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Jagdschein

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Jagdschein

Der Inhaber des Jagdscheins ist in Deutschland die Berechtigung zur Jagdausübung, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.

I. Austellungsvoraussetzungen

Der Jagdschein wird von der Unteren Jagdbehörde nur ausgestellt, wenn der Antragsteller folgende Bedingungen erfüllt:

  • Erfolgreich absolvierte Jägerprüfung
  • Nachweis einer abgeschlossenen Jagdhaftpflichtversicherung (min. 50.000€ für Sachschäden und min. 500.000€ für Personenschäden)
  • Persönliche Zuverlässigkeit nach dem WaffG (Waffengesetz), die im Allgemeinen durch die abgeschlossene Jägerprüfung als gegeben angesehen wird
  • Der Antragsteller mindestens 16 Jahre alt ist
  • Ein einwandfreies Führungszeugnis hat
  • Die charakterliche/körperliche Eignung besitzt

II. Geltungsdauer

Der Jagdschein kann entweder als Tages- (14 Tage), Jahres- (1, 2 oder 3 Jahre), Jugend-, Falkner-, oder Ausländerjagdschein erteilt (umgangssprachlich: gelöst) werden. Nach Ablauf werden vor Neuausstellung die oben genannten Bedingungen erneut kontrolliert.

III. Befugnisse

Der Inhaber eines Jagdscheines darf, unter Berücksichtung u.a. der Bestimmungen des BJagdG (Bundesjagdgesetzes), der Landesjagdgesetze und des Waffengesetzes

  • Die Jagd ausüben, d.h.
    • Dem Wild nachstellen, fangen, es erlegen und in Besitz nehmen
    • In diesem Zusammenhang eine Schusswaffe führen und gebrauchen
    • Schusswaffen und Munition erwerben.
    • Mit der Jagd ist die Pflicht zur Hege verbunden

Der Jagdschein kann als Maßregel der Besserung und Sicherung entzogen werden.

IV. Trivia

Als jemand, der einen Jagdschein besitzt, wurde und wird umgangssprachlich und stigmatisierend auch bezeichnet, wer als "nicht zurechnungsfähig" eingestuft wird (Merkbefreiung). Bis in die 60er Jahre gab es den Paragraphen 51 StGB, durch den psychisch Kranke pauschal als strafunmündig eingestuft wurden. Dieser Paragraph wurde unter anderem durch §20 StGB "Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen" ersetzt.

 




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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Entscheidungen zum Begriff Jagdschein

  • VG-SIGMARINGEN, 09.03.2004, 5 K 1858/03
    1. § 17 Abs 1 BJagdG findet auch auf die erneute Erteilung (Verlängerung) eines Jagdscheins Anwendung. 2. Ob Versagungsgründe vorliegen, beurteilt sich nach der Rechtslage in dem Zeitraum, für den der Jagdschein beantragt wurde. 3. Wird der Jagdschein versagt, so entfällt auch das waffenrechtliche Bedürfnis iSv § 8 Abs 2 Nr 2 WaffG....
  • VG-HANNOVER, 05.08.2003, 11 B 2429/03
    § 18 BJagdG findet keine Anwendung, wenn der Jagdschein von der zuständigen Behörde in Kenntnis eines zwingenden Versagungsgrundes erteilt worden ist. Im Falle der jagdrechtlichen Unzuverlässigkeit werden die Vorschriften über die Rücknahme von rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsakten nicht verdrängt.
  • VGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 17.10.1991, 5 S 1504/91
    1. Das strafrichterliche Urteil, das ein Jagdverbot verhängt, entfaltet gegenüber der Jagdbehörde bei iher Entscheidung über die Erteilung eines Jagdscheins keine Bindungswirkung. 2. Macht die Jagdbehörde von der Möglichkeit, die Entscheidung über den Antrag auf Erteilung eines Jagdscheins auszusetzen, weil ein Strafverfahren wegen...
  • VG-AUGSBURG, 11.04.2013, Au 4 S 13.425
    Widerruf einer Waffenbesitzkarte;Antrag auf Anordnung und Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gegen waffenrechtliche Anordnungen;Verurteilung zu Freiheitsstrafe von 1 Jahr 9 Monate auf Bewährung
  • VG-DUESSELDORF, 12.12.2012, 15 L 2007/12
    1. Vieles spricht dafür, dass sich mit einem Rückgriff auf den rechtskräftigen Strafausspruch eines ausländischen Strafgerichts die waffen bzw. jagdrechtliche Unzuverlässigkeit des Verurteilten nicht begründen lässt, weil § 5 Abs. 2 Nr. 1 a WaffG und § 17 Abs. 4 Buchst. 1 d) Hs. 1 BJagdG tatbestandlich jeweils wohl die...

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