Hypothek

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Erklärung zum Begriff Hypothek

Die Belastung eines Grundstückes mit einem Grundpfandrecht zur Sicherung einer Forderung wird als Hypothek bezeichnet. Die Hypothek gewährt dem Hypothekengläubiger ein Verwertungsrecht für das Grundstück, wenn der Schuldner nicht auf die Forderung nicht zahlt.

Der Hypothekengläubiger kann aus der Hypothek nicht auf Zahlung klagen, sondern nur auf Duldung der Zwangsvollstreckung. Der Hypothekenschuldner kann die Zwangsvollstreckung nach § 1142 BGB jedoch durch Zahlung abwenden, auch wenn er nicht der persönliche Schuldner ist.

Die Hypothek entsteht durch Einigung und Eintragung in das Grundbuch. Bei der Eintragung der Hypothek müssen der Gläubiger, der Geldbetrag der Forderung und, wenn die Forderung verzinslich ist, der Zinssatz, wenn andere Nebenleistungen zu entrichten sind, ihr Geldbetrag im Grundbuch angegeben werden. Bei der sog. Briefhypothek muss darüber hinaus noch der Hypothekenbrief vom Schuldner an den Gläubiger ausgehändigt werden. Die Briefhypothek ist der Regelfall.

Die Hypothek ist ein akzessorisches Sicherungsmittel. Sie ist in ihrem Bestand von dem Bestehen der Forderung abhängig. Dadurch unterscheidet sie sich von der Grundschuld, einem ähnlichen Grundpfandrecht.

Zur Übertragung der Hypothek bedarf es wegen dieser Akzessorität gem. § 1153 I BGB der Abtretung der Forderung. Zur Abtretung der Forderung ist gem. § 1154 I S. 1 BGB die Erteilung der Abtretungserklärung in schriftlicher Form und Übergabe des Hypothekenbriefs erforderlich

Die Hypothek erstreckt sich auf die von dem Grundstück getrennten Erzeugnisse und sonstigen Bestandteile. Der Haftungsverband der Hypothek wird durch das Zwangsvollstreckungsrecht vor der Einzelzwangsvollstreckung durch Dritte Gläubiger geschützt.

Bei Befriedigung des Gläubigers aus dem Grundstück erlischt die Hypothek. Wenn der persönliche Schuldner die Forderung begleicht, die von der Hypothek gesichert wird, wandelt sich die Hypothek in eine Eigentümergrundschuld um.




Erstellt von , 04.05.2010 10:26
Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18


 
 

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Nachrichten zu Hypothek


Entscheidungen zum Begriff Hypothek

  • BildOLG-ROSTOCK, 05.08.2009, 3 W 44/09
    Der Streitwert für eine Klage auf Löschung einer Hypothek, deren besicherte Forderung bereits erfüllt ist, richtet sich nicht nach dem Nennbetrag der Hypothek, sondern beschränkt sich auf 20 % desselben.
  • BildBGH, 26.07.2001, VII ZR 203/00
    Der Rang einer Vormerkung zur Sicherung des Anspruchs auf Einräumung einer Bauhandwerkersicherungshypothek für erbrachte Teilleistungen kann nicht für eine Hypothek zur Sicherung nachfolgender Leistungen genutzt werden.
  • BildOLG-KARLSRUHE, 07.03.2002, 19 U 108/01
    Eine vor Beschlagnahme des verpachteten Grundstücks des Schuldners abgetretene Pachtzinsforderung, die nach der Beschlagnahme des Grundstücks an den Schuldner zurückabgetreten wird, fällt nicht in den Haftungsverband der Hypothek bzw. Grundschuld zurück und wird mithin nicht von der Beschlagnahme erfasst.
  • BildLG-MOENCHENGLADBACH, 12.06.2003, 5 T 233/03
    Für die Löschung einer zugunsten eines Betreuten eingetragenen Hypothek oder Grundschuld bedarf es der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts gem. § 1822 Nr. 13 BGB dann nicht, wenn die durch das dingliche Recht zu sichernde Forderung nicht mehr besteht oder unzweifelhaft wertlos ist.
  • BildOLG-KOELN, 19.04.2013, 2 Wx 54/13
    1. Der Anspruch aus einem abstrakten Schuldversprechen oder Schuldanerkenntnis ist ohne weiteres hypothekenfähig (wie OLG Stuttgart NJW 1997, 222, 223 und OLG Düsseldorf,m NJW-RR 1996, 111). 2. Für eine Hypothek, der eine Forderung aus abstraktem Schuldversprechen zu Grunde liegt (sog. "abstrakte Verkehrshypothek"), kann...
  • BildOLG-HAMM, 23.12.2004, 15 W 372/04
    Die mit "Quittung und Löschungsbewilligung" überschriebene Erklärung eines Hypothekengläubigers, in der dieser sich wegen seiner Forderung für befriedigt erklärt, die jedoch die Person des Zahlenden nicht erkennen läßt, reicht zur Löschung der Hypothek im Grundbuch nicht aus.
  • BildOLG-KARLSRUHE, 01.07.2013, 11 Wx 19/13
    Ist die Bestellung einer Hypothek wegen Wuchers nicht rechtswirksam und wird dies durch eine gerichtliche Entscheidung nachgewiesen, ist eine Eigentümergrundschuld nicht entstanden und die Belastung daher im Grundbuch zu löschen.
  • BildOLG-MUENCHEN, 31.07.2008, 33 Wx 145/07
    Bedarf die Belastung eines Erbbaurechts mit einer Hypothek der Zustimmung des Grundstückseigentümers - bzw. des Obererbbauberechtigten -, kann der Erbbauberechtigte diese verlangen, wenn die Belastung u. a. mit den Regeln einer ordnungsgemäßen Wirtschaft vereinbar ist. Das ist nicht der Fall, wenn die Hypothek der Sicherung von...
  • BildOLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 28.10.2010, 20 W 354/10
    Die Eintragung einer von einer Wohnungseigentümergemeinschaft beantragten Zwangssicherungshypothek im Grundbuch bedarf keiner bedingten Antragstellung dahingehend, dass die Hypothek in Höhe der betroffenen Forderungen dadurch aufschiebend bedingt werde, dass ein eventuelles Vorrecht nach § 10 Abs. 1 Ziffer 2 ZVG entfalle. Eine...
  • BildLG-BONN, 23.12.2004, 6 T 336/04
    Die Gebühr für die Eintragung der Sicherungshypothek entseht mit deren antragsgemäßer Eintragung. Wird entgegen dem Antrag nicht der Vollstreckungsgläubiger, sondern ein Dirtter als Gläubiger der Hypothek eingetragen, haftet der Vollstreckungsschuldner nicht für die Gebühr, weil die fehlerhafte Eintragung keine notwendige Maßnahme der...

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