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Kaufvertrag – Tiere

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Kaufvertrag – Tiere

Tiere sind zwar Lebewesen, dennoch können sie per Kaufvertrag erworben werden. Dies tritt in der Praxis insbesondere bei Züchtern in Kraft, welche ihre Zuchttiere zu dem Zweck der Veräußerung züchten. Derartige Verträge sind als Verbrauchsgüterkaufverträge anzusehen, da der Züchter als Unternehmer in Ausübung seiner gewerblichen Tätigkeit auftritt und der potentielle Tierhalter als Kunde anzusehen ist, welcher das betreffende Tier zu privaten Zwecken – nämlich zur Haltung – erwirbt. Zu beachten ist, dass gemäß § 11c TSchG der Verkauf von Wirbeltieren an Jugendliche unter 16 Jahren ohne Einwilligung der Eltern nicht gestattet ist

Ein Kaufvertrag für Tiere richtet sich nach dem allgemeinen Kaufrecht mit § 433 BGB als Vertragsgrundlage. Dies bedeutet, dass der Verkäufer das Tier mängelfrei zu übergeben hat, wofür der Käufer den vereinbarten Preis zu zahlen hat. Zu beachten ist, dass ein derartiger Kaufvertrag auch Gültigkeit besitzt, wenn er mündlich geschlossen worden ist. Da jedoch vertragliche Vereinbarungen sicherheitshalber immer schriftlich niedergelegt werden sollten, ist auch bei einem Kaufvertrag für Tiere die Schriftform zu empfehlen.

Seit dem 01.01.2002 besitzen Käufer von Tieren diverse Rechte. So haben sie beispielsweise Anspruch auf einen mangelfreies  - sprich gesundes – Tier. Ist dies nicht der Fall, hat der Käufer dieselben Gewährleistungsrechte wie bei beweglichen Sachen – nur sind diese Rechte in der Praxis in der Regel nicht durchgesetzt, denn wer möchte schon ein Tier, welches zum Familienmitglied geworden ist, wieder umtauschen?

Grundsätzlich muss ein Verkäufer zwei Jahre nach Vertragsschluss für jegliche Mängel haften, welche an dem betreffenden Tier vorhanden sind. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann er sich auf die Verjährung des Mängelanspruchs berufen. Dabei ist zu beachten, dass diese Verjährung individuell zwischen den beiden Vertragspartnern verkürzt oder sogar komplett ausgeschlossen werden.

Besonderes Augenmerk ist auf jene Tiere zu richten, welche vor dem Verkauf tierärztlich begutachtet und für gesund befunden wurden. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass das betreffende Tier – beispielsweise ein Pferd - bereits beim Verkauf krank gewesen ist und dies seitens des Tierarztes übersehen worden ist, so haftet er gemeinsam mit dem Verkäufer als Gesamtschuldner. In der Praxis bedeutet dies, dass sämtliche Kosten, die dem Käufer aufgrund der Erkrankung des Tieres entstanden sind, vom Verkäufer sowie vom Tierarzt zu tragen sind.




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 17.07.2013 11:13
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 17.07.2013 11:13


 
 

Tierschutzgesetz

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Kommentare und Diskussion

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