überhaupt nicht wahr genommen haben und für Ihre Dienstleistung ein sehr saftiges Honorar genommen haben. Ich habe bedauerlicheweise feststellen müssen,das meine Anwälte und die Anwälte bei Rechtsanwaltskammer unter einer Decke stecken und nicht sich für den Auftraggeber stark machen,sondern Ihre Anwälte im vollen Umfang Schutz gewähren,somit ist das für mich persönlich Korrupption. Menschen die mit Ihren Anwälten nie und nicht zufrieden waren,müsste man eine Sammelklage herbeiführen um die Rechtsanwaltskammer unter Druck zu setzen um derartige Fehler in der Gegenwart,Zukunft zu unterbinden.



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