Kosten

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Erklärung zum Begriff Kosten

Der Begriff Kosten findet insbesondere in der Betriebswirtschaftslehre (BWL) bzw. in der Volkswirtschaftslehre (VWL) Anwendung. Er wird aber auch – allerdings unter einer anderen Definition – im Rechtswesen verwendet (sog. Kostenrecht).

I.  Kosten im Rechtssinne
Kosten
im Rechtssinne umfassen Gebühren und Auslagen. Das Kostenrecht befasst sich nämlich mit den Kosten, die entstehen, wenn man einen Rechtsanwalt oder Notar, ein Gericht oder eine Behörde in Anspruch nimmt.

Eine Gebühr ist dabei eine Abgabe, die für eine behördliche oder anwaltliche Tätigkeit erhoben wird. Gebühren sind also abhängig von einer konkreten Gegenleistung für eine konkrete Leistung. Die Höhe der Gebühren richtet sich in der Regel nach dem entsprechenden Gegenstandswert bzw. Streitwert.

Auslagen sind hingegen solche Kosten, die für Leistungen von an einem Verfahren nicht beteiligte Dritte, wie Zeugen oder Sachverständige, entstehen, da deren Leistung für die Durchführung des behördlichen oder gerichtlichen Verfahrens erforderlich ist. In Betracht kommen dabei insbesondere die Reisekosten und die Sachverständigenkosten (vgl. auch § 17 des Gerichtskostengesetzes [GKG]).


II.  Kosten im betriebs- bzw. volkswirtschaftlichen Sinne
Im betriebswirtschaftlichen Sinne
bezeichnen Kosten den in (zumeist in Geld) bewerteten Verzehr von Ressourcen bzw. Produktionsfaktoren (Material, Arbeitskraft, Fläche oder Know-how) zur Erstellung einer betrieblichen Leistung.
Im volkswirtschaftlichen Sinne bezeichnen Kosten den bewerteten Güterverzehr in der Produktion.

Im internen Rechnungswesen (BWL) werden die Kosten häufig mit dem Erlös als Begriffspaar, insbesondere in der Kosten- und Leistungsrechnung, verwendet. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass auch der Erlös nicht mit Leistung zu verwechseln ist.
Darüber hinaus gibt es noch weitere, ähnliche Begriffspaare, von denen die Kosten und der Erlös abgegrenzt werden müssen:

Entgegen der landläufigen Auffassung sind Kosten aber nicht zwangsläufig dasselbe wie Aufwand. Zwar können die Begriffe im betrieblichen Alltag in vielen Fällen tatsächlich deckungsgleich benutzt werden. Spenden, Verluste aus Wertpapiergeschäften oder Reparaturen aber stellen keine Kosten dar, weil sie nicht direkt der Erstellung einer bestimmten betrieblichen Leistung zugeordnet werden können. In diesen Fällen handelt es sich um Aufwendungen.

Ein Unterschied zwischen Kosten und Aufwand kann sich aber auch zum Beispiel dann ergeben, wenn ein Vorgang unterschiedlich bewertet wird. So stellt beispielsweise eine kalkulatorische Abschreibung Kosten dar, während eine bilanzielle Abschreibung einen Aufwand darstellt.
Das gleiche gilt in den Fällen, in denen Kosten angesetzt werden, die im externen Rechnungswesen keine Entsprechung haben (z.B.: kalkulatorische Zinsen).

Beachte:
Eine solche begriffliche Unterscheidung zwischen Kosten und Aufwand ist ein reines Phänomen der deutschen Kostentheorie. In anderen Ländern und Sprachen findet eine solche Unterscheidung somit in der Regel nicht statt. Im Englischen werden daher die Begriffe cost und expense weitestgehend als Synonyme verwendet.
 

  • In der Buchführung werden hingegen die Begriffe Ausgaben und Einnahmen verwendet. Sie entstehen bereits in dem Zeitpunkt, in dem etwas gekauft bzw. verkauft wurde. Sie bestehen also unabhängig davon, ob schon gezahlt wurde oder nicht.
    Erfolgt eine effektive Zahlung, so werden die Ausgaben und Einnahmen zu Auszahlung und Einzahlung. Diese Begriffe werden insbesondere in der dynamischen Investitionsrechnung und in der Treasury verwendet.



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