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Liegenschaftskataster

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Erklärung zum Begriff Liegenschaftskataster

In einem Liegenschaftskataster oder auch nur Kataster genannt ist eine Auflistung jeglicher Landstücke und Gebäude eines Landes enthalten. Die einzelnen Parzellen sind dabei genau definiert. Hauptbestandteil des Liegenschaftskatasters sind das Katasterbuchwerk, das Katasterzahlenwerk, das Katasterkartenwerk und zusätzliche, beschreibende Informationen.

Katasterbuchwerk

Im Katasterbuchwerk sind grundsätzliche Informationen über ein Grundstück erfasst wie die Größe, Flur und Flurstücksnummer, Lage, Bezeichnung des Flurstücks nach Gemarkung und Nutzungsart. Ebenfalls zu finden sind hier die Grundbuchblattnummer sowie eingetragene Eigentümer.

Katasterzahlenwerk

Bestandteil des Katasterzahlenwerks sind die Koordinationsberechnungen und Koordinaten aller im Kataster belegbaren  topographischen, Grenz-, Vermessungs- und Gebäudepunkte sowie Vermessungsrisse. Auch der Nachweis der Flächenermittlung ist hier erfasst.

Katasterkartenwerk

Hauptbestandteil des Katasterkartenwerks ist die Flurkarte. Bestehen agrarische Nutzflächen, ist hier überdies eine Schätzungskarte vorzufinden mit der amtlichen Bodenschätzung. Dargestellt sind hier außerdem die Abgrenzung, Form, Lage, die Flurstücksnummern, Nutzungsarten, die Gebäude sowie Straßennamen, Gemarkungs- und Flurgrenzen.

Ursprung

Das Wort Kataster ist aus dem Französischen übernommen worden. Nach dem Ende der Französischen Revolution war es nötig, genaue Informationen über einzelne Grundstücke zu haben, um eine Grundsteuer erheben zu können. Aus diesem Grund wurde damit begonnen, einzelne Grundstücke genau zu erfassen in Bezug auf Lage, Maße etc.

In Deutschland ordnete Napoleon 1808 die Einrichtung eines Liegenschaftskatasters an und nach und nach wurden alle Gebiete Deutschlands detailliert erfasst.

Verwendung und Zweck

Der Zweck des Liegenschaftskatasters ist u.a.  die Sammlung von Daten für Gesamtdeutschland. Das Liegenschaftskataster soll bei Entscheidung in Bezug auf Entwicklung, Naturschutz und Umwelt einbezogen werden. Ziel ist es ebenso, dies in Zusammenarbeit mit den anderen EU Ländern für die gesamte Entwicklung in Europa zu nutzen.
Ein weiterer Zweck des Liegenschaftskatasters ist es, die Eigentumsrechte zu sichern, da diese hier eingetragen sind. Bei Veräußerungen muss auch hier der entsprechende Eintrag aktualisiert werden.

Beispielurteil

Ein Urteil im Jahre 2005 bestätigte die Wichtigkeit wie auch die Richtigkeit des Liegenschaftskatasters. Der Kläger war der Ansicht, dass im Register 1865 die falschen Werte aufgenommen wurden und das Grundstück ursprünglich andere Maße hatte. Der Bundesgerichtshof bestätigte jedoch, dass das Grundbuch als Grundlage gelte nach § 891 Abs. 1 BGB. Hierzu zählt auch das Liegenschaftskataster und somit wurde die Entscheidung gegen den Kläger gefällt. [Urteil BGH, 02.12.2005, V ZR 11/05]




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 28.06.2013 09:44
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 28.06.2013 09:44


 
 

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Nachrichten zu Liegenschaftskataster


