Qualität

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Erklärung zum Begriff Qualität

Qualität (lat.: qualitas = Beschaffenheit, Eigenschaft, Zustand) wird nach DIN EN ISO 9000:2005, der gültigen Norm zum Qualitätsmanagement, als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt“, definiert.

Diese Definition löste die Formulierung des DIN EN ISO 8402:1995-08, des früheren Standards zum Qualitätsmanagement, ab. Nach dieser ist Qualität „die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.“ Einheiten sind dabei Produkte, Dienstleistungen, Konzepte, Entwürfe, Software, Arbeitsabläufe, Verfahren und Prozesse; Qualität ist eine Funktion der Anspruchsklasse.

Inhaltsverzeichnis

Sprachgebrauch

Obgleich die Bezeichnung „Qualität“ an sich keine Bewertung beinhaltet, wird der Begriff im Alltag oft wertend gebraucht. So wird Qualität etwa als Gegenstück zu Quantität verstanden (Quantität ist nicht gleich Qualität). „Quantität“ bezeichnet in Wahrheit lediglich die Menge von qualitativen Eigenschaften und drückt sich daher in Mengen- oder Messwerten aus. Die Redewendung bezieht sich jedoch darauf, dass in der Alltagssprache Qualität oft ein Synonym für Güte ist, oft ist daher von „guter“ oder „schlechter“ Qualität die Rede. Kauft ein Kunde ein Produkt oder eine Dienstleistung und erfüllen diese ihre Zwecke für den Kunden, so haben sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine „gute Qualität“. Dieses subjektive, kundenbezogene Qualitätsverständnis lässt sich nur sehr schwer insbesondere durch Marktforschung erfassen, da es sich individuell stark unterscheiden kann.

Tatsächlich hat sich der Begriff „Qualität“ im wirtschaftlichen Alltag als ein allgemeiner Wertmaßstab etabliert, der die Zweckangemessenheit eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses zum Ausdruck bringen soll. Dieses Verständnis zeigt sich etwa im Ausdruck „Qualitätsarbeit“. Sie findet häufig in einem bereichsübergreifenden, die Qualität der einzelnen Ergebnisse sicherndem System statt. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller hierzu nötigen Tätigkeiten wird als Qualitätsmanagement bezeichnet. Als Ergebnis entsteht das „Qualitätsprodukt“.

Wo sich Qualität mit quantitativen Größen messen lässt, wird sie häufig als technische Qualität bezeichnet. Das betrifft beispielsweise Eigenschaften wie Bruchfestigkeit, Belastbarkeit, Langlebigkeit, Farbechtheit usw. Als eine der einfachsten Definitionen für Qualität gilt hier die Regel: Qualität ist die Übereinstimmung von Ist und Soll, also die Erfüllung von Erfordernissen und Erwartungen. In der Produktion werden hierbei heute Kennzahlen zur Qualität über rechnergestützte Systeme bestimmt. Diese Systeme zur Qualitätssicherung werden CAQ-Systeme (CAQ von engl. Computer Aided Quality assurance) genannt.

Qualitätsbegriff nach ISO 9000

Nach der Norm EN ISO 9000:2005 ist Qualität der Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt. Die Qualität gibt damit an, in welchem Maße ein Produkt (Ware oder Dienstleistung) den bestehenden Anforderungen entspricht. Die Benennung Qualität kann zusammen mit Adjektiven wie schlecht, gut oder ausgezeichnet verwendet werden. Inhärent bedeutet im Gegensatz zu zugeordnet einer Einheit innewohnend, insbesondere als ständiges Merkmal.

Entscheidend für die Qualität eines Produktes nach ISO 9000 ist nicht sein Preis oder die Güte der verwendeten Materialien. Entscheidend ist, dass die gestellten Anforderungen an das Produkt erfüllt werden. Dabei müssen sowohl die objektiv messbaren Eigenschaften und Vorgaben des Produzenten als auch die subjektiven Erwartungen der Kunden erfüllt werden.

