Patientin

Lexikon | Jetzt kommentieren

Erklärung zum Begriff Patientin

Rechtlich ist eine Patientin dasselbe wie ein Patient. Einzig die Tatsache, dass viele Ärzte männlichen Geschlechts sind, so in aller Regel die Geschlechtsdifferenz besteht, gibt der Frau als Patientin eine Sonderstellung. Abgesehen von ihrer Rolle als Frau, die hier schon für eine Art Sonderstellung sorgt, sind Angehörige des weiblichen Geschlechts auch spezifisch in vielen Bereichen der Medizin in Behandlung, die es lediglich für Frauen gibt. So ist die Gynäkologie ein Bereich, in dem Patientinnen vorherrschen. Für die Notwendigkeiten des Patienten als Frau im körperlichen Sinne muss jedoch klar überall Sorge getragen werden.

Geschlechtsspezifische Gesichtspunkte

Das Stichwort „Gender“, das in unserer Gesellschaft heutzutage einen breiten Impuls erzeugt, taucht auch in der Medizin und Pflege auf. Mit dem Begriff tut sich die Verbindung und aber auch Trennung von sozialem und psychologischem Geschlecht auf. In der englischen Sprache findet sich ein Unterschied zwischen „Gender“ und „Sex“ , wobei „sex“ lediglich die biologische Bestimmung ist. Das psychologische Geschlecht hingegen steht für das, was in einer bestimmten Kultur als typisch für das jeweilige Geschlecht gilt. In der Genderforschung wird versucht die Frage zu klären, welche psychischen und körperlichen Unterschiede es zwischen den Geschlechtern gibt, welche Handlungsaspekte sich ableiten lassen, welche Konsequenzen für Diagnostik und Therapie daraus entstehen. Ein gutes Beispiel ist die genderspezifische Verhaltens- und Behandlungsweise bei herzerkrankten Frauen. Das Ziel der genderspezifischen, individuellen, patientenorientierten Pflege ist die optimale Therapie von Patienten und Patientinnen ohne eine Kluft der Geschlechter.

Unterschiede der Geschlechter

Das Gesundheitsverhalten von Mann und Frau ist grundsätzlich sehr unterschiedlich. So weisen Männer gemäß zahlreicher Studien eine höhere Risikobereitschaft auf, sie sind grundsätzlich wesentlich rücksichtsloser mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit. Bei Frauen wirken sich konfliktbelastete Lebenssituationen durchaus negativ auf Krankheitsverlauf sowie therapiebedingte Nebenwirkungen aus. Frauen halten Therapieschemata eher ein. Frauen besitzen eine wesentlich niedrigere Schmerzschwelle, deswegen werden sie nicht selten als „wehleidig“ angesehen. Männer sind hingegen laut Forschung nicht in der Lage, die Rolle des Kranken mit ihrem Selbstbild zusammen zu bringen. So negieren sie die Krankheit oftmals, bis die Prognose ungünstig wird beziehungsweise eine Vorsorge nicht mehr möglich ist. Ältere Frauen  trinken und rauchen weniger,  jedoch sind sie häufig medikamentenabhängig. Auch sind Männer bewegungsfreudiger, treiben mehr Sport. Frauen haben aber ein wesentlich höheres Verantwortungsgefühl, so sind sie in der Familie für die gesundheitsbezogenen Belange zuständig.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 09.11.2015 15:51
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 09.11.2015 15:51


 
 

Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.



Aktuelle Forenbeiträge

  • Urkundenfälschung... (10.05.2011, 14:08)
    Hallo, habe mal eine Frage: Stellen wir uns einen Physiotherapeuten Müller und eine Patientin Kunze vor. Frau Kunze nimmt Leistungen von Herrn Müller in Anspruch die von Ihr quittiert werden müssen. Herr Müller vergißt aber sich diese Unterschriften geben zu lassen, hat aber wirklich alle abgerechneten Leistungen erbracht, was Frau...
  • Zwangseinweisung (08.08.2011, 14:59)
    Hallo ihr Lieben, Mal angenommen die fivtive Person ''J'' ist über 18, leidet an einer Schilddrüßenüberfunktion und hat bereits eine 3 Jährige behandlung hinter sich und nimmt Medikamente. J musste den Arzt wegen einem Umzug wechseln. Der neue Arzt ist schockiert über die Werte und will das J sich umgehend Operieren lässt. J weigert...
  • verletzung der ärztlichen schweigepflicht ? (07.11.2011, 09:02)
    verletzt eine ärztin / ein arzt seine schweigepflicht, wenn er informationen die er/ sie von einer patientin erhält als "druckmittel" gegen 3. einsetzt und diesen gegenüber dann auch noch sagt wann diese patienten diese äusserungen getan haben ? an wenn könnte man sich in diesem fall wenden ?

Kommentar schreiben

23 - V.i er =

Bisherige Kommentare zum Begriff (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.


Patientin – Weitere Begriffe im Umkreis

  • Krankheit
    Der Begriff der Krankheit umfasst ein weites Feld. Im Zusammenhang mit dem Arbeitnehmer wird die Krankschreibung des Arztes wichtig. Auch wenn man krankgeschrieben ist, bedeutet das nicht, das man ans Bett gefesselt, zur Untätigkeit verurteilt...
  • Kunstfehler
    Ein Behandlungsfehler wird umgangssprachlich oftmals  als Kunstfehler bezeichnet. Die Erklärung ist das lateinische „lege artis“ oder das englische „state of art“, was „Regeln der ärztlichen Kunst“ bedeutet. Über Kunst lässt sich...
  • Medizinischer Fachangestellter
    Medizinische Fachangestellte (bis Juni 2006 "ArzthelferInnen") ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Gemäß diesem dauert die Ausbildung drei Jahre, wobei eine Verkürzung individuell möglich ist. Es handelt sich dabei...
  • Medizinrecht
    Das Medizinrecht ist als eigenständiges Rechtsgebiet anzusehen. Seit 2004 besteht die Möglichkeit besondere Kenntnisse in dem Rechtsgebiet zu sammeln und dadurch den Titel Fachanwalt für Medizinrecht zu bekommen. Auf dem ersten Blick...
  • Patient
    Unter „Patient“ versteht man eine Person, die Dienstleistungen von Ärzten oder anderen Menschen, die Heilbehandlungen ausführen, in Anspruch nimmt. Der Wortstamm ergibt sich aus dem lateinischen „patiens“, was ertragend, erduldend,...
  • Schweigepflicht
    Die Schweigepflicht wird auch als Verschwiegenheitspflicht oder, nach dem StGB, als Verbot der Offenbarung von Privatgeheimnissen genannt. Sie definiert sich als rechtliche Verpflichtung für gewisse Berufsgruppen, keine Geheimnisse an Dritte...
  • Transplantation
    Transplantation bezeichnet die Verpflanzung eines Transplantates in der Medizin. Ein Transplantat kann aus Zellen, Geweben, ganzen Organen oder Gliedmaßen wie Fingern und Zehen bestehen. Transplantationen werden in der Regel an...
  • Transplantationsgesetz
    Das Transplantationsgesetz stammt in seiner ursprünglichen Fassung vom 05. November 1997. Es hat den Titel „Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben“. Das TPG definiert die Zulässigkeit von Organspenden in...
  • Zahnarzt
    Zahnarzt darf sich der nennen, der ein Hochschulstudium der Zahnmedizin erfolgreich absolviert hat. Der Beruf des Zahnarztes gehört in der Bundesrepublik Deutschland zu den sogenannten „Freien Berufen“. Zu den Aufgaben eines Zahnarztes...
  • Zahnarzthaftung
    Die Zahnarzthaftung ist gesetzlich die zivilrechtliche Verantwortlichkeit des Arztes bei Verletzung der ärztlichen Sorgfaltspflichten. Mit dem Dienstvertrag den der Patient mit dem Zahnarzt abschließt, hat er nicht etwa den Erfolg...

Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Medizinrecht

Weitere Orte finden Sie unter:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.