Entscheidungen zum Begriff Liegenschaftskataster

  • BGH, 02.12.2005, V ZR 11/05
    Die Richtigkeitsvermutung des Grundbuchs erstreckt sich auch auf den sich aus dem Liegenschaftskataster ergebenden Grenzverlauf.
  • NIEDERSAECHSISCHES-OVG, 23.04.2003, 8 LA 53/03
    1. Eine Grenzfeststellung ist nur dann rechtswidrig, wenn eine andere als die im Liegenschaftskataster nachgewiesene Flurstücksgrenze festgestellt worden ist.2. Der Rechtmäßigkeit der Grenzfeststellung steht nicht entgegen, dass der Nachweis der Flurstücksgrenze im Liegenschaftskataster unzutreffend ist.
  • VG-ANSBACH, 12.06.2013, AN 9 K 12.00375
    Kataster- und Vermessungsrecht;Gebühren der Feldgeschworenen;Zweifel an der Richtigkeit der im Liegenschaftskataster nachgewiesenen Grundstücksgrenzen;Unmöglichkeit, einen einwandfreien Verlauf der Grundstücksgrenze auf der Grundlage des Katasternachweises festzustellen 
  • NIEDERSAECHSISCHES-OVG, 14.02.2002, 8 LA 1977/01
    1. Das Gebührenverzeichnis zur Kostenordnung für das amtliche Vermessungswesen bietet keine Anhaltspunkte dafür, dass Nr. 11.3 auf die Übernahme einer Grenzfeststellung in das Liegenschaftskataster nur deshalb keine Anwendung finden soll, weil das Flurstück, dessen Grenzen festgestellt worden sind, in einem Umlegungsverfahren...
  • HESSISCHER-VGH, 29.08.2008, 4 UZ 1048/07
    Die bis zum 31.12.2007 geltenden hessischen Vorschriften des Kataster- und Vermessungsrechts sahen einen Rechtsanspruch eines Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs auf Übernahme von ihm erstellter Vermessungsschriften in das Liegenschaftskataster nicht vor.
  • OLG-HAMM, 24.11.2011, I-5 U 132/10
    Eine Grenzverwirrung liegt dann vor, wenn die richtige Grenze objektiv nicht ermittelt werden kann, weil sie nicht anhand des Grundbuchs in Verbindung mit der Vermutung des § 891 BGB und dem Liegenschaftskataster oder einer Grenzniederschrift feststellbar ist und von keiner Partei anderweitig nachgewiesen werden kann.
  • OVG-RHEINLAND-PFALZ, 23.10.2003, 12 A 10918/03.OVG
    Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur ist bei Einreichung der Vermessungsschriften zur Prüfung und Übernahme in das Liegenschaftskataster nicht Veranlasser einer gebührenpflichtigen Amtshandlung. Er wird nur im öffentlichen Interesse und nicht in seinem eigenen, privaten Pflichtenkreis tätig (Aufgabe der bisherigen...
  • VG-STADE, 17.03.2010, 1 A 412/08
    Die Erhebung von Erschwernisbeiträgen auf der Grundlage der im Liegenschaftskataster aufgeführten Bezeichnungen nach der Anlage 6 zum NWG ist mit höherrangigem Recht vereinbar. Eine Härtefallregelung für den Einzelfall ist nicht erforderlich. Eine Satzungsregelung, nach der ein Mindestbeitrag nur dann erhoben wird, wenn der...
  • OVG-SACHSEN-ANHALT, 27.01.2004, 2 L 495/03
    1.Bei einer "Grenzfeststellung und Abmarkung" wird allein der örtliche Verlauf der im Liegen-schaftskataster festgehaltenen Flurstücksgrenze festgestellt. Rechtswidrig ist die Amtshandlung deshalb nur dann, wenn eine andere als die im Kataster nachgewiesene festgestellt worden ist. 2.Treffen die Eintragungen im Liegenschaftskataster...
  • OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 05.12.2011, 9 A 2184/08
    1. Zu den möglichen Rechtsgrundlagen für die Erhebung von Gebühren für die Erteilung von Umweltinformationen im Land NRW im Zeitraum zwischen dem 14.2.2005 (Außerkrafttreten des UIG Bund 2001) und dem 18.4.2007 (Inkrafttreten des UIG NRW). 2. Die Beantwortung einer Anfrage, ob ein bestimmtes Flurstück innerhalb einer Wasserschutzzone...

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