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Insolvenzverwalter

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Erklärung zum Begriff Insolvenzverwalter

Wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, ernennt das zuständige Insolvenzgericht einen Insolvenzverwalter. Anstelle des Begriffs „Insolvenzverwalter“ ist auch der Begriff „Konkursverwalter“ geläufig. Nicht jeder kann zu einem Insolvenz- oder Konkursverwalter ernannt werden. Voraussetzung ist, dass er verschiedene Kenntnisse vorweisen kann, welche die beauftragte Person sowohl im juristischen als auch im wirtschaftlichen Bereich haben muss.

Das Amt des Insolvenzverwalters kann nur von einer neutralen natürlichen Person ausgeübt werden. Zudem muss diese Person auch geschäftskundig sein. Gläubiger können den von einem Gericht ernannten Insolvenz- oder Konkursverwalter auch ablehnen. Auf der ersten Gläubigerversammlung haben sie die Möglichkeit, einen anderen zu wählen. Das Insolvenzgericht muss diesen bestätigen. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Person geeignet ist. Sollte der zuständige Richter diese Wahl nicht bestätigen, ist jeder Insolvenzgläubiger berechtigt, die Entscheidung des Richters mit einer sofortigen Beschwerde anzufechten.

I. Wann endet die Tätigkeit des Insolvenzverwalters und wie hoch ist die Vergütung?

Die Tätigkeit eines Insolvenzverwalters endet, wenn das Insolvenzverfahren aufgehoben bzw. eingestellt wird. Grundlage für seine Vergütung bildet die Insolvenzrechtliche Vergütungsverordnung (InsVV). Sie beinhaltet auch alle anderen gesetzlichen Regelungen, wenn es um Insolvenzen geht. Je nachdem, wie hoch der Wert der Insolvenzmasse zum Zeitpunkt ist, zu dem das Insolvenzverfahren beendet wird, berechnet sich die Vergütung auf Grundlage des Regelsatzes. Die Vergütung des Insolvenzverwalters wird somit erst am Ende des von ihm betreuten Verfahrens festgesetzt.

Der Insolvenzverwalter kann für seine Tätigkeit einen Vorschuss aus der Insolvenzmasse entnehmen, sofern das Gericht zugestimmt hat. Da die Vergütung des Insolvenzverwalters in Abhängigkeit zu einem erfolgreichen Einzug der Forderungen steht, hat er ein hohes Eigeninteresse an der Begleichung von offenen Forderungen.

II. Für das Insolvenzverfahren gibt es keine vorgeschriebenen Fristen

Es ist nachvollziehbar, dass es in seinem eigenen Interesse ist, das Insolvenzverfahren zügig durchzuführen, obwohl es keine vorgeschriebenen Fristen gibt, die der Insolvenzverwalter einhalten müsste. Es gibt Fälle, die dauern über mehrere Jahre, bis sie zum Abschluss kommen. Das kann unter Umständen für den einen oder anderen Betroffenen zu einer schweren Belastung führen.

III. Aufgaben des Insolvenzverwalters

Es gehört zu den Aufgaben des Insolvenzverwalters, aus der Insolvenzmasse die schuldnerfremden Gegenstände ausfindig zu machen. Weiterhin soll er die Insolvenzmasse so gut es geht mit zum Vermögen gehörenden Gegenständen erweitern und natürlich die Insolvenzmasse entsprechend an die verschiedenen Gläubiger aufteilen. Weiterhin muss er ein Verzeichnis erstellen, aus dem alle beteiligten Gläubiger ersichtlich sind ebenso wie die einzelnen Massegegenstände.

IV. Insolvenzverwalter mit qualifizierten Mitarbeitern sind nicht gewerbesteuerpflichtig

Nach Urteil des Bundesfinanzhofes vom 15.12.2010 sind Insolvenzverwalter mit mehreren qualifizierten Mitarbeitern nicht gewerbesteuerpflichtig. Nach Auffassung des Gerichts erzielt ein Insolvenzverwalter, der qualifiziertes Personal einsetzt, seine Einkünfte nach § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG (Einkünfte aus sonstiger selbständiger Tätigkeit) und ist somit nicht gewerbesteuerpflichtig. [Bundesfinanzhof, 15.12.2010, VIII R 50/09]




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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