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Markt

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Markt

Der Ort, an dem Waren regelmäßig gehandelt oder getauscht werden, nennt sich Markt. Damit ist der Markt ein Handelsplatz. Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff heute das geregelte Zusammenführen von Angebot und Nachfrage von Waren, Dienstleistungen und Rechten. Das traditionelle Zeichen eigener Markthoheit einer Stadt war früher in Teilen Europas der Roland.

Inhaltsübersicht

  • I.  Marktrecht
  • II. Marktarten
    • Markt als offene Verkaufsveranstaltung
    • Großmarkt
    • Supermarkt
    • Börse
  • III. wirtschaftlicher Marktbegriff
  • IV. soziologischer Marktbegriff
  • V. Verweise

I. Marktrecht

Hauptartikel Marktrecht

Ein Markt ist ein städtischer Platz (z.B. Gendarmenmarkt in Berlin), auf dem regelmäßig Verkaufsveranstaltungen (Märkte) abgehalten werden oder wurden. Dieser so genannte Marktplatz ist in der Regel der zentrale Platz in einer Stadt, an dem auch das Rathaus errichtet wurde. In größeren Städten existierten oft mehrere Marktplätze, auf denen früher spezifische Waren angeboten wurden. Um Märkte nicht unter freiem Himmel abhalten zu müssen, wurden in vielen Städten Markthallen errichtet. Das Recht, einen Markt abzuhalten (Marktrecht) war im Mittelalter für die städtische Entwicklung entscheidend, und galt als erste Stufe zum Stadtrecht. Der Roland als traditionelles Symbol der Markthoheit findet sich heute noch als Standbild in etlichen deutschen Städten, z.B. in Brandenburg an der Havel, Bremen, Halberstadt, Stendal, Wedel und Zerbst.

"Markt" ist auch in einigen Bundesländern wie zum Beispiel Bayern die offizielle Bezeichnung für eine Gemeinde, die einen Status zwischen Dorf und Stadt einnimmt. Dieser Status war früher mit der Verleihung des Marktrechts verbunden. In anderen Bundesländern gibt es dafür andere Bezeichnungen. In Bayern und Österreich ist der Begriff Markt bis heute teilweise offizieller Bestandteil des Ortsnamens.

Siehe auch: Minderstadt, Flecken (Ort)

II. Marktarten

Aus dem ortsbezogenen Marktbegriff hat sich im Laufe der Zeit ein auf die Verkaufsform bezogener Marktbegriff abgeleitet. Heute unterscheidet man eine ganze Reihe unterschiedlicher Märkte.

Markt als offene Verkaufsveranstaltung

Markt ist ebenfalls die Bezeichnung der Verkaufsveranstaltung an sich, zu der in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen an einem bestimmten Ort Händler zusammenkommen, um Waren des täglichen Bedarfs an Ständen zu verkaufen (so genannte Krämer- oder Krammärkte), oft in Form eines Wochen- oder Jahrmarktes. Werden über den täglichen Bedarf hinausgehende Waren angeboten, spricht man von Flohmarkt.

Neben solchen allgemeinen Marktveranstaltungen hat sich im Lauf der Geschichte eine ganze Reihe spezieller Veranstaltungen in Marktform entwickelt. Hierzu zählen beispielsweise Obst- und Fischmärkte (wie zum Beispiel der Viktualienmarkt oder der Hamburger Fischmarkt), Bauernmärkte, aber auch Weihnachtsmärkte und Messen.

Großmarkt

Ein Großmarkt ist ein Ort (oft eine Großmarkthalle), an dem zum Beispiel Lebensmittel und Blumen an Wiederverkäufer (z.B. Einzelhandelsgeschäfte, Gastronomie) verkauft werden (Großhandel).

Supermarkt

Ein Supermarkt ist ein Laden, der verschiedene Waren des täglichen Bedarfs anbietet. Die moderne Markthalle nimmt mit ihren meist festen Ständen eine Zwischenstellung zwischen Markt und Supermarkt ein.

Börse

Börsen sind Spezialmärkte (für Aktien, Kuxe, Obligationen, Versicherungen, spezielle Waren (Öl, Immobilien u. a. m.). Nach der Art des Handels lassen sie sich unterteilen in Börsensegmente genannte Teilmärkte wie geregelter Markt, amtlicher Markt und Freiverkehr.

III. wirtschaftlicher Marktbegriff

Hauptartikel Markt (Ökonomie), Marketing

Der Begriff Markt bezeichnet in der Wirtschaft ganz allgemein den (realen oder virtuellen) Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage von und nach einem Gut. Ist das Angebot größer als die Nachfrage, spricht man von einem Käufermarkt. Wenn das Angebot kleiner ist als die Nachfrage, handelt es sich um einen Verkäufermarkt. Stimmen Angebot und Nachfrage bei einem Gut überein, so spricht man vom Marktgleichgewicht. Es ist gekennzeichnet durch den Gleichgewichtspreis (vulgo auch Marktpreis) und die durch ihn bestimmte gleichgewichtige Menge. Unter bestimmten Bedingungen erreicht eine Ökonomie, in der alle Güter auf Märkten frei getauscht werden, eine pareto-effiziente Ressourcenallokation (Erster Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik). Diese Aussage bildet das theoretische Fundament für das in vielen Ländern vorherrschende Wirtschaftssystem der Marktwirtschaft. Sind die Annahmen des Ersten Hauptsatzes der Wohlfahrtsökonomik verletzt, so ist die Güterallokation über Märkte im Allgemeinen ineffizient (sog. Marktversagen).