Nach der IEC 2371 ist Qualität die Übereinstimmung zwischen den festgestellten Eigenschaften und den vorher festgelegten Forderungen einer Betrachtungseinheit.

Während Qualität früher traditionell als eine Eigenschaft von Produkten oder Dienstleistungen verstanden wurde, also die Erfordernisse der Kunden im Vordergrund standen, erstreckt sich der Qualitätsbegriff im Rahmen von Total-Quality-Konzepten, wie dem Total Quality Management als umfassende Variante des Qualitätsmanagements, über ganze Unternehmen. Neben die Kundenanforderungen treten die Anforderungen von Mitarbeitern, Kapitalgebern und Öffentlichkeit (rechtliche Anforderungen), an deren Erfüllung sich die umfassende Qualität eines Unternehmens („Total Quality“) misst.

Qualitätsansätze nach Garvin

  • transzendentes Qualitätsverständnis: das Gute, Schöne, Richtige, (in Bezug auf Qualität: Produkt so gut zu gestalten wie es technisch möglich ist z. B. Rennsport, Raumfahrt)
  • produktbezogenes Qualitätsverständnis: z. B. 20 Jahre alter Wein ist besser als 10 Jahre alter Wein (Anmerkung: sehr allgemein, denn auch hier kommt es immer auf die Ausgangsgüte des Weines an, und auf die Qualitätsvorstellungen des Konsumenten)
  • kundenbezogenes Qualitätsverständnis: Fähigkeit einer Leistung, die Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen
  • wertorientiertes Qualitätsverständnis: Günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis
  • fertigungsbezogenes Qualitätsverständnis: Erfüllung von Normen, 'a priori' Qualität

Die 4 Eckpfeiler der Qualität nach Philip B. Crosby

Crosby definierte die 4 Eckpfeiler der Qualität wie folgt:

  • Qualität wird als Grad der Übereinstimmung mit Anforderungen definiert
  • Das Grundprinzip der Qualitätsplanung ist Vorbeugung
  • Null-Fehler-Prinzip muss zum Standard werden
  • Qualitätskosten sind die Kosten für Nichterfüllung der Anforderungen.

Siehe auch

  • Qualitätsmanagementnorm
  • Softwarequalität
  • Datenqualität (GIS)
  • Dienstleistungsqualität
  • Quantität

Literatur

  • Gerd F. Kamiske, Jörg-Peter Brauer: Qualitätsmanagement von A bis Z. Erläuterungen moderner Begriffe des Qualitätsmanagements. 5. Auflage. Carl Hanser, München 2005, ISBN 3-446-40284-5
  • Tilo Pfeifer: Praxisbuch Qualitätsmanagement. Aufgaben, Lösungswege, Ergebnisse. 2. Auflage. Hanser, München 2001, ISBN 3-446-21508-5
  • Hans-Dieter Zollondz: Grundlagen Qualitätsmanagement. Einführung in Geschichte, Begriffe, Systeme und Konzepte. 2. erweiterte Auflage. Oldenbourg Verlag, München 2006, ISBN 3-486-25950-4
  • Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten. Fischer, ISBN 3-596-22020-3
  • David A. Garvin: What Does "Product Quality" Really Mean?, Sloan Management Review, Fall 1984, pp. 25-45

Weblinks

Wiktionary: Qualität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen



Mitwirkende/Autoren:
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Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


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  • BildVG-AUGSBURG, 26.07.2013, Au 7 K 13.186
    Geltendmachung der Bestattungskosten für einen Verstorbenen durch eine Kommune;leibliche Tochter des Verstorbenen als Bestattungs- und Zahlungspflichtige;Qualität der Beziehung zwischen Tochter und Verstorbenem;Ausschlagung von Erbschaft
  • BildVG-AUGSBURG, 26.07.2013, Au 7 K 13.216
    Geltendmachung der Bestattungskosten für einen Verstorbenen durch eine Kommune;Leibliche Tochter des Verstorbenen als Bestattungs- und Zahlungspflichtige;Qualität der Beziehung zwischen Tochter und Verstorbenem;Ausschlagung von Erbschaft
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