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Meisterprüfung

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Erklärung zum Begriff Meisterprüfung

Die handwerkliche Meisterprüfung ist ein staatlicher Nachweis über die Befähigung, einen Handwerksbetrieb selbstständig zu führen und die Lehrlinge ordnungsgemäß auszubilden, ferner für das Vorhandensein der notwendigen fachlichen, betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen, rechtlichen und berufserzieherischen Kenntnisse.

Beurkundet wird die bestandene Meisterprüfung mit dem Meisterbrief nach § 51 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (HandwO).

Inhaltsübersicht

  • I. Ausbildung zum Meister
  • II. Industriemeister (IHK)
  • III. Die bestandene Meisterprüfung
  • IV. Verweise

I. Ausbildung zum Meister

Die Ausbildung zum Handwerksmeister und die Prüfung ist in vier Teile gegliedert.

  1. praktische Prüfung,
  2. fachtheorethische Prüfung,
  3. wirtschaftliche und rechtliche Prüfung,
  4. berufs- und arbeitspädagogische Prüfung.

Die Teile 3 und 4 sind für alle Handwerksberufe gleich. Dauer und Inhalt der Ausbildung der Teile 1 und 2 sind vom jeweiligen Beruf in dem die Meisterprüfung abgelegt werden soll abhängig. Voraussetzung zur Zulassung zur Meisterprüfung ist, in der Regel, eine erfolgreich abgelegte Gesellenprüfung in dem Handwerk in dem die Meisterprüfung abgelegt werden soll, sowie eine mindestens 3-jährige Berufspraxis; diese Berufspraxis ist nach der Novellierung der Handwerksordnung entfallen. So kann man nun direkt nach der Gesellenprüfung die Meisterprüfung ablegen.

Die Prüfung gilt als bestanden, wenn in keinem der Prüfungsteile eine schlechtere Note als ausreichend (4) erzielt wurde. Innerhalb der einzelnen Teile der Prüfung gibt es jedoch Sperrfächer. Bei einer schlechteren Note als ausreichend in einem der Sperrfächer gilt die Prüfung als nicht bestanden, auch wenn im Durchschnitt eine bessere Note als ausreichend erzielt wurde.

In vielen Handwerksberufen muss in der praktischen Prüfung, neben einer Arbeitsprobe, auch eine Meisterprüfungsarbeit (Meisterstück) angefertigt werden.

Industriemeister (IHK)

Für den industriellen Wirtschaftsbereich besteht analog die Möglichkeit, eine Industriemeisterprüfung abzulegen. Diese Fortbildungsprüfung hat, im Gegensatz zur handwerklichen Meisterprüfung, nicht das Ziel der selbständigen Führung eines Betriebs, sondern befähigt dazu Führungsaufgaben in einem Industriebetrieb zu übernehmen. Gleichwohl kann sich ein Industriemeister in die Handwerksrolle eintragen lassen und ist somit ebenfalls berechtigt einen eigenen Betrieb zu führen.

Ebenfalls Bestandteil der Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister ist der erforlgreiche Abschluss der Ausbildereignungsprüfung. Somit ist auch der Industriemeister berechtigt Auszubildende in seinem Fachgebiet auszubilden. Die Rechtsgrundlage der Industriemeisterprüfung kann eine Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung oder eine von einer Industrie- und Handelskammer als 'zuständiger Stelle' erlassene Prüfungsordnung sein. Industriemeisterprüfungen werden von Prüfungsausschüssen abgenommen, die von der zuständigen Stelle berufen sind.

Weiterhin können auch Meisterprüfungen vor anderen Kammern, wie z.B. der Landwirtschaftskammer abgelegt werden.

III. Die bestandene Meisterprüfung

Die bestandene Meisterprüfung ist in der Regel auch die Voraussetzung für die Zulassung zur Fortbildungsprüfung zum Betriebswirt(HWK), früher Betriebswirt des Handwerks. Hierbei sollen betriebswirtschaftliche Kenntnisse, optimiert auf Betriebe mit bis zu 25 Mitarbeitern, erweitert werden.

In einigen Bundesländern ermöglicht die erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfung das Studium an Hochschulen ohne Abitur (siehe auch Stichworte „Meisterprüfung Studium)“.

IV. Verweise

 




Mitwirkende/Autoren:
,
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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Entscheidungen zum Begriff Meisterprüfung

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    Das mehrfache Nichtbestehen der Meisterprüfung bedeutet keine unzumutbare Belastung durch die Meisterprüfung und begründet daher keinen Ausnahmefall i.S.d. § 8 HandwO.
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 04.12.1992, 14 S 2327/91
    1. Rechtsgrundlage für die Anerkennung einer nach dem 08. Mai 1945 im Vertreibungsgebiet abgelegten Meisterprüfung als der entsprechenden deutschen Meisterprüfung gleichwertig ist § 92 Abs 3 iVm Abs 2 BVFG. § 7 Abs 7 HwO kommt nur zur Anwendung, wenn aufgrund der im Vertreibungsgebiet abgelegten Meisterprüfung die Eintragung in die...
  • BildVG-POTSDAM, 20.08.2007, 3 L 487/07
    Zur Zumutbarkeit für einen Bewerber, sich nach Nichtbestehen der Meisterprüfung während der Dauer einer befristeten Ausnahmebewilligung einer Wiederholungsprüfung zu unterziehen.
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 12.07.1994, 14 S 1032/94
    1. Die Meisterprüfungsausschüsse sind nicht Organe der Handwerkskammern, sondern unmittelbare Landesbehörden. 2. Im Rechtsstreit um den Rücktritt von der Meisterprüfung ist der Nichtbestehensbescheid nicht Klagegegenstand. 3. Als wichtiger Grund für den Rücktritt von der Meisterprüfung können die Schwierigkeiten des Prüflings wegen...
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 16.04.1999, 7 S 3016/98
    Beim Besuch einer "Meisterschule" endet die Ausbildung mit der Erteilung des Abgangszeugnisses dieser Schule. Darauf, wann die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer abgelegt worden ist, kommt es nicht an.
  • BildBVERWG, 22.08.2007, BVerwG 6 C 28.06
    Bei dem Vorbereitungslehrgang zu einer Meisterprüfung handelt es sich um eine Berufsausbildung im Sinne des Zurückstellungstatbestandes nach § 12 Abs. 4 Satz 2 Nr. 3 Buchst. c WPflG.
  • BildBVERWG, 29.08.2001, BVerwG 6 C 4.01
    1. Die Regelungen der Handwerksordnung über den Nachweis der Befähigung sind auch im Hinblick darauf weiterhin verfassungsgemäß, dass großzügig darüber zu befinden ist, ob ein Ausnahmefall im Sinne des § 8 Abs. 1 HwO vorliegt. 2. Die Ablegung der Meisterprüfung ist für den Antragsteller unzumutbar, wenn die mit ihr verbundene...
  • BildHESSISCHER-VGH, 22.04.2010, 7 A 1520/09.Z
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