Instandsetzung der Mietwohnung während der Mietzeit durch den Vermieter

Lexikon | Jetzt kommentieren

Erklärung zum Begriff Instandsetzung der Mietwohnung während der Mietzeit durch den Vermieter

Unter einer Instandsetzung versteht man die Behebung eingetretener Schäden mittels Reparatur oder notwendiger Erneuerung bzw. Ersatzbeschaffung.

Demnach besagt die Instandsetzung, dass ein ordnungswidriger Zustand in einen ordnungsgemässen zu überführen ist.
Grundsätzlich beschränkt sich die Instandsetzungspflicht des Vermieters darauf, den vertraglich geschuldeten Zustand wieder herzustellen, der vom tatsächlich vorhandenen Zustand – etwa durch Maßnahmen des Mieters – abweichen kann.

Die Instandsetzungspflicht umfasst nicht nur die Verpflichtung zur Beseitigung eines ohne Verschulden des Mieters oder Untermieters in einem Mietraum eingetretenen Schadens (z.B. Heizungsrohrbruch), sondern darüber hinaus die Beseitigung der als Folgeschäden eingetretenen Beschädigungen (z.B. am Deckenanstrich und an den Tapeten).

Ebenso wenig kommt es für die Verpflichtung des Vermieters darauf an, ob er den Schaden zu vertreten hat.
So muss er auch Schäden beheben, die auf höherer Gewalt (z.B. in die Wohnung eingedrungenes Hochwasser) oder auf dem Verschulden Dritter beruhen (z.B. Brandstiftung durch Unbekannte).

Auch muss der Vermieter im Nachhinein erkannte umweltbedingte Mängel beheben, soweit andernfalls Gesundheitsschäden des Mieters zu befürchten sind. So ist er etwa gehalten, einen aussenliegenden Sonnenschutz anzubringen, wenn in nach Süden belegenen gewerblichen Mieträumen ganzjährig zeitweise derart hohe Temperaturen auftreten, dass die Nutzung erheblich beeinträchtigt wird; entsprechendes gilt für zu niedrige Temperaturen.

Er ist ferner verpflichtet, die Ursache von Feuchtigkeitsschäden zu beseitigen soweit sie auf konstruktiven Schwachstellen des Gebäudes (Wärmebrücken) beruhen.

Das gilt auch für die nachhaltige Beseitigung von Schimmel, selbst wenn bei der Errichtung des Gebäudes die damals maßgeblichen bautechnischen Bestimmungen eingehalten worden sind.

Die Instandsetzungspflicht bezieht sich jedoch grundsätzlich nicht auf Schäden, die der Mieter schuldhaft verursacht hat. Diese hat der Mieter im Wege des Schadensersatzes zu beseitigen bzw. er muss für die erforderlichen Kosten aufkommen.

Sofern sich der zu beseitigende Mangel auf eine Gefahrenquelle bezieht, kann sich der Vermieter nicht darauf berufen, dass diese schon jahrelang seit Mietbeginn besteht.




Erstellt von , 03.05.2010 15:36
Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18


 
 

Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.

Kommentar schreiben

37 + Dr.;ei =

Bisherige Kommentare zum Begriff (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.


Instandsetzung der Mietwohnung während der Mietzeit durch den Vermieter – Weitere Begriffe im Umkreis

  • Hauptleistungspflichten
    Der Begriff Hauptleistungspflichten um schreibt jene vertraglichen Pflichten, aufgrund derer ein Vertrag überhaupt geschlossen wird. Demnach bestehen solche Leistungspflichten in der Regel nur in schuldrechtlichen Verhältnissen. Die...
  • Heizkostenverordnung
    Die Heizkostenverordnung regelt im Detail die Kostenabrechnung für Warmwasser und Wärme, welche im Rahmen des Mietverhältnisses bei der Nutzung der Wohnung entstehen. Diese findet grundsätzlich auch auf Wohnungseigentümer-gesellschaften...
  • Heizpflicht des Mieters
    Sollte im Mietvertrag mit dem Mieter keine Heizpflicht vereinbart worden sein, so ist dieser grundsätzlich nicht verpflichtet, auch zu heizen. Jeder Mieter kann dann selbst bestimmen inwieweit er seine Wohnung beheizen möchte. Allerdings...
  • Heizpflicht des Vermieters
    Sofern in einem Mietvertrag keine Heizpflicht des Vermieters vereinbart worden ist, ist oftmals fraglich, in welchem Umfang der Vermieter zum Heizen und zur Nutzung der Heizungsanlage verpflichtet ist. Grundsätzlich gilt in solchen Fällen...
  • Instandhaltung der Mietwohnung während der Mietzeit durch den Vermieter
    Unter Instandhaltung versteht man die Sorge dafür, dass Schäden möglichst nicht auftreten. Hierzu gehört insbesondere die Wartung. Insofern sind hierunter vorbeugende Massnahmen zu verstehen, die den bestehenden ordnungsgemässen Zustand...
  • Kaltmiete
    Als Miete bezeichnet man das im Regelfall monatliche Entgelt für die Wohnungsüberlassung. Dieser Betrag ist spätestens am 3. Werktag des Monats zu entrichten, sofern vertraglich nicht etwas anderes vereinbart ist. Sofern nichts Besonderes...
  • Kappungsgrenze
    Als "Kappungsgrenze" wird im Mietrecht die gesetzliche Regelung bezeichnet, gemäß derer die Miete innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren um insgesamt nicht mehr als 20% erhöht werden darf. Dies bedeutet in der Praxis, dass ein Vermieter nicht...
  • Kaution
    Sicherheitsleistung eines Vertragspartners, die die Erfüllung der vertraglichen Leistungs- und Ersatzansprüche des anderen Teils absichern soll.
  • Kehrwoche als Pflicht des Mieters
    Die schwäbische oder korrekterweise württembergische Kehrwoche beruht auf einer Vielzahl von Erlassen, die seit Ende des 15. Jahrhunderts in Würtemberg herausgekommen sind, um die Menschen zu Ordnung und Sauberkeit im häuslichen Umfeld anzuhalten....
  • Kleinreparaturen
    Für den Begriff der Kleinreparaturen, auch Bagatellreparaturen genannt, findet sich im Gesetz keine allgemeine verbindliche Definition. Eine gesetzliche Bestimmung, die eine Verpflichtung des Mieters zur Ausführung von Reparaturen bis zu einem...

Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Mietrecht

Weitere Orte finden Sie unter:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2016 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.