Andreas Scharf und Bernd Schubert definieren den Markt folgendermaßen: Ein Markt besteht aus allen tatsächlichen und potenziellen Abnehmern mit einem spezifischen Bedürfnis, welches die Unternehmung mit ihrem Produkt zu befriedigen versucht.

Die Volkswirtschaftslehre unterscheidet zwei Marktarten, die Faktormärkte und die Gütermärkte:

Faktormärkte MarktartMerkmale

 
 

Arbeitsmarkt

Handel von Arbeitsleistungen gegen Arbeitsentgelte.

Immobilienmarkt

Handel mit Grundstücken und Gebäuden.

Kapital- und Geldmarkt

Handel, bzw. Vermittlung von lang- und kurzfristigen Krediten.

Gütermärkte Marktart Merkmale

 
 

Konsumgütermärkte

Handel mit Konsumgütern.

Beispiele: Mobilfunkmarkt, Automobilmarkt, Heim-PC-Markt

Investitionsgütermärkte

Handel mit Investitionsgütern.

Beispiele: Maschinenmarkt, Werkzeugmarkt

Dabei erfüllt ein Markt folgende Funktionen:

  • Versorgungsfunktion,
  • Koordinationsfunktion,
  • Preisbildungsfunktion und
  • Verteilungsfunktion.

Aus unternehmerischer Sicht bezeichnet man als Markt ein Absatzgebiet. Der Terminus neue Märkte erschließen bezeichnet heute eine Grundanforderung für jedes wachstumsorientierte Unternehmen. Der relevante Gesamtmarkt lässt sich dabei in Marktsegmente unterteilen. Aus der großen Bedeutung des Absatzgebietes für ein Unternehmen hat sich in der Betriebswirtschaftslehre das Fachgebiet Marketing entwickelt.

"Markt" im Sinne des Marketing bezeichnet Kundengruppen, die einem spezifischen Bedürfnis bzw. Bedürfniscluster zugeordnet werden können und kombiniert dieses mit Produkten und Serviceleistungen der Anbieter. Auf dem Markt treffen also Bedürfnisse und Lösungen zusammen. Bedürfnisse/ Kundengruppen oder Lösungen jeweils allein bilden keinen Markt. Erst wenn Bedürfnisse und Lösungen kombiniert werden, ergibt sich ein Markt (vg. auch Begriff relevanter Markt).

IV. soziologischer Marktbegriff

Hauptartikel Marktsoziologie

In der Soziologie wird der Markt als allgemeines Muster gesellschaftlichen Handelns seit Ferdinand Tönnies (für „Gesellschaft“ gegenüber „Gemeinschaft“) und Max Weber genutzt, er umfasst in seiner weitest greifenden Ausprägung jeden Tausch sozialer Sanktionen (also auch negativer Sanktionen bis hin zum Krieg).

V. Verweise

 

   

 




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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Entscheidungen zum Begriff Markt

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  • OLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 02.01.2013, 6 W 130/12
    In einer Kennzeichenstreitsache kann es am Verfügungsgrund fehlen, wenn der Verletzer unter dem beanstandeten Zeichen auf dem Markt und im Internet bereits seit vielen Jahren präsent ist, ohne dass der Kennzeicheninhaber hiervon Kenntnis erlangt hat, und wenn der Kennzeicheninhaber auch vor der Stellung des Eilantrags auf die...
  • OLG-HAMM, 19.02.2010, 9 U 147/09
    1. Rechnet der geschädigte Fahrzeugeigentümer seinen Kraftfahrzeugschaden trotz tatsächlicher Ersatzbeschaffung fiktiv auf der Basis eines sachverständigen Schadensgutachtens ab, ist der Schadensberechnung der Nettowiederbeschaffungswert zu Grunde zu legen (wie BGH VI ZR 312/08). Das gilt auch dann, wenn es sich bei dem verunfallten...
  • LG-FRANKFURT-AM-MAIN, 13.03.2009, 3-5 O 57/06
    1. Auch bei einer Verschmelzung innerhalb eines Konzerns können die Grundsätze einer Verschmelzung unter Gleichen angewendet werden, wenn festgestellt werden kann, dass es keinerlei Einflussnahmen der Muttergesellschaft auf die Tochtergesellschaft für die Ermittlung der Verschmelzungsrelation gegeben hat. 2. Im Allgemeinen kann man...
  • AG-HAMM, 15.06.2007, 17 C 112/07
    Eine Leasinggesellschaft, die als Geschädigte ebenso wie die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners Zugang zum Online-Markt der Restwerteaufkäufer hat, kann der Schadensabrechnung nicht ohne weiteres den Restwert zugrundelegen, den ein Sachverständiger für den regionalen Markt ermittelt hat.